Anfang August 2015 wagte der damalige US-Präsident Barack Obama einen Blick in die Zukunft: Der Iran werde die bis zu 56 Milliarden Dollar, die ihm durch das kurz zuvor vereinbarte Atomabkommen zur Verfügung stehen, hauptsächlich zum Wohl das Volkes einsetzen. Das Regime habe bereits die Erwartungen der Iraner erhöht, nämlich die Verbesserung ihrer Lebensumstände. „Selbst ein unterdrückerisches Regime wie das des Iran kann diese Erwartungen nicht vollständig ignorieren.“
Die folgende Dekade hat gezeigt, wie sehr sich Obama geirrt hat. Das Regime in Teheran hat die Gelder vor allem zur Finanzierung von Terror eingesetzt, der sich in erster Linie gegen Israel richtet, dann aber auch gegen die USA und den Westen.
Die Warnungen vor diesen Entwicklungen waren vorhanden: Sie kamen nicht nur vom israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu, sondern auch vom damaligen US-Senator und jetzigen amerikanischen Außenminister Marco Rubio.
Fehlgeleitete Ansätze
Der Ausbruch dieses erneuten Krieges ist ebenso bedauerlich wie geboten. Der Erfolg der Diplomatie wäre wünschenswert, setzt aber voraus, dass der Iran ein rationaler Akteur ist. Doch die Führung besteht aus religiösen Fanatikern, die ihre Glaubensform weltweit mit Gewalt durchsetzen wollen.
Verhandlungen dienten dem Iran nur zum Zeitgewinn. Der Iran prahlte sogar damit, die Verhandlungspartner getäuscht zu haben.
Der am Samstag begonnene Angriff ist daher das richtige Signal der USA, sich nicht mehr lumpen zu lassen und gegen die Dauerbedrohung aus Teheran rigoros vorzugehen. Hinzu kommt, dass das Regime wegen der Dezimierung seiner Terrorableger durch Israel in der Region so schwach dasteht wie nie zuvor. Es wäre fahrlässig, diese historische Chance verstreichen zu lassen, auch wenn die Unternehmung erhebliche Risiken birgt.
Folgen Sie uns auf Facebook und X!
Melden Sie sich für den Newsletter an!
Einmalige Chance
Historisch ist die Lage auch, weil es die vielleicht letzte Möglichkeit für Israel und die USA ist, den Iran in die Schranken zu weisen. Das liegt nicht nur am Aufbau des Raketenprogramms, durch den ein Schlag in Zukunft aussichtslos werden würde. Auch die politische Stimmung in den USA wendet sich vermehrt gegen derlei Einsätze.
Die kommenden Wochen können das Schicksal des Nahen Osten auf Jahrzehnte bestimmen, sagte der frühere israelische Außenminister Joav Gallant. Umso besser, dass der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz die Bemühungen der USA und Israels unterstützt. Es zeigt, dass nicht nur die USA Jahre der Naivität gegenüber dem Terror-Regime in Teheran hinter sich lassen – einer Naivität, deren Preis bislang vor allem die Iraner und Israel gezahlt haben.
Ein Kommentar
Es genügt, wenn alle Gegner des Westens zu wissen bekommen, daß man besagten Westen nur bis zu einem bestimmten Punkt verarschen
kann, alles darüber hinaus ist sehr gefährlich. Denn der Westen ist sehr wohl in der Lage,
(wie man derzeit sieht) zu genauso skrupellosen Methoden und Mitteln zu greifen wie alle anderen, im allgemeinen aber werden solche Methoden und Mittel weit weniger bereitwillig angewendet, insbesondere durch Europa.
SHALOM