Bericht: Mehrere Palästinenser wegen Unterstützung für Souveränitätsplan verhaftet

Dürfen Palästinenser frei heraus sagen, was sie von den diversen Nahost-Plänen halten? Berichte über inhaftierte Palästinenser legen nahe, das dies nicht der Fall ist. Doch Aussage steht gegen Aussage.
Berichten zufolge ließ die Autonomiebehörde Palästinenser wegen einer Meinungsäußerung inhaftieren

Foto: Israelnetz/Elisabeth Hausen

Berichten zufolge ließ die Autonomiebehörde Palästinenser wegen einer Meinungsäußerung inhaftieren

RAMALLAH (inn) – Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) hat Berichten zufolge einige Palästinenser verhaftet, die die israelischen Souveränitätspläne befürworten. Sie waren mit ihren Äußerungen im israelischen Fernsehen zu hören. Die Autonomiebehörde bestreitet eine Festnahme.

Die Palästinenser waren Anfang Juni in einem Beitrag von „Kanal 13“ erschienen. Sie wurden mit versteckter Kamera gefilmt, ihre Gesichter und Stimmen unkenntlich gemacht. Ein Palästinenser sagte, er wolle einen israelischen Pass haben. Ein anderer meinte, nicht die Israelis, sondern deren Regierung sei der Feind. Ein dritter sagte, er würde Israel „wählen“.

Buntes Stimmenbild

„Kanal 13“-Reporter Zvi Jecheskeli teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, dass mindestens sechs Palästinener infolge des Berichts verhaftet wurden; das hätten ihm die jeweiligen Familien gesagt. Er zeigte sich überrascht, dass die Autonomiebehörde einige der Personen trotz Verschleierung offenbar ausfindig machen konnte. Für die Verhaftung fühle er sich verantwortlich.

Jecheskeli berichtet seit 25 Jahren aus den Autonomiegebieten. Seiner Beobachtung nach sind die israelischen Pläne vielen Palästinensern gleichgültig. Sie kritisierten vielmehr Korruption und Versagen bei ihren eigenen Regierungsbehörden.

Unklare Lage

Umfragen unter Palästinensern zeigen hingegen eine breite Gegnerschaft zu den Plänen. Etwa 88 Prozent sprachen sich Ende Juni gegen den Plan von US-Präsident Donald Trump aus; es kommt auch zu Protesten. Ein für den heutigen Dienstag geplanter Protestzug in Ramallah wurde wegen der Corona-Krise abgesagt.

Ob es nun tatsächlich zu Verhaftungen gekommen ist, ist indes unklar. Ein Verwandter eines Palästinensers bestätigte gegenüber AFP die Aussage des Journalisten Jecheskeli; er selbst befürworte ebenfalls eine israelische Staatsbürgerschaft. Der palästinensische Sprecher für Innenpolitik Ghassan Nimr sagte hingegen, es gebe keine Verhaftungen in diesem Fall.

Von: df

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