„Al-Dschasira“ entlässt zwei Journalisten nach Holocaust-Äußerung

Der Sender „Al-Dschasira“ entledigt sich zweier Journalisten, die in einem Video den Holocaust relativiert haben. Inhalte dieser Art gehörten nicht zu den eigenen ethischen Standards, teilte der Sender mit.
Nach einem Video zum Thema Holocaust hat „Al-Dschasira“ einer Journalistin gekündigt

Foto: MEMRI; Screenshot „Times of Israel“

Nach einem Video zum Thema Holocaust hat „Al-Dschasira“ einer Journalistin gekündigt

DOHA / JERUSALEM (inn) – Der katarische Nachrichtensender „Al-Dschasira“ hat am Sonntag zwei Journalisten suspendiert, weil diese in einem Video behauptet hatten, Israel sei der größte Nutznießer des Holocaust. Zudem sagten sie, Juden würden es mit den Holocaust-Opferzahlen übertreiben. Das Narrativ von sechs Millionen Opfern habe sich die zionistische Bewegung „zu Eigen gemacht“. Der Sender hat das arabischsprachige Video am Samstag gelöscht.

Auf den Vorfall hatte auch das Nahost-Medien-Forschungsinstitut MEMRI aufmerksam gemacht, wie die israelische Onlinezeitung „Times of Israel“ berichtet. In einer Reaktion sagte der Leiter des Digitalbereiches von „Al-Dschasira“, Jasser Bischr, die Äußerung widerspreche den ethischen Vorgaben des Senders. Das Video sei ohne die notwendige Kontrolle veröffentlicht worden, teilte der Sender weiter mit. Man werde nun die Arbeitsabläufe einer Prüfung unterziehen.

Israel: „Al-Dschasira“ schürt Israelhass

Das israelische Außenministerium beanstandete das Video am Samstag, als es noch online war. Inhalte dieser Art führten dazu, dass junge Araber Israel hassen, teilte es mit. Die Löschung des Materials begrüßte das Ministerium indes. Dessen Sprecher Emmanuel Nachschon schrieb auf Twitter: „Dieses Video, das den Holocaust leugnet, hätte gar nicht produziert werden sollen. Gut, dass Sie es gelöscht haben.“

Israel erwog im Jahr 2017, das Jerusalem-Büro des Senders schließen zu lassen. Als Grund nannte Kommunikationsminister Ajub Kara, der Sender schüre mit seiner Berichterstattung Hetze und Gewalt; einem Journalisten wurde vorgeworfen, sich mehr als Aktivist denn als Journalist zu sehen. Doch Ende August fiel nach Rücksprache mit den Journalisten die Entscheidung, den Betrieb des Büros weiter zuzulassen.

Der 1996 gestartete Sender hat seinen Sitz in der katarischen Hauptstadt Doha. Das Emirat finanziert den Betrieb. Es unterhält gute Beziehungen zur Terror-Organisation Hamas im Gazastreifen und zum Iran. Die anderen Golfstaaten richteten wegen Terrorunterstützung im Jahr 2017 Sanktionen gegen den Wüstenstaat ein.

Von: df

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