ASCHDOD (inn) – Ein städtischer Angestellter hat am Strand von Aschdod eine seltene Münze aus dem antiken Zypern entdeckt. Der 2.500 Jahre alte Zufallsfund ist besonders: Eine solche Münze wurde zum ersten Mal überhaupt in Israel gefunden, sagen die Archäologen.
Der glückliche Finder ist Avi Chaprak, der stellvertretende Leiter der Abteilung für Strände in Aschdod. Eigentlich war er dabei, aufzuräumen. Chaprak sammelt ein, was Strandbesucher verlieren: Schmuck zum Beispiel oder die Schlüssel. Die antike Münze war etwas anders. Das sei ihm sofort klargeworden, sagte er gegenüber der israelischen Nachrichtenseite „Times of Israel“. Deshalb kontaktierte er umgehend die Altertumsbehörde.
Die Experten fanden heraus, dass die elf Gramm schwere Münze aus dem 5. Jahrhundert vor Christus stammte und in der antiken zyprischen Stadt Salamis geprägt wurde. Damals stand Zypern unter der persischen Herrschaft. Heute liegt die Ausgrabungsstätte in der international nicht anerkannten Türkischen Republik Nordzypern.
Versilberte Münzen galten als Fälschungen
Bei dem Fund handelt es sich um ein sogenanntes Fourrée (gefüllt). So bezeichnen Münzexperten antike Fälschungen. Eigentlich bestanden Münzen im 5. Jahrhundert vor Christus aus massivem Silber. Diese allerdings wurde aus einem unedlem Metall gefertigt und anschließend versilbert. Fourrées konnten auch das Produkt einer staatlichen Notprägung sein.
Ein bekanntes Beispiel dafür sind Münzen aus Athen gegen Ende des Peloponnesischen Krieges (431-404 vor Christus). Damals besetzte Sparta die Silberminen des Stadtstaats. Weil den Athenern nach und nach das Edelmetall ausging, fingen sie an, das Zahlungsmittel aus Bronze zu fertigen und es dann mit einer dünnen Silberschicht zu überziehen.
In der Bevölkerung waren sie damals sehr unbeliebt. Der Dichter Aristophanes machte sich sogar in einer Komödie über diese „minderwertigen“ Münzen lustig. Auch das antike Zypern litt unter einem Silbermangel, weshalb Münzen aus der Zeit in der Regel „nur“ versilbert wurden.
Erkenntnisse zu Handelsbeziehungen
Der Archäologe Janniv David Levy von der Münzabteilung der Israelischen Altertumsbehörde erklärte in einer Stellungnahme, dass der Fund „in jeder Hinsicht untypisch“ sei. Zum einen seien ganze Münzen aus der Zeit der Persischen Herrschaft selten, weil „echte“ Silbermünzen in der Regel zerteilt und die Stücke dann im lokalen Handel genutzt wurden.
Zum anderen finde man ganze Münzen, wenn überhaupt, dann im Landesinneren und nicht an der israelischen Küste. Laut der griechischen Münzexpertin Evangeline Markou kann der Münzfund von Aschdod „möglicherweise neue Erkenntnisse zu Handelsbeziehungen zwischen Zypern und Israel“ in der Antike liefern.
Indes erhielt Avi Chaprak von der Altertumsbehörde ein Zertifikat. Damit bedankte sich die Behörde für seine Ehrlichkeit. Ein seltenes Gut in der Antiquitätenszene, die immer wieder von Schmuggelaffären heimgesucht wird. Für den städtischen Angestellten war die Übergabe der Münze an die Behörde jedoch Ehrensache: „Wenn ich durch diese Tat einen kleinen Teil zur Forschung und Geschichte Israels beitragen konnte, dann ist das für mich eine große Ehre“. (mw)
Ein Kommentar
Falschgeld von vor 2500 Jahren ! Manche Dinge ändern sich nie 🙂