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Comic-Festival bittet amerikanisch-israelische Künstlerin nach Ausschluss um Entschuldigung

Weil eine Künstlerin in der israelischen Armee diente, schließt ein Comic-Festival sie aus. Dann aber bedauert die Leitung die Entscheidung.
Von Israelnetz

VANCOUVER (inn) – Der Gazakrieg erhitzt die Gemüter in aller Welt und wirkt sich auch auf die Kunstszene aus. In Vancouver hat sich nun eine Comic-Ausstellung bei der amerikanisch-israelischen Künstlerin Miriam Lipicki entschuldigt, weil die Leitung sie wegen ihres früheren Dienstes in der israelischen Armee dauerhaft ausgeschlossen hatte.

In einem Social-Media-Post bedauerte das Vancouver Comic Art Festival (VanCAF) am Sonntag die Entscheidung. Diese sei ein „Fehler“ gewesen. „VanCAF hat das Vertrauen derjenigen verloren, denen wir dienen wollen.“ In der Ankündigung des Ausschlusses hatte die Leitung den Namen der Künstlerin nicht genannt, schilderte aber den Dienst in der israelischen Armee als problematisch.

Noch vor der Entschuldigung hatte Lipicki, die in Vancouver lebt, den Ausschluss scharf kritisiert. Sie selbst sei „für den Frieden“ und für einen palästinensischen Staat nach entsprechenden Verhandlungen. Doch „jegliche Politisierung von Identitäten und Nationalitäten eines Künstlers ist falsch“. Der Ausschluss sei „illegal“ und eine gegen sie gerichtete Rufschädigung. Die Entscheidung sei schlecht für alle politischen Orientierungen und Hintergründe.

Sorge um Sicherheit

Nach Darstellung der Leitung hatten Aktivisten gegen die Teilnahme Lipicki in einer Weise protestiert, „die die Sorge für die Sicherheit unserer Freiwilligen, Mitarbeiter und Aussteller hervorrief“. Die Leitung betonte, dass sie nicht den Eindruck erwecken wollte, dass Lipicki eine Gefahr für das Festival darstelle.

In der Erklärung hieß es weiter, dass es bereits 2022 einen Protest gegen die Künstlerin gegeben habe. Daher habe man nun im Gespräch mit ihr einen Kompromiss vereinbart: Lipicki sollte nur ihr Comic-Buch „But I Live“ (Aber ich lebe) über Holocaust-Überlebende zeigen. Im Jahr 2008 hatte sie unter dem Titel  „Jobnik!“ eines über ihre Erlebnisse bei der israelischen Armee geschrieben.

Um Neustart bemüht

Doch der erneute Protest habe die Leitung zum Ausschluss bewogen. „Uns ist nun klar, dass unsere Antwort falsch war. Wir hätten es niemals zulassen dürfen, dass dieses Individuum derart zum Sündenbock gemacht wird.“

Die VanCAF fand am 18. und 19. Mai statt. Inzwischen sei ein Großteil derjenigen, die beim Ausschluss beteiligt waren, aus dem Leitungsgremium zurückgetreten, erklärte die Leitung. Der Rest verwalte nun die „Übergangszeit“. Jetzt gehe es darum, Vertrauen wieder herzustellen. (df)

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8 Antworten

  1. Immerhin haben sie sich entschuldigt. Auf Dauer hat dies aber ein Geschmäckle und ist merkwürdig. Ein Soldat aus der Ukraine wird ja auch nicht so behandelt?

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  2. Immerhin. Aber warum kommt die Einsicht erst hinterher? Werden denn auch konsequent Leute ausgeladen, die Verbindung zur Hamas, IJ oder PFLP und Konsorten haben?

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  3. Das Vancouver Comic Art Festival entschuldigt sich, die Documenta und Claudia Roth und die TU Präsidentin Geraldine Rauch entschuldigen sich auch. Sollen wir die Liste fortsetzen? Lieber nicht.

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  4. Was ist das für eine Welt, in der „Aktivisten“ nur genügend laut und aggressiv(vermute ich anhand des Artikels) auftreten müssen, damit dann aus Angst vor eigenem Schaden, Juden zu unerwünschten Personen werden, die man wieder auslädt?
    Wer genügend Akteure versammelt und laut genug schreit bekommt recht? Beugt Recht? Vorauseilender Gehorsam? Gegen wen? Gewiss nicht Gehorsam gegen Gott.
    Schande!

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  5. Es schon eine verrückte Welt geworden. Eine Welt, die von Gott weggerückt ist. In der der Widersacher Gottes immer wieder das Gottesvolk in Misskredit bringen will. Da muss leider auch die Kunst herhalten. hier spielt ja auch die BDS – Bewegung eine große Rolle. Leider hat die linksgerichtete Generation sich nie wirklich mit dem Thema Israel und seine Geschichte befasst. Denn wer tönt denn mit in dem Kanon, Israel ist ein Apartheidstaat?
    Und leider haben viele Verantwortliche kein Rückgrat mehr um diesen Aktivisten die Stirn zu bieten. Wie @Flügelpfeil schon richtig bemerkte, vorauseilender Gehorsam. Ein Gehorsam gegenüber der eigenen Angst. Eine Angst, die genährt wird durch die Angst, sich auf Gott einzulassen. Es ist ja viel einfacher, in die gleichen Misstöne einzustimmen, als sich mit den „Aktivisten“ auseinanderzusetzen. Gut, ich weiß nicht, ob ich selber immer soviel gute Gegenargumente bringen könnte, wenn ich gefragt werde. Aber im Laufe der Zeit, wenn man sich mit diesem Thema auseinandersetzt, weiß ich, wo ich selber nachhaken kann. Das geht aber nur mit der Hilfe Gottes.
    Nun hat man sich ja entschuldigt. Aber warum, wenn man vorher so restriktiv gegen israelische Künstler vorgeht oder wie bei der Documenta, sich mit dem Inhalt mancher Künstler nicht auseinandersetzt. Es ist nicht die eigene Einsicht. Ich denke, auch hier war Gott am Wirken auf die eine oder andere Art. Gott sei Dank, gibt es noch genügend Menschen, die gegen die Diskriminierungen des israelischen Volkes aufstehen und einen Gegenpol bilden zu diesen stark verblendeten Menschen.
    Shalom an Alle

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  6. Israel ist wohl das einzige Land der Welt das wirklich eine Armee braucht: denn ohne diese gäbe es kein Israel mehr.

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