Israelis wegen Betrug im Gazakrieg festgenommen

Sicherheitskräfte und Steuerfahnder nehmen 21 Israelis fest. Den Verdächtigen wird ein millionenschwerer Betrug bei Militäreinsätzen im Gazastreifen vorgeworfen.
Von Israelnetz

JERUSALEM (inn) – Polizei, Armeekräfte und Steuerfahnder haben am Dienstagvormittag landesweit 21 Israelis festgenommen, denen millionenschwerer Betrug bei Militäreinsätzen im Gazastreifen vorgeworfen wird. Im Einzelnen geht es um gewerbsmäßigen Betrug, Bestechung und Geldwäsche.

Unter den Festgenommenen befinden sich Bauunternehmer und Soldaten. Im durch den 7. Oktober 2023 ausgelösten Krieg sollen die Beschuldigten Berichte über den Einsatz von schweren Baumaschinen gefälscht und Gelder veruntreut haben.

Falsche Abrechnungen und Treibstoffdiebstahl

Den Ermittlungen der nationalen Polizeieinheit für den Kampf gegen Wirtschaftskriminalität zufolge nutzten die Unternehmer das logistische Chaos des Krieges systematisch aus. Demnach haben sie Dienstleistungen fingiert, indem sie den Auftragnehmern gefälschte Rechnungen ausstellten; etwa für nicht geleistete Arbeitsstunden von schwerem Gerät im Gazastreifen.

Weiterhin wurden mutmaßlich fünf Berufsunteroffiziere der israelischen Armee bestochen, um die unvollständige Durchführung von Bauarbeiten zu decken. Außerdem wird den Israelis vorgeworfen, in großem Maß Treibstoff aus Armeebeständen entwendet zu haben. Nach Angaben der Ermittler beläuft sich der finanzielle Schaden auf mehrere Millionen Schekel.

Die Verdächtigen kamen zunächst zur Vernehmung in die Zentrale der zuständigen Polizeibehörde Lahav 433 in Lod. Die Militärangehörigen wurden anschließend vor das Militärgericht von Beit Lid gebracht, die Zivilisten vor das Magistratsgericht Be’er Scheva. Die Richter prüfen die Möglichkeit einer Verlängerung der Untersuchungshaft.

Weiterer Korruptionsfall im Kriegsgebiet

Die Ermittlungsbehörden teilten mit, dass sie weiterhin zusammenarbeiten werden, um den Fall gründlich zu untersuchen. Sie fügten hinzu, dass ihre Bemühungen darauf abzielen, das gesamte Ausmaß des mutmaßlichen Fehlverhaltens aufzudecken und sicherzustellen, dass alle an dem vermuteten Missbrauch von Kriegsgeldern Beteiligten zur Rechenschaft gezogen werden.

Bereits im Februar gab es eine Klage wegen Bestechung und Steuervergehen im Umfeld der militärischen Operationen. Gegen Bezalel Sini, den Bruder des Inlandsgeheimdienstchef David Sini, wurde Anklage erhoben und vorgeworfen, unter Ausnutzung der Kriegslage Zigarettenschmuggel im großen Stil in den Gazastreifen betrieben und dafür Bestechungsgelder in Millionenhöhe kassiert zu haben. (mh)

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5 Kommentare

  1. Israelis wegen Betrug im Gazakrieg festgenommen. Es gilt auch in diesem Fall die Unschuldsvermutung. Die israelischen Richter, die besten von allen, werden sicherlich richtig urteilen.

  2. Der Rechtsstaat funktioniert entgegen aller anderslautenden Behauptungen – sogar im Krieg. Israel ist ein Rechtsstaat. Gott sei Dank!

  3. Shalom,-Albert Nola@- Hier gilt keine Unschuldsvermutung.Die Beweise sind da und hib und stichfest!(Habe persöhnliche Bestätigung aus IDF-Kreisen aus Israel) Jerusalem

  4. Jerusalem, auch meine Leute haben mir von derlei schon berichtet, Kriegsgewinnler, korrupte Aasgeier, Knochenpicker und Hyänen gibt es eben auch in Israel. Ich kann auch immer nur wiederholen, wir Juden sind keine Heiligen, und auch bei uns gibt’s nen ganzen Zoo an Schurken und Charakterschweinen. Damit gibt es nur wenige Unterschiede zu anderen Nationen, nur bei uns wird besonders genau hingeschaut und man erwartet von uns, wozu man selber nicht in der Lage oder Willens ist.
    SHALOM

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