MEITAR (inn) – Mit einem Trauerzug und einer Trauerfeier hat Israel am Mittwoch Abschied von Ran Gvili genommen. Regierungschef Benjamin Netanjahu (Likud) sagte in einer Würdigung bei dem Begräbnis im südisraelischen Kibbuz Meitar, der Heldenmut des Polizeioffiziers sei eine Warnung an die Feinde Israels. Staatspräsident Jizchak Herzog erklärte, nun könne für Israel als Nation die Heilung beginnen.
Die Terror-Organisation Hamas hatte Ran Gvili beim Terrormassaker vom 7. Oktober ermordet und entführt. Zuvor hatte dieser 14 Terroristen im Kibbuz Alumim erschossen – obwohl er aufgrund eines vorherigen Motoradunfalls einen gebrochenen Arm hatte. Wegen seines Einsatzes erhielt er den Spitznamen „Magen Alumim“ – „Schutzschild von Alumim“.
Ran Gvili war die letzte der insgesamt 251 lebenden und toten Geiseln, die noch im Gazastreifen verblieben war. Am Montag brachte die Armee ihn nach 843 Tagen zurück; Soldaten hatten ihn bei einer Suchaktion auf einem Friedhof im nördlichen Gazastreifen gefunden.
Letzter Salut
Vor dem Begräbnis brachte ein Polizeikonvoi den Sarg von der Armeebasis Schura in die 65 Kilometer südlich gelegene Heimatstadt von Ran Gvili, nach Meitar nordöstlich von Be’er Scheva. Viele Israelis standen am Straßenrand, um ihm die letzte Ehre zu erweisen, ebenso wie zahlreiche Polizisten, die ihm salutierten.
Auch bei dem Begräbnis fanden sich zahlreiche Israelis ein. Der Vater Izik sprach von den Gefühlen, die er hatte, als er am Montag den Sarg öffnete und seinen Sohn berührte. „Zum ersten Mal seit zweieinhalb Jahren, das Warten war es wert.“
Die Mutter betonte, sie sei stolz auf ihren Sohn. Sie stelle sich vor, wie er im Himmel sitze, als Teil des Pantheons israelischer Helden, ein Glas des beliebten Anisschnapses Arak trinke und den Grabreden zuhöre. „Rani und die anderen Helden geben uns Stärke. Du bist bei mir, Rani, ich bin Talik Gvili, eine stolze, stolze Mutter.“
Ran Gvilis Schwester Schira sprach in ihrer Grabrede vom emotionalen Einschnitt in ihrem Herzen. Alles fühle sich nun anders an, sagte sie vor den Trauergästen zum Verlust ihres Bruders, der auch ein Motorradenthusiast war. „All das Lächeln ist verschwunden. Alles, was mir bleibt, sind Erinnerungen. Jedes Motorrad bringt mich zurück: Manchmal lächle ich, wenn ich eines sehe, manchmal fühlt es sich an wie ein Pfeil in mein Herz.“
Herzog: Nächstes Kapitel für das Volk Israel
Bei der Trauerfeier waren neben Herzog und Netanjahu viele Spitzenpolitiker vor Ort, darunter Knessetsprecher Amir Ochana (Likud) und Polizeiminister Itamar Ben-Gvir (Jüdische Stärke).
Staatspräsident Herzog sagte in seiner Rede, nach dem Bangen um die Geiseln sei die Zeit für den Heilungsprozess gekommen. „Die Nation muss sich nun zum nächsten Kapitel unserer Existenz als Volk erheben: Sich stark erheben, selbstbewusst auf unsere Weise, Hand in Hand, im Glauben an unseren Staat Israel – jüdisch und demokratisch – und ihn mit äußerster Hingabe bewachen, so wie Ran es tat.“
Regierungschef Netanjahu war zum ersten Mal beim Begräbnis einer der Geiseln zugegen. Der Likud-Chef erklärte, Israel sei entschlossen, die Hamas zu entwaffnen; die Trauergäste zeigten ihre Zustimmung durch Applaus.
Trump: Israel ist nicht allein im Kampf gegen Hass
Auch frühere Geiseln wohnten der Zeremonie bei, darunter Avinatan Or, Bar Kuperstein und Omer Wenkert. Vertreter des Geiselforums und des Tikva-Forums waren ebenfalls zugegen. Beide Organisationen setzten sich für die Freilassung der Geiseln ein; die Familie Gvili gehörte laut der Nachrichtenseite „Times of Israel“ beiden an.
Als Vertreter von US-Präsident Donald Trump (Republikaner) sprach Leo Terrell. Der Rechtsanwalt leitet die Arbeitsgruppe des Weißen Hauses zum Kampf gegen Antisemitismus. Der 70-Jährige übermittelte eine Botschaft von Trump: „Amerika ist euer Verbündeter, Amerika ist euer Freund, ihr werdet Hass niemals allein bekämpfen, denn die Vereinigten Staaten von Amerika stehen hinter Israel.“ (df)
15 Antworten
Regierungschef Netanjahu beim Begräbnis: Israel sei entschlossen, die Hamas zu entwaffnen; die Trauergäste zeigten ihre Zustimmung durch Applaus. Applaus auch von uns.
Shalom,ich habe von 10 Uhr am Morgen von der Abholung bis ans Ende der Beerdigung am Nachmittag geschaut.Es war schwer und trotzdem schön.All die Leute am Strassenrand,und jeder Polizist und Soldat der am Strassenrand stand haben salutiert.Jedoch hätte ich keinen der jetztigen Regierung die dort waren eingeladen.Denn die sind verantwortlich das es so lange gedauert hat und so viele Soldaten und Zivilisten gestorben sind. OT.Heute ist heraus gekommen das Netanjahu 10Mal vor dem Massaker vorgeschlagen wurde,Sinwahr zu töten.Das letzte mal 1Woche vor dem schlimmen Angriff der Hamas.Doch Netanjahu hat jedes mal abgelehnt.Das ist Realität. Jerusalem
@Jerusalem
Auch meine Frau und ich selbst wären gern dort am Strassenrand mit Tränen in den Augen um zu salutieren.
Jerusalem, vielleicht gab es ja Gründe für die Ablehnung. Vielleicht wäre es nur gegangen, wenn Dutzende Zivilisten mit ums Leben gekommen wären. Hätte es etwas geändert an dem Massaker? Sinwar wurde doch sofort ersetzt. Sein Bruder hätte vielleicht mit noch mehr Wut gewütet, wenn sein Bruder tot gewesen wäre. Wissen wir alles nicht. Aber Bibi ist schuld.
Dass Sinwar eine üble Gestalt war, das wusste man in Israel. Aber ist das eine Rechtfertigung zu sagen, wir ermorden ihn vorsorglich? Wie viele Palästinenser müsste man dann ermorden? Israel hat immer wieder versucht Terroristen aus dem Verkehr zu ziehen, aber auch immer wieder dann zurückgezogen, wenn es das Leben unschuldiger gekostet hätte.
Bibi ist schuld, auch daran, dass die Hamas die Leiche nicht mit den anderen freigegeben hat? Hamas hat auch kein Interesse die Entwaffnung und Machtabgabe hinauszuschieben? Denn das war mit der Grund, warum die letzte Geisel jetzt erst nach Hause kam. Aber auch daran ist Bibi schuld.
Offenbar hat die Familie ihren Frieden mit der Regierung gemacht. Vielleicht gehörte sie zur Tikwa-Geiselfamiliengruppe, die auf einem andern Tripp waren wie die Tel Aviver Gruppe. Kann ja sein.
Jerusalem, ich schätze dich wirklich und du hast viel Schlimmes durchgemacht in der Zeit als zu als Soldat vor Ort warst, das wünscht man wirklich keinem. Aber wenn ihr Bibi nicht wollt, dann wählt ihn doch ab.
In D ohne Krieg hatten wir letztes Jahr ein Wirtschaftswachstum von 0,2 %. Israel hatte im Krieg letztes Jahr 5 % lt. dt. Medien. Die Regierung kann wohl nicht alles falsch gemacht haben.
@Christin
Das ist auch meine Meinung. Auch die nächste Regierung wird nicht alles im Sinne der Israelis entscheiden, vieles gut, aber auch viele Fehler machen. Doch ich verstehe auch, dass man nach 18 Jahren einen Wechsel möchte. Seit der Staatsgründung gab es ca. 36 Regierungen. Die ständigen Neuwahlen erweckten bei mir nicht den Eindruck von Zufriedenheit der Wähler für die jeweiligen Koalitionen und Beliebtheitspolitiker. Es ist auch noch nie so etwas Schlimmes passiert, wie in der Bibi-Phase. Wir werden sehen. Israel wird wählen. Und die Probleme werden nicht kleiner. Ein jeder neuer PM wird sich beweisen müssen mit seiner entsprechenden Partei.
So ist es, Ella
Dieses Kapitel ist abgeschlossen. Alle lebenden und toten Geiseln sind aus Gaza heimgekehrt.
Für das folgende und weitere Kapitel wünsche ich dem Volk Israel eine starke Verbindung zu seinem Gott, denn nur mit Seiner Hilfe kann Israel seine Feinde besiegen.
Dies brauche ich nicht mehr zu kommentieren, zu Ran Gvili habe ich in anderen Kommentaren alles gesagt. Seine Identifizierung und Rückkehr haben mich tief bewegt, mehr möchte ich nicht mehr dazu sagen.
SHALOM
Die Geiseln, die lebenden und die toten Geiseln, die waren mir immer eine Herzensangelegenheit. Ich bin dankbar, dass dieser junge Mann jetzt würdig und in Ehren bestattet worden ist. Mich selber haben würdige Beerdigungen in meinem Umfeld, Verwandte, Freunde immer auch getröstet. Ich schreibe hier nicht mehr viel. Keine Zeit. Auch nicht genug Zeit zu recherchieren und alles mögliche zu verfolgen und zu sehen und zu lesen. Bevor ich Blödsinn schreibe, lasse ich es lieber. Aber verfolgen was passiert, das mache ich schon.
Liebe Grüße an alle.
Nachtrag: Und Israel, das kleine Land am Jordan? Maria schrieb immer Heimstatt für die Juden. Ein Zufluchtsort für die Juden. Na ja, ich als Christin und dann auch noch Deutsche. Ich kann natürlich nicht anders als auch dieses kleine Land wertzuschätzen und betend zu begleiten.
Shalom Israel aus ganzem Herzen!
Aber auch für die Nachbarländer und Gaza und Westjordanland bete ich. Und für Syrien, dem Libanon, dem Iran, Ukraine, Nordkorea, Afghanistan, Sudan, Nigeria usw. alle krisengeschüttelten Länder eben. Was kann ich auch anderes tun?
Im Augenblick geht es aber auch so verrückt zu in dieser Welt. Ich komme da nicht immer hinterher.
Einfach nicht genug Zeit. Familie ist jetzt dran. Der Platz an dem ich stehe.
@Eleonora
Sie machen alles richtig, Eleonora. Man kommt den Ereignissen dieser Welt nicht immer hinterher und man versteht auch nicht immer alles. Ihre Familie braucht Sie und meine Familie mich. Es ist nicht das Wichtigste, hier immer alles zu kommentieren. Aber es ist wichtig, dass Israel Beter hinter sich hat und all die anderen Länder, die Sie genannt haben und all jene Politiker, die diese Länder führen. Wir können nichts Sinnvolleres tun, als Jesus das anzuvertrauen, das wir lieben und nach seinem Wort zu leben. Ich wünsche Ihnen alles Liebe. Ella
@ Ella. Einen lieben Gruß zurück ins Schwabenländle. Ja, das kleine Land am Jordan, Israel, das werde ich ganz bestimmt nicht vergessen im Gebet. Ansonsten sind wir wachsam. Wir leben in einem Dorf in Niedersachsen. 20 Autominuten entfernt eine Großstadt mit einer kleinen jüdischen Gemeinde. Wir achten darauf wie es ihnen geht.
Staatspräsident Herzog sagte: „Die Nation muss sich nun zum nächsten Kapitel unserer Existenz als Volk erheben: Sich stark erheben, selbstbewusst auf unsere Weise, Hand in Hand, im Glauben an unseren Staat Israel – jüdisch und demokratisch – und ihn mit äußerster Hingabe bewachen, so wie Ran es tat.“ Liebe Israelis bitte vergesst nicht den Fels Israels, den allmächtigen Gott, der euch aus der Sklaverei in Ägypten geführt hat. Er will eure Stärke sein, Er will der Feind eurer Feinde sein – Erinnert euch an diesen allmächtigen Gott! Lieber Gruß Martin
Untertan, wir haben IHN nie vergessen, auch wenn wir nicht unablässig in die Synagoge, die Jeshiva oder die Mikwe rennen,um IHM zu huldigen oder uns von unseren Sünden befreien zu lassen.
SHABBAT SHALOM
Lieber Klaus, es geht um eine persönliche Beziehung zu Gott. Jesus sagt wer mich liebt, der liebt auch mein Wort (Bibel).
Schauen Sie, es ist so wunderschön zu wissen, dass der allmächtige Gott mein Vater, mein Papa ist, der mich über alles liebt, und sogar seinen Sohn, für meine Sünden in die Welt gesandt hat, Das ist Liebe – wunderbar.
Lieber Gruß Martin