Bennetts Nachbarn fordern Umzug

Die Nachbarn des israelischen Regierungschefs Bennett sind die lautstarken Proteste gegen ihn leid. Sie wollen nun per Petition erreichen, dass er nach Jerusalem zieht.
In Ra'anana geht es zum Leidwesen einiger Einwohner zuweilen lautstark zu
In Ra’anana geht es zum Leidwesen einiger Einwohner zuweilen lautstark zu

RA’ANANA (inn) – Nachbarn des israelischen Regierungschefs Naftali Bennett fordern dessen Umzug nach Jerusalem in die offizielle Residenz. Sie haben dazu am Donnerstag eine Petition beim Obersten Gericht eingereicht. Grund dafür sind die verschärften Sicherheitsmaßnahmen und regelmäßige Proteste vor dem Wohnhaus des Jamina-Chefs in Ra’anana bei Tel Aviv.

Besonders seit Bennett Mitte Juni Regierungschef wurde, ist es zu zahlreichen Demonstrationen gekommen. Die Proteste richten sich gegen Bennetts Zusammenarbeit mit linksgerichteten oder arabischen Parteien. Aus Sicht der Protestler hat der 49-Jährige damit seine Wähler getäuscht. Aufgrund der Sicherheitsmaßnahmen müssen die Anwohner zudem mit gesperrten Straßen und Umleitungen leben.

Private Erwägungen

Bereits Ende Juni hatte der Bürgermeister von Ra’anana, Chaim Broyde (parteilos), dem zuständigen Gebietschef der Polizei das Problem geschildert. Er sprach von ohrenbetäubendem Lärm bei den Protesten durch Lautsprecher und Geschrei. Niemand schütze die Nachbarn, deren „einziges Verbrechen es ist, in der Nähe des Privathauses des Regierungschefs zu wohnen“.

Bennett hat seit Amtsantritt größtenteils weiter sein Wohnhaus genutzt. Er wolle nicht umziehen, damit seine Kinder etwa weiter auf ihre Schule gehen können. Zuletzt hatte er jedoch angekündigt, drei bis vier Nächte pro Woche in der Jerusalemer Residenz zu verbringen. Das berichtet die Nachrichtenseite „Times of Israel“. Ra’anana liegt etwa 80 Kilometer von Jerusalem entfernt.

Residenz mit Tradition

Bennetts Amtsvorgänger Benjamin Netanjahu (Likud) ist Mitte Juli aus der offiziellen Residenz in der Balfour-Straße ausgezogen. Dort war es in den letzten Monaten ebenfalls zu zahlreichen Protesten von Leuten gekommen, die ihn aus dem Amt haben wollten.

Die Residenz des Premierministers heißt nach ihrem Erbauer, dem Geschäftsmann Edward Agion, auch „Agion-Haus“. Es wurde Ende der 1930er Jahre im noblen Viertel Rechavia errichtet. Seit 1952 befindet es sich in Staatsbesitz und war zunächst Amtsitz des Außenministers. Seit 1974 dient es als Wohnsitz des israelischen Regierungschefs.

Von: df

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