Sohn libanesischer Flüchtlinge im diplomatischen Nachwuchsprogramm

Mit neun Jahren flüchtet Jonathan Elkhoury aus dem Libanon nach Israel. Die Terrormiliz Hisbollah bedrohte seine Familie. Jetzt schlägt er eine diplomatische Karriere in Israel ein.
Von Israelnetz
Jonathan Elkoury

JERUSALEM (inn) – Der aus dem Libanon stammende Christ Jonathan Elkhoury ist in das israelische Kadettenprogramm für Diplomaten aufgenommen worden. Der Sohn eines ehemaligen Mitglieds der Südlibanesischen Armee (SLA) ist der erste Vertreter aus dieser Bevölkerungsgruppe, der die prestigeträchtige Ausbildung antritt.

Nur rund 2 Prozent der Bewerber erhielten eine Zusage. Elkhoury wird als einer von insgesamt 36 Anwärtern das sechsmonatige Intensivtraining für den diplomatischen Dienst absolvieren.

Der Schritt sei die Fortsetzung des Bündnisses, das seine Eltern bereits in den 1970er und 1980er Jahren mit dem Staat Israel eingegangen seien, erklärte Elkhoury in einem Beitrag auf Instagram. Die Gründung der SLA habe das Ziel „von Frieden und guter Nachbarschaft“ mit Israel verfolgt. Die nachfolgende Generation, zu der er gehöre, erlebe dies nun „in einem Land, das zu meiner offiziellen und unbestrittenen Heimat geworden ist“.

Geflüchtet aus dem Libanon

Elkhoury wurde im Libanon in eine christliche Familie hineingeboren. Sein Vater diente in der Südlibanesischen Armee, die mit Israel während des libanesischen Bürgerkriegs (1975-2000) zusammenarbeitete. Nachdem die israelische Armee den Südlibanon im Mai 2000 verließ, zerfiel die SLA und Elkhourys Familie, bedroht von der Terrormiliz Hisbollah, floh nach Israel.

Der 34-Jährige ist in Israel kein Unbekannter: Seit mehr als einem Jahrzehnt engagiert er sich auf internationaler Ebene für den jüdischen Staat. So bereiste er etwa mehrfach die USA und debattierte öffentlich mit Studenten über die israelische Gesellschaft.

Zudem klärt er über die SLA-Flüchtlinge auf und ist als offen schwuler Mann für die arabische LGBTQ+-Gemeinschaft in Israel aktiv. Er sei stolz darauf, Israel nun „offiziell, als Teil des hervorragenden diplomatischen Teams des Außenministeriums, zu vertreten“. (mw)

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Ein Kommentar

  1. Jeglicher Vorwurf an Israel, rassistisch zu sein, dürfte jetzt in die Tonne gekloppt werden. Ein Libanese findet Heimat in Israel, wird als Christ und schwul akzeptiert und macht eine diplomatische Ausbildung. Wo gibt’s denn sowas?

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