Auf Alternativen für diplomatische Lösung mit Iran vorbereiten

Im ersten Interview des israelischen Militärs gegenüber einem bahrainischen Medium warnt ein Generalmajor vor dem Iran. Für die Abraham-Abkommen findet er lobende Worte – und nennt konkrete Länder, auf deren Beitritt er hofft.
Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on whatsapp
Share on email
Stellt sich auf eine Konfrontation mit dem Iran ein: Tal Kalman (Archivbild)

Foto: Fisher Institute

Stellt sich auf eine Konfrontation mit dem Iran ein: Tal Kalman (Archivbild)

MANAMA (inn) – Israel bleibt an einer friedlichen Lösung im Atomstreit mit dem Iran interessiert. Gleichzeitig bereite sich das Militär auf alternative Szenarien vor. Das sagte der Generalmajor Tal Kalman im Gespräch mit der bahrainischen Zeitung „Al-Ajam“. Es war das erste Interview, das ein Vertreter des israelischen Militärs einem Medium in dem Golfstaat gab. Dies berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“.

Kalman leitet bei der Armee das Direktorat für Strategie und den dritten Kreis. Es wurde im vergangenen Jahr gegründet, um iranischen Bedrohungen zu begegnen. Der Name bezieht sich auf die Praxis, Gefahren nach der geographischen Nähe einzustufen. Der erste Kreis umfasst Bedrohungen, die direkt an der Grenze lauern, wie von den Terrorgruppen Hamas und Hisbollah. Der zweite Kreis schließt unter anderem iranische Niederlassungen im Irak ein. Der Iran selbst bildet den dritten Kreis, weil er weiter von Israel entfernt liegt.

Warnung vor Wettrüsten in Nahost

In dem am Sonntag veröffentlichten Interview betonte Kalman, das iranische Atomprogramm sei eine Bedrohung nicht nur für Israel, sondern für die gesamte Welt: „Es würde ein Atomwaffenwettrüsten im Nahen Osten geben, weil andere Länder auch eine Atomwaffe erlangen wollen würden.“ Israel selbst hat offiziell weder geleugnet noch bestätigt, dass es im Besitz von Nuklearwaffen ist.

Der Generalmajor sagte weiter: „Wir glauben immer noch, dass eine diplomatische Lösung nötig ist.“ Nach israelischer Auffassung sei es „mit den richtigen Schritten, die unnachgiebig sein müssten“ möglich, den Iran an den Verhandlungstisch zurückzubringen.

Israel bereite sich aber für Alternativen vor, fügte Kalman hinzu: „Teil meiner Aufgabe ist es, israelische Pläne und Fähigkeiten für einen Konflikt mit dem Iran zu entwickeln. Wir wollen keinen Konflikt, wir wollen keinen Krieg. Wir wollen diese Angelegenheit diplomatisch lösen. Aber wenn man eine Seite vor sich hat, die aggressiv ist, die militärische Fähigkeiten aufbaut, müssen wir uns für andere Szenarien vorbereiten.“

Lob für Abraham-Abkommen

In dem Interview lobte Kalman die Abraham-Abkommen zwischen Israel und arabischen Staaten. Den Anfang hatten im September 2020 die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain gemacht. Marokko und der Sudan schlossen sich an. Die Abkommen stellten eine bedeutsame Gelegenheit für einen „neuen Nahen Osten“ dar, sagte er. „Wenn sich Israel in der Vergangenheit auf den Grundsatz verlassen hat, dass wir uns selbst verteidigen müssen, haben wir unsere Strategie nun geändert, um mit unseren Partnern zusammenzuarbeiten. Denn wir haben Partner in der Region.“

Der Generalmajor ergänzte, die Abkommen öffneten den Weg „für eine moderate Allianz von Israel, Bahrain, den Emiraten, Jordanien, Ägypten und anderen Ländern, die sich in Zukunft anschließen könnten, gegen die extremistische Achse in der Region“. Diese werde vom Iran angeführt, der Vertretungen im Libanon, in Syrien, im Jemen und im Irak habe.

Auf kurze Sicht hofft Kalman nach eigener Aussage, enger mit seinen bahrainischen Kollegen und anderen im Golf zusammenzuarbeiten, um sich dem Iran entgegenzustellen. Auf längere Sicht würden sich hoffentlich weitere Länder anschließen – wie der Oman, Katar und Saudi-Arabien. Es gelte, Länder mit den gleichen Zielen zusammenzubringen, „die Frieden, Stabilität und Gedeihen im Nahen Osten anstreben“.

Von: eh

Schreiben Sie einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.