TEL AVIV (inn) – Lungenkrebs (medizinisch „Bronchialkarzinom“) ist weltweit die häufigste krebsbedingte Todesursache, betonen die israelischen Autoren einer Studie mit dem Titel „Sequenzierungsfreie On-Chip-Erkennung von Lungenkrebs“. An Lungenkrebs sterben mehr Menschen als an Brustkrebs, Prostatakrebs und Dickdarmkrebs zusammen. Der wichtigste Risikofaktor dafür ist Rauchen, die zweithäufigste Ursache sind Wohnräume mit hoher Radonbelastung.
Derzeit erfolgt die Früherkennung vor allem durch Computertomografie-Screenings (CT). Diese liefern jedoch häufig verdächtige Befunde, die sich letztlich als gutartig erweisen. Das führe was bisweilen zu unnötigen Biopsien und Operationen, schreiben die Forscher. Eine „Liquid Biopsy“ kann unter bestimmten Bedingungen die Tumordiagnostik ergänzen. Dabei werden die im Blut zirkulierenden Spuren des Tumors analysiert; die ins Blut abgegebenen DNA-Bruchstücke können Tumorzellen verraten. Allerdings ist die Erkennung oft extrem schwierig, das Ergebnis ist nicht sehr zuverlässig, zudem ist das Verfahren sehr teuer.
Forscher der Universität Tel Aviv haben eine neue Methode entwickelt, die keine DNA-Sequenzierung erfordert, und zwar durch den sequenzierungsfreien Nachweis von Methylierungs-Biomarkern in zellfreier DNA. Die Studie wurde von Juval Ebenstein von der Chemie-Abteilung an der Sackler Fakultät für Exakte Wissenschaften, dem Fachbereich für Biomedizintechnik an der Universität Tel Aviv, geleitet.
Beteiligt waren zudem Forscher der Klinik für Onkologie am Bnei-Zion-Krankenhaus in Haifa, des medizinischen Startups „JaxBio Technologies“ in Netanja, der Medizinischen Fakultät der Bar-Ilan-Universität in Ramat Gan, des Englischen Krankenhauses in Nazareth sowie der Scheba-Klinik in Ramat Gan. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift „npj Precision Oncology“.
Eigens entwickelter DNA-Chip
Die neue Methode kommt ohne DNA-Sequenzierung aus. Nach der Gewinnung zellfreier DNA aus einer Blutprobe markieren die Forscher diese mit einem lichtemittierenden Marker und binden sie an einen eigens entwickelten DNA-Chip. Anschließend wird der Chip optisch gescannt und die entstehenden Lichtmuster werden analysiert, wodurch sich der biologische Fingerabdruck von Lungenkrebs schnell identifizieren lässt.
Folgen Sie uns auf Facebook und X!
Melden Sie sich für den Newsletter an!
In einer Studie konnte ein entsprechender Test Lungenkrebs mit einer Sensitivität von 93,1 Prozent erkennen. Außerdem konnte der Test sogar erkennen, um welche Art von Lungenkrebs es sich handelt – etwa um ein Adenokarzinom oder ein Plattenepithelkarzinom, was wichtig für die spätere Behandlung ist.
Derzeit lässt sich der Test innerhalb von zwei bis drei Tagen mit Kosten von rund 60 US-Dollar pro Probe durchführen. Der Test könne direkt am Patientenbett durchgeführt werden, schreiben die Wissenschaftler.
Auswirkungen von Behandlungsmethoden überwachen
Über die reine Diagnose hinaus untersuchten die Forscher auch, inwiefern der neuartige Test zur Überwachung der Auswirkungen von Behandlungsmethoden dienen könnte. Bei den untersuchten Patienten korrelierten Veränderungen des chemischen DNA-Fingerabdrucks mit den Ergebnissen bildgebender Verfahren: Bei Patienten, die auf die Behandlung ansprachen, näherte sich der chemische Fingerabdruck dem Profil gesunder Personen an, während bei Patienten, die nicht auf die Therapie reagierten, keine signifikante Veränderung festzustellen war. Schlägt die Therapie im Verlauf der Behandlung an und schrumpft der Tumor, hört der Chip auf zu leuchten.
Der entscheidende Vorteil der Technologie liegt nach Ansicht der Forscher in der Kombination aus Einfachheit, Kosteneffizienz und Schnelligkeit. Die Wissenschaftler hoffen, dass das Verfahren künftig bildgebende Untersuchungen ergänzen, die Früherkennung von Lungenkrebs unterstützen und eine effektivere Überwachung des Therapieerfolgs ermöglichen wird.
9 Kommentare
Ich gehe davon aus, dass alle Israelfeinde diese neuartige Diagnose-Technik und Therapie konsequent boykottieren werden und lieber an Lungenkrebs sterben…Die Israelis könnens halt. Die letzte medizinische Sensation aus einem arabischen Land war….Averoès (12. Jahrhundert), Avicenna (Anfang 11. Jahrhundert) ?
Warum definierst Du Israel als arabisches Land?
@Antonia
Die brauchen das nicht. Hab ich schon in einem anderen Bericht geschrieben. Sollen sie gucken,wie sie klar kommen.
Es ist schön, dass israelische Forscher einen einfacheren und kostengünstigeren Text zur Früherkennung von Lungenkrebs entwickelt haben.
@Ute Engels
Israelische Forscher, unsere Lieblingsforscher, von meiner Ehefrau, von mir selbst, von unserem Bischof, unserem Hauspersonal, von unserer Katze, alle Nicht-Raucher.
@Albert Nola
Nicht alle mit Lungenkrebs sind/waren Raucher. Der Mann meiner Kollegin hatte Lungenkrebs. Beide sind aus der ehemaligen DDR. Er hatte dort auf dem Bau gearbeitet. War Nichtraucher. An der Tagesordnung war jedoch Asbest( Erich’s Lampenladen). Außerdem meinte seine Onkologin,die meisten Menschen haben Tschernobyl vergessen. Darüber gibt es keine Langzeitstudien,inwieweit das eine Rolle bei Krebspatienten spielt. Rauchen ist natürlich ein großes Risiko. Das stimmt. Übrigens hat er alles überstanden und es geht ihm gut. Aber war ein schlimmer Kampf.
Viele Grüße Manu
Einfacher, kostengünstiger und schneller, ohne der Einbuße von Genauigkeit.
Yes, mein Israel!
@Antonia
Wer nicht will, der hat schon!
Ich sehe es wie Antonia – alle BDS-Schreihälse und die ganzen Antisemiten (auch jene hier im Kommentarbereich) müssen, wenn sie sich nicht lächerlich und unglaubwürdig machen wollen, darauf verzichten und natürlich auch in ihrem Umfeld in Familie, Verwandtschaft und Freundeskreis dafür werben, die israelische Entwicklung nicht zu nutzen.
Da diese Leute aber in der Regel verlogen bis ins Mark sind, werden sie gerne Gebrauch davon machen, sollte es mal nötig sein.
Israel, wieder einmal Vorreiter. Super!