Anti-israelische Aktionen bei Jugendtreffen in Sotschi

Bei den Weltfestspielen in Sotschi sind Araber mit anti-israelischen Sprüchen und Aktionen aufgefallen. Auch der Versuch einer Vermittlung scheiterte.
Große Bühne in Sotschi: Die Weltfestspiele hatten einen anti-israelischen Beigeschmack

Foto: WFYS 2017|ВФМС 2017‏, Twitter

Große Bühne in Sotschi: Die Weltfestspiele hatten einen anti-israelischen Beigeschmack

SOTSCHI (inn) – Palästinenser, Syrer und Libanesen haben in der russischen Stadt Sotschi die israelische Flagge verbrannt und „Tod für Israel, Tod den Juden“ gerufen. In der Stadt am Schwarzen Meer finden seit vergangenem Samstag die 19. Weltfestspiele der Jugend und Studenten des sozialistisch geprägten Weltbunds der Demokratischen Jugend statt.

Die Israelis waren mit zwei Delegationen angereist: Die erste Delegation besteht aus Mitgliedern der Kommunistischen Partei in Israel. Die Mitglieder der zweiten Delegation bilden das gesamte politische Spektrum in Israel ab; Vertreter des Likud oder der Zionistischen Union sind hier dabei. Diese Zusammensetzung war mit der russischen Botschaft in Israel abgesprochen, sorgte bei den Organisatoren der Weltfestspiele jedoch für Unmut. Bei der Eröffnungszeremonie durfte die Delegation keine israelische Flagge führen. Das berichtet die israelische Tageszeitung „Yediot Aharonot“.

Protest der Kommunistischen Partei

Noa Ginosar von der israelischen Botschaft in Russland erklärte der Zeitung, es habe mehrere anti-israelische Vorfälle bei dem Festival gegeben; auch israelische Araber hätten sich daran beteiligt. Die russische Polizei habe die Beteiligten in diesem Zusammenhang auch befragt. Eine Vermittlung zwischen den Delegationen sei allerdings gescheitert. Die Araber hätten den Raum verlassen, als sie die Israelis sahen. „Sie erklärten den russischen Vertretern, sich mit Israelis zusammenzusetzen gelte bei ihnen zuhause als Kriegsverbrechen“, sagte Ginosar.

Die Kommunistische Partei in Israel veröffentlichte zudem am Donnerstag eine Stellungnahme, in der sie gegen die Einladung der zweiten Delegation protestiert. Die Teilnahme dieser „reaktionären Kräfte“ widerspreche den Idealen der Weltfestspiele. Die Kommunisten beklagen außerdem Sanktionen der Sicherheitskräfte „gegen Kameraden aus dem Libanon und Palästina“.

Die Weltfestspiele der Jugend und Studenten finden seit 1947 in unregelmäßigen Abständen statt. Daran nehmen meist linke oder kommunistisch ausgerichtete Jugendorganisationen, etwa von Parteien, teil. Die Jugendlichen musizieren, feiern und diskutieren. Nach Angaben der Organisatoren sind mehr als 25.200 Jugendliche nach Sotschi gekommen, die Hälfte davon stammt aus Russland.

Von: df

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