Meinung

Das Ende der UNIFIL war überfällig

Die UNIFIL hat die Bewaffnung der Hisbollah zugelassen. Auch daher ist ihr Ende eine gute Nachricht. Ein Kommentar
Von Daniel Frick

Die UNIFIL ist in ihrer Mission gescheitert. Die Terrormiliz Hisbollah konnte sich in den vergangenen Jahren trotz der Präsenz der Blauhelme hochrüsten. Daher ist es gut, dass der Sicherheitsrat das Mandat der Sondertruppe nun beendet hat. Die 500 Millionen US-Dollar pro Jahr kann die Weltgemeinschaft effektiver einsetzen.

Die UNIFIL sollte die Umsetzung der Resolution 1701 aus dem Jahr 2006 gewährleisten. Der Sicherheitsrat forderte damals die Entwaffnung aller Gruppen im Südlibanon. Doch am Tag nach dem Terrormassaker vom 7. Oktober griff auch die Hisbollah in den von der Hamas losgetretenen Krieg gegen Israel ein – mit Waffen, die sie gar nicht haben dürfte.

Keine Schlagkraft

Zugegeben, das Mandat hat seine Schwächen. Der Truppe sind in vieler Hinsicht die Hände gebunden. Sie soll etwa die libanesische Armee bei der Entwaffnung unterstützen, nicht eigenmächtig agieren. Doch bislang fehlte in Beirut dazu der politische Wille. Entsprechend zahnlos traten die rund 10.000 „Blauhelme“ dort auf.

Zahnlos ist dabei eine Untertreibung. Die vom Iran unterstützte Hisbollah demütigte die UNIFIL regelrecht: In unmittelbarer Nähe zu deren Posten hatte die Miliz ihre Waffenverstecke und Eingänge zu Terrortunneln, sogar Militärübungen hielt sie in Sichtweite der Truppen ab. Zuletzt diente die UNIFIL der Hisbollah als „menschlicher Schutzschild“ bei den Gefechten mit Israel.

Eigenes Versagen

Die UN-Truppe ist aber nicht nur Opfer ihres wenig durchdachten Mandats. In ihren Berichten über die Lage ignorierte sie, in welchem Ausmaß die Hisbollah Waffen hortete. Sie „verschleierte so den heranbrechenden Sturm“, konstatierte der israelische Sicherheitsexperte Assaf Orion von der amerikanischen Denkfabrik „Washington Institute“.

Hinzu kam Korruption: Im Verhör durch Israelis sagten Hisbollah-Terroristen, dass sie UNIFIL-Vertreter bezahlten, um die Einrichtungen für eigene Zwecke zu nutzen. Auf diese Weise erhielten sie Zugriff auf Kameras an der Grenze zu Israel. Mit anderen Worten: Nicht nur die Hisbollah verhöhnte die Truppe, die UNIFIL selbst verhöhnte ihre Mission durch so ein Verhalten.

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So gesehen war eine Ende dieser Mission überfällig. Doch auch die Region hat sich gewandelt. Dank der israelischen Schläge gegen Hisbollah, Iran und Syrien kann sich der Libanon von fremden Akteuren freimachen und echte Souveränität anstreben. Ein Zeichen dafür ist die Entscheidung Beiruts, die vom Iran unterstützte Hisbollah bis Ende dieses Jahres zu entwaffnen.

Bleibende Sicherheitsbedenken

Noch ist nicht ausgemacht, dass die neuen Bestrebungen erfolgreich sind. Die israelische Armee ist aktuell auf fünf Posten im Libanon vertreten, um schädliche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. Wie die Leiterin der Denkfabrik „Alma“, Sarit Sehavi, betont, wagen die israelischen Bürger die Rückkehr in den Norden Israels nur, weil die Armee im Libanon präsent ist. Die Furcht vor einem weiteren 7. Oktober aus dem Norden ist nach wie vor groß.

Der Anfang ist aber gemacht, zumal die USA einen Sicherheitsmechanismus zur Unterstützung der libanesischen Armee anleiten und im Zweifel Druck auf die Regierung ausüben können. Bleibt zu hoffen, dass die UNIFIL für den Rest ihrer Mandatszeit diesen neuen Bestrebungen nicht im Wege steht.

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8 Antworten

  1. Die UNIFIL hat die Bewaffnung der Hisbollah zugelassen und 500 Millionen US-Dollar pro Jahr dafür kassiert. Sehr schön.

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  2. ENDLICH !!!
    Wie viele der UNIFIL-Soldaten werden froh sein diesen undankbaren und völlig überflüssigen Posten loszuwerden.
    Hizbollah hingegen wird untröstlich sein, sind sie doch damit ihre Schilde los.
    Und Israel wirds wohl zufrieden sein, werden sie bei ihrem weiteren Vorgehen gegen den Terror nicht mehr be- und gehindert und brauchen keine Rücksichtnahme gegenüber UN-Kräften mehr zu üben..
    Hizbollah täte gut daran sich aus dem Süden, ach was, aus ganz Libanon zu verziehen, denn nun hat Israel die Möglichkeit, sie aus dem Zedernstaat hinauszuprügeln…………SHALOM

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    1. @Klaus : ich denke an ein Gespräch mit einem österreichischen UNO-Offizier am Golan. Vielleicht, weil ich ihn auf deutsch angesprochen hatte, hat er sich seinen Frust von der Leber geredet. Er sagte, hauptsächlich bestehe ihre Aufgabe darin, Raketen zu zählen…Seine Analyse : „die san alle a bisserl narrisch hier, aber die Syrer san narrischer als die anderen“. No comment 🙂

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      1. Deine Erfahrung kann ich bestätigen.
        Auch ich habe mit UNIFIL-Soldaten gesprochen. Die Langeweile dominierte. Um 17 Uhr wurden die Feldstecher in den Jeep gepackt und es war Feierabend. Nun ja, die Terroristen haben sich sicher an die Dienstzeit gehalten… 🙁

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        1. Ja… die werden dann munter für den Beschuss Richtung Israel, ab 19, 20 Uhr hatte ich erste Missilewarnungen auf der Red Alert, die ich interessehalber in Deutschland heruntergeladen hatte- zum Kotzen!

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  3. Eine gute Entscheidung ! Unifil hat versagt, die IDF ist stark genug, die Sicherheit zu übernehmen.
    Im Übrigen finde ich es gut, wenn die IDF offensiv zu Werke geht und auch in Syrien die Drusen unterstützt.
    Nur die IDF kann Frieden im Nahen Osten gewährleisten, natürlich nur, weil der Herr Zebaoth wieder wohnen will in Jerusalem in Mitten Seines Volks. Weg mit UNO-Organisationen, hin zu IDF u. USA und allen vernünftigen Kräften dieser Welt.

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  4. Es wäre dem libanesischen Volk von Herzen zu gönnen, dass der Einfluss des Iran, aber auch Qatars und der Türkei in diesem leidgeprüften Land beendet wird. Man darf allerdings nicht übersehen, dass Korruption, Klandenken und Inkompetenz der libanesischen „Elite“ einen gewaltigen Anteil an den Problemen des Landes hat und daran ändert auch das Auslaufen des UNIFIL-Mandat nchts.

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  5. Ich wünsche mir sehr, daß die Libanesen sich jetzt endlich aus eigener Kraft der terroristischen Pest entledigen können, angesichts der Möglichkeiten, welche die Vorarbeit Israels, die ,,Drecksarbeit“,
    ihnen eröffnet hat.
    Ich bete zum Ewigen, die Libanesen möchten
    diese Chance wahrnehmen und nutzen.
    SHABBAT SHALOM

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