Bericht: Tony Blair wird keine Rolle beim Gaza-Friedensrat spielen

Die Zusammensetzung des künftigen des Friedensrates für Gaza ist weiter spekulativ. Indes will die Hamas ihre Waffen nicht abgeben, sondern „einlagern“.
Von Israelnetz
Blair (l.) plädiert für einen „regionalen Ansatz“ in Nahost-Fragen

LONDON / WASHINGTON / JERUSALEM (inn) – Der frühere britische Premierminister Tony Blair wird nun doch keine führende Rolle im künftigen „Friedensrat“ für Gaza spielen. Nach einem Bericht der britischen Zeitung „Financial Times“ vom Montag haben mehrere arabische und muslimische Staaten Einwände gegen seine Ernennung geäußert. Ihm werde seine Beteiligung am Beginn des Irakkrieges 2003 zur Last gelegt.

Blairs Name wurde bereits im September von Donald Trump (Republikaner) ins Spiel gebracht. Der Brite habe denn auch schnell seine Bereitschaft signalisiert, mitzuwirken. Des Weiteren hatte er Trumps 20-Punkte-Plan als „mutig und intelligent“ bezeichnet. Statt Blair soll nun der frühere UN-Beauftragte für den Nahen Osten, Nickolay Mladenov, die Aufgabe übernehmen – als Vorsitzender eines Exekutivausschusses. Dieser soll künftig die Zusammenarbeit zwischen dem Friedensrat und einer palästinensischen Übergangsverwaltung koordinieren.

Die US-Regierung wies den Bericht allerdings als irreführend zurück. Blair sei nicht an den Rand gedrängt worden, teilte ein US-Vertreter mit. Vielmehr werde Blair dem Friedensrat zusammen mit Mladenov angehören.

Internationaler Friedensrat für Gaza

Die Schaffung eines „Friedensrates“ (Board of Peace) ist Teil des 20-Punkte-Plans von US-Präsident Trump zur Beendigung des Gazakrieges. Der Plan wurde am 17. November 2025 vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verabschiedet. Zuvor war am 10. Oktober eine – wenn auch fragile – Waffenruhe zwischen Israel und Gaza eingetreten.

Der Rat soll im Gazastreifen als internationale Übergangsverwaltung agieren und „einen strukturellen Rahmen für den politischen Übergang sowie die Koordinierung und Finanzierung des Wiederaufbaus setzen“, schreibt die deutsche „Konrad-Adenauer-Stiftung“ in ihrem Länderbericht zu Gaza. Den Vorsitz soll Trump übernehmen. Die Bekanntgabe weiterer Mitglieder soll noch vor den Feiertagen erfolgen, berichtete die israelische Zeitung „Jerusalem Post“ am Freitag.

Das Mandat soll bis 2027 dauern und alle sechs Monate an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen berichten.

Zweite Phase des Friedensplans vor der Umsetzung

Nach der Rückführung fast aller israelischer Geiseln soll in einer zweiten Phase des Friedensplans die Terror-Organisation Hamas entwaffnet und der Gazastreifen entmilitarisiert werden. Zudem soll eine internationale Stabilisierungstruppe für Sicherheit sorgen, während sich die israelische Armee weiter aus Gaza zurückzieht.

Welche Staaten sich an der Aufstellung der Truppen beteiligen werden, ist noch unklar. Bislang habe noch keine Regierung öffentlich bestätigt, Soldaten nach Gaza zu schicken, schreibt die „Financial Times“.

Bisher verweigert die Hamas entsprechende Schritte. Stattdessen schlägt sie vor, übriggebliebene Waffen „zu lagern“. „Wir können über das Einfrieren, Einlagern oder die Niederlegung [der Waffen] sprechen, mit palästinensischen Garantien, sie während der Waffenruhe nicht zu verwenden“, sagte der in der Türkei lebende Hamas-Vertreter Bassem Naim dem Nachrichtenportal „Associated Press“.

Es ist kaum zu erwarten, dass Israel sich auf diesen Vorschlag einlassen wird. Premierminister Benjamin Netanjahu (Likud) sagte am Montag dazu: „Wir können es auf dem leichten Weg machen, oder auf dem harten. Doch am Ende wird [die Entwaffnung] umgesetzt.“ (mw)

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7 Antworten

  1. Die Waffen Einlagern mit palästinensischen Garantien, sagt der in der Türkei lebende Massenmörder Hamas-Vertreter Bassem Naim.

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  2. Tony Blair ist eine GUTE AUsnahmeerscheinung bei Labour, und vielleicht war seine Nähe zu Israel entscheidend für die Ablehnung.
    Ich misstraue dem „Friedensrat“ Gaza. Israel hat auf jeden Fall mit Trump zusammen RICHTIG gehandelt, die erste Phase einzuleiten, um die 20 noch lebenden Geiseln zu retten. Lebensrettung steht über Vieles Andere.
    Aber nun, da die Hamas weiter stark ist und auch von Israel im Gegenzug zur Freilassung der Geiseln viele neue Kräfte zurückerhielt, sollte es VORSICHT geben, es darf KEINE ÜBERALTE Kompromisse geben, Israel muss hart bleiben und die eigene Sicherheit an erste Stelle bringen.
    Zepephania Kap.2 sollte immer berücksichtigt werden, Israel muss STARK SEIN und STARK HANDELN !

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  3. Ich hoffe es gibt einen dauernden Frieden TROTZ der Dreistigkeit und der Bosheit der Hamas. Die Menschen vor Ort brauchen Erholung und friedliches Aufblühen, der Hamas ist jedoch nicht zu trauen und die Verträge mit ihr sind hohl – schon ausgehöhlt bevor sie in Kraft treten?! Jedoch hat Israel auch in der Vergangenheit Frieden kreiert TROTZ der PLO. Die war auch böse und voller Hass und Tücke. *SHALOM
    Psalm 91:1-2
    Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt
    und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt,
    der spricht zu dem HERRN:
    Meine Zuversicht und meine Burg,
    mein Gott, auf den ich hoffe.

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  4. Soso, Hamas will die Waffen also nicht hergeben, sondern einlagern, jaja.
    Um dann, wenns sie wieder in den Fingern juckt, gleich wieder danach zu greifen
    Und wenn Schweine Flügel kriegen, werden sie mit Sicherheit irgendwann auch fliegen.
    SHALOM

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  5. Waffen einlagern, um sie zu gegebener Zeit wieder auszubuddeln und gegen Israel einzusetzen – das könnte denen so passen! Bibi, bleib standhaft!

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  6. „Mit palästinensischen Garantien…“ Welch‘ Hohn! Mörder garantieren, dass andere Mörder nicht morden. Nach dem 7.10. gibt es kein Vertrauen mehr! Es wird wohl der harte Weg sein, den Israel gehen wird.

    עם ישראל חי

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  7. Erdogan hat weder Ehre noch Glaubwürdigkeit. Er will um jeden Preis Vorturner in Nahost werden und nutzt dazu alle Möglichkeiten, auch solche weswegen er selbst für die famose EU abgelehnt wurde !

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