KIRIAT SCHMONA (inn) – Bei einem Schulausflug in Nordisrael ist am Montag ein 13-jähriger Israeli durch eine Explosion zu Tode gekommen. Diese wurde durch ein Geschoss der Terrorgruppe Hisbollah aus dem Libanon ausgelöst. Den Blindgänger fanden die Schüler nahe der israelisch-libanesischen Grenze, südlich von Kiriat Schmona. Offenbar handelte sich um einen Sprengkörper von einer Grad-Rakete, der nach dem Abschuss nicht explodiert war.
Am Dienstag wurde der Name des Toten bekannt: Es handelt sich um Elasar Jair Wilensky. Er hinterlässt seine Eltern sowie vier ältere Geschwister. Elasar war passionierter Fechter; er galt als einer der Besten seiner Altersgruppe in Israel, schreibt die Nachrichtenseite „Times of Israel“.
Geschoss herumgereicht
Der Vater eines der Schüler, Elijahu Galil, erzählte dem Sender „Kanal 13“, sein Sohn habe nach eigener Aussage „Dinge gesehen, die man nicht sehen sollte“. Demnach habe ein Teil der Schüler das Geschoss festgehalten und herumgereicht. „Einige machten Bilder davon.“
Andere Schüler hätten gesagt, der Tote sei der Finder. Er habe den Blindgänger zum Fotografieren hinübergebracht. Einem Bericht des Senders „Kan“ zufolge ergab eine erste Untersuchung, dass der Schüler das Geschoss in die Tasche gesteckt hatte, wo es explodierte.
Bei der Explosion wurden zudem 24 Schüler verwundet, fünf von ihnen sehr schwer. Die Verletzten wurden in Krankenhäuser in den Städten Haifa, Safed (Zefat) und Naharia eingeliefert. Israelische Medien berichten, die Schüler hätten sich direkt nach der Explosion gegenseitig Erste Hilfe geleistet. Sie hätten Wunden mit Gürteln und Strümpfen abgebunden und in einem Fall eine Herz-Lungen-Reanimation vorgenommen.
Explosion nach dem Nachmittagsgebet
Die Schüler kamen aus mehreren Klassen der ORT-Ma’alot-Schule und gehörten verschiedenen Altersstufen an. Im Rahmen eines besonderen Projektes wollten sie drei Tage auf dem Israel-Pfad wandern.
Elijahu Galil sagte: „Sie waren beim Mincha-Gebet. Das persönliche Gebet endete, und plötzlich war eine sehr starke Explosion zu hören.“ Sein Sohn habe hinter einem Baum gebetet, deshalb sei er nicht verletzt worden. Mincha ist das mittlere der drei jüdischen Tageszeitengebete und wird am Nachmittag gesprochen.
Nach Galils Einschätzung wussten die Jugendlichen nicht, dass es sich um ein Stück von einer Waffe handelte: „Kein Mensch, der begreift, dass er Sprengstoff in den Händen hält, würde ihn in der Hand behalten. Wer den Gegenstand fand, dachte, dass er ein besonderes Souvenir habe. Wir alle waren Kinder, wir alle erinnern uns, was drei Jahre Krieg bedeuten. Und dann gehst du durch den Wald und findest etwas, also sagst du: ‚wow‘, ich werde eine physische Erinnerung an meine Erlebnisse haben.“
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Das Gesundheitsministerium eröffnete im Siv-Krankenhaus in Zefat ein Behandlungszentrum für Betroffene, die unter Stresssymptomen leiden. Dort arbeiten Teams, die sich auf die seelische Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen spezialisiert haben.
Nationalfonds: Strecke ist gesperrt
Untersucht wird nun, wie es zu der Entscheidung kam, die Wanderung in dem Gebiet zu genehmigen. Der Jüdische Nationalfonds (KKL-JNF) hat nach eigenen Angaben vor „Kriegsschäden“ gewarnt. Der Vorsitzende Ejal Ostrinsky sagte dem Armeesender, der betreffende Pfad sei gesperrt. Er verstehe nicht, warum das Bildungsministerium die Strecke für die Wanderung freigegeben habe.
Bis Ende Juni hätten seine Mitarbeiter dort überhaupt nicht arbeiten können, sagte er. „Erst am 26. Juni gingen wir hinein, um jenen Wald zu rehabilitieren.“ Nur der Pfad selbst sei schon wiederhergestellt, aber nicht das umliegende Gebiet. Die Information habe der Nationalfonds an alle Partner weitergegeben, sie sei nach allem, was er wisse, im Einsatzraum des Ministeriums angekommen: „Sie haben auch den KKL-JNF gefragt, ob die Stätte wieder offen sei. Die Antwort war ‚nein‘.“
Ministerium: Bewilligter Pfad kreuzt Sperrgebiet nicht
Am Dienstag veröffentlichte das Bildungsministerium eine Stellungnahme. Darin betont es, die für den Ausflug bewilligte Strecke kreuze das verbotene Gebiet nicht. Die Gruppe habe vielleicht den vorgesehenen Pfad verlassen. Das Ministerium habe im Einklang mit den Beschränkungen des Nationalfonds’ Aktivitäten im Gebiet wegen der kriegsbezogenen Schäden verboten.
Zudem habe das Ministerium ausdrückliche Sicherheitsrichtlinien ausgegeben, heißt es weiter. Dazu gehöre ein strenges Verbot, Raketentrümmer oder nicht explodierte Geschosse zu berühren. Eine weitere Anweisung laute: Solche Funde seien sofort zu melden.
Das Bildungsministerium hat das Militär nun angewiesen, alle Pfade an der libanesischen Grenze nach möglichen weiteren Geschossen abzusuchen. Die Strecke, auf der die Schüler unterwegs waren, wird derweil von Armee, Polizei und Ministerium untersucht. Alle für Dienstag und Mittwoch geplanten Schulausflüge im Norden wurden abgesagt, die Sicherheitsanweisungen verschärft – „mit einer Betonung auf der Gefahr durch nicht explodierte Geschosse überall in Israel“.
Der Vater des unversehrten Schülers, Galil, indes fasste die Tragödie so zusammen: „Der Ausflug wurde zu einem schmerzlichen Vorfall mit tödlichem Ausgang.“ (eh)
7 Kommentare
Das sind die Nachwirkungen dieses leidigen Krieges. Korrektur: Bei dem Geschütz handelt es sich um ein Geschoss! Mit einem Geschütz werden Geschosse abgefeuert!
Danke, ist geändert.
@Roland Schanzer
Nein, das sind die Nachwirkungen einer Feuerpause, der Waffenruhe mit der Terror-Organisation Hisbollah.
Netanjahu war dagegen, wir waren dagegen.
Shalom,-Albert Nola@-Ich war nicht dagegen.Also bitte nicht „WIR“!!!Bitte inZukunft nicht meine Meinung hier öffentlich kund zu tun!!! Bin genug alt um selbst zu Bestimmen und dies hier mit zu teilen. Jerusalem
Lieber Jerusalem, bester Hundehalter von allen, gemeint ist mit „wir“ nur meine Ehefrau , unseren Bischof, unser Hauspersonal.
Das ist in der Tat eine Tragödie.
Ich wünsche den verletzten Schülern vollständige Genesung und mein Beileid den Angehörigen des toten Schülers.
Das Gebiet Nordisrael ist zu unsicher für Schulausflüge, nur auf untersuchte und geräumte Pfade bleiben.
Unfassbar. Mir ist etwas Ähnliches passiert, hatte aber auf ganzer Linie Glück.