PHILADELPHIA (inn) – Eine jüdische Aktivistin im US-Bundesstaat Pennsylvania hat gestanden, eine falsche Identität vorgetäuscht zu haben. Die Highschool-Lehrerin Hannah Gann gab vor, palästinensische und tunesische Wurzeln zu haben. In dieser Rolle setzte sie sich für „Palästina“ und die Rechte schwarzer Menschen ein. Dass sie selbst jüdisch ist, ihre Verwandten als Siedler im Westjordanland leben und nach gängiger US-Einordnung als Weiße gilt, verheimlichte sie über Jahre.
Öffentliche Stellungnahmen
Die Aktivistin engagierte sich in den Organisationen „Philly-Pädagogen für Palästina” (PEFP) und „Organisationskomitee für Rassengerechtigkeit” (RJOC). Sie konstruierte ihre falsche Identität ohne das Mitwissen der Kollegen. Nachdem Mitglieder der Organisation PEFP erfuhren, dass Gann ihre palästinensische Herkunft vorgetäuscht hatte, konfrontierten sie sie damit. „Nach einstündiger Diskussion gab Hannah endlich zu, gelogen zu haben“, schreiben die beiden Gruppen dazu am 19. September in einer gemeinsamen Stellungnahme.
Weiter heißt es: „Wir sind bestürzt, traurig und wütend über diesen Verrat.“ Die Organisationen würden in Zukunft nicht mehr mit Gann zusammenarbeiten und sie sei dort nicht mehr willkommen.
Hannah Gann selbst äußerte sich auf ihrem inzwischen gelöschten Instagram-Konto zu den Umständen. In einem Video erklärte sie, „jeden“ in ihrem Bekanntenkreis belogen zu haben. Sie habe ihren familiären Hintergrund vor PEFP und ihr Engagement vor ihrer Familie geheim gehalten. An ihren Überzeugungen habe sich aber nichts geändert.
„Ich glaube nach wie vor an jede Sache, die ich je unterstützt habe, an den fortwährenden Kampf für Gerechtigkeit und an die Rechtmäßigkeit der Befreiung aller unterdrückten Völker“, sagte sie in dem Video. „Ich glaube nach wie vor, dass ihre die wahre Geschichte ist und meine nur eine kranke, verblendete Ablenkung.“
Schon vorher unter Beobachtung
Als Aktivistin war Gann bereits zuvor aufgefallen. Im Februar 2024 warnten Kritiker vor ihr. Auf einer mobilen Leinwand zeigten sie ein Foto von ihr mit Kuffija und der Aufschrift „Hannah Gann – Lehrerin der 10. Klasse und Philadelphias führende Antisemitin“. Dass sie ihre eigene jüdische Identität verheimlichte, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt.
Das „Nordamerikanische Werteinstitut“ (NAVI), das sich laut eigenen Angaben gegen „extremistische Ideologie“ und Antisemitismus im Schulsystem einsetzt, hatte außerdem bereits im Dezember 2025 vor der Organisation PFEP gewarnt. NAVI veröffentlichte Screenshots der Chatgruppe von Hannah Gann und Kollegen. Unter anderem lädt Gann darauf in Nachrichten zu pro-palästinensischen „Aufmärschen für Wut und Widerstand“ am 7. Oktober ein, die an die palästinensischen „Märtyrer“ erinnern sollen.
Gann entschuldigte sich nicht für ihre Positionen, sondern nur für die Täuschung. Aufgrund dieser Täuschung haben die Organisationen, in denen sie aktiv war, die Zusammenarbeit beendet. (jcf)
4 Kommentare
Aktivistin Hannah Gahn beste Freundin von Judith Butler?
Wie bescheuert kann man sein ? Eigentlich kann sie einem leid tun, soviel Selbsthass muss schwer zu tragen sein.
Auch jemand, den ich als Quisling und Kollaborateur bezeichne. Sie mag ihre Überzeugungen haben, dann sollte sie aber auch ihre Wurzeln nicht verheimlichen, aber es hat vielleicht auch etwas Gutes an sich, in den antisemitischen Organisationen könnte damit Misstrauen gegen die eigenen Mitglieder gesät
sein. Kein weiterer Kommentar von meiner Seite dazu nötig.
SHALOM
Es gibt eben Menschen, die kommen mit ihrer von Geburt erworbenen Identität nicht zurecht und wollen daher jemand anders sein.