AMMAN / DAMASKUS (inn) – Nach einem tödlichen Anschlag auf Kirchenbesucher in Jordanien hat das Haschemitische Königreich am Montag Ziele in der syrischen Provinz Dar’a angegriffen. Damaskus verurteilte die Angriffe und schloss vorübergehend den Grenzübergang Nasib in beide Richtungen. Die Schließung ist zunächst nur für den Dienstag angekündigt.
Der jordanische Angriff auf das Nachbarland folgte auf die Verhaftung von drei Männern, die für den Anschlag auf die griechisch-orthodoxe Kirche in Hammud in der Provinz Karak verantwortlich sein sollen. Die Operation „Jordanische Abschreckung – Hammud“ sei die Vergeltung für den Anschlag, teilte die Armee mit.
Am Freitag hatten Bewaffnete das Feuer auf die Trauergäste einer Beerdigung in der St.-Georgs-Kirche eröffnet und neun Menschen getötet. König Abdullah II. verurteilte den Angriff scharf und drohte Vergeltung an. Anschläge auf Kirchen sind in Jordanien selten. Christen machen etwa 2 bis 3 Prozent der Bevölkerung in dem Haschemitischen Königreich aus.
Syrien verurteilt Luftschläge
Die drei Verdächtigen stehen in Verbindung zur Terrormiliz „Islamischer Staat“, erklärte Jordaniens Regierungssprecher Mohammad al-Momani in einer Pressemitteilung. Weiterhin teilte er mit, dass die jordanischen Streitkräfte bei den Angriffen mehr als zwanzig Terroristen töteten und ein großes Waffendepot zerstörten. Syrische Behörden sprechen hingegen von acht getöteten Zivilisten, darunter sollen mindestens drei Kinder sein.
Syriens Außenministerium verurteilte den Angriff der jordanischen Streitkräfte und erklärte, ihr Vorgehen verletze die syrische Souveränität. Zugleich übte es scharfe Kritik am terroristischen Anschlag auf die St.-Georgs-Kirche in Jordanien und bezeichnete ihn als „heimtückisch und kriminell“.
Eine Eskalation wollen beide Länder indes vermeiden. Sie betonten die „brüderlichen Beziehungen“ zueinander. Dem syrischen Außenministerium zufolge wird derzeit über die Gründung eines gemeinsamen Einsatz- und Sicherheitsausschusses mit Jordanien gesprochen. Al-Momani bestätigte dies auf Instagram. Das Königreich unterstütze Syriens Sicherheit, territoriale Einheit und inneren Zusammenhalt, fuhr er fort.
Im April 2026 hatten Syrien und Jordanien eine Reihe bilateraler Abkommen über eine wirtschaftliche und strategische Zusammenarbeit geschlossen. Zudem unterzeichneten sie zusammen mit der Türkei eine Absichtserklärung über die Wiederbelebung der historischen Hedschasbahn. (mw)
Ein Kommentar
Jordanien fliegt Luftangriffe auf Syrien. Muss das sein? Ja.