Laubhüttenfest: Christen bekunden Solidarität mit Israel

Zur Jahreskonferenz der ICEJ kommen Christen aus aller Welt. Sie stehen an der Seite des jüdischen Volkes. Eine bemerkenswerte Aussage trifft der Botschafter der Fidschi-Inseln.
Von Merle Hofer
ICEJ Vitusagavulu

Unter dem Titel „Der HERR brüllt aus Zion“ veranstaltet die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem (ICEJ) ihre Jahreskonferenz zum Laubhüttenfest. Nach Angaben des Veranstalters nehmen mehr als 2.000 Christen aus mehr als 70 Ländern an der Konferenz teil. In Seminaren ermutigen sie sich gegenseitig und auch Israelis. Sie sprechen darüber, wie sie mit Antisemitismus im Alltag umgehen können und hören von den Herausforderungen, mit denen Israel zu kämpfen hat.

In der Stadthalle gibt es Lobpreis- und Lehrveranstaltungen zu Israel und der Bibel. Besucher erhalten Informationen darüber, wie die Menschen aus den Nationen mit Israel in Verbindung bleiben können.

Eine Million Schekel für Nir Os

Jürgen Bühler, Präsident der ICEJ, sowie der stellvertretende Präsident und langjährige Pressesprecher und David Parsons machten deutlich, dass die Unterstützung durch Christen für Israel gerade jetzt wichtig sei. In den vergangenen Jahren habe die Botschaft immer wieder Projekte unterstützt, die der Bevölkerung im „Gaza-Gürtel“ zugute kamen – also in den Gebieten, die durch das Massaker am 7. Oktober besonders gelitten haben.

Ein neues Projekt stellte Nicole Yoder vor, die seit mehr als 20 Jahren humanitäre Projekte der ICEJ betreut. Als Gast brachte sie Ola Metzger aus Nir Os mit. Diese erzählte von ihren Erlebnissen am 7. Oktober. Ihre Schwiegereltern Joram und Tami wurden entführt, Joram kehrte nicht lebend aus der Gefangenschaft zurück. Heute lebten sie und ihr Mann wieder in ihrem geliebten Nir Os. Die Wunden seien aber allgegenwärtig. Das Herzstück des Kibbutzes, der Speisesaal, sei damals stark beschädigt worden. Nun werde er neu aufgebaut.

Als Starthilfe für den Bau überreichte die ICEJ Metzger symbolisch einen Check über eine Million Schekel, etwa 290.000 Euro. „Wir hoffen, dass der soziale Mittelpunkt von Nir Os bald wiederbelebt wird“, sagte Bühler vor mehr als 2.000 Gästen.

Botschafter der Republik Fidschi liebt Israel

Vor einem Jahr, im September 2025, eröffnete die Republik Fidschi ihre Botschaft. Im Februar übergab Jesoni Vitusagavulu sein Beglaubigungsschreiben als Botschafter an den israelischen Präsidenten Jizchak Herzog. Den Besuchern der ICEJ sagt Vitusagavulu nun: „Wir sind die 100. Nation, die ihre Botschaft in Israel eröffnet haben und die siebte, die es in Jerusalem tat.“ Sein Staat könne von Israel viel lernen, etwa in den Bereichen der Wirtschaft und Landwirtschaft.“

Für Christen sei der jüdische Staat auch aus religiösen Gründen sehr wichtig: „Hier liegen die Wurzeln unseres Glaubens.“ Er fügte hinzu: „Wir lieben Israel.“ In Israel als Botschafter dienen zu dürfen, sei ihm daher eine große Ehre. Zudem gebe es zwischen der Republik Fidschi und Israel gewisse Gemeinsamkeiten. „Wir wissen, wie es ist, international isoliert zu sein. Auch wir waren in dieser Situation, als wir 1987 einen Militärcoup erlitten und sich sogar Großbritannien von uns abwandte. Damals“, sagte der Mittsiebziger, „stand Israel an unserer Seite. Wir haben das nicht vergessen.“

Imponieren würde ihm die hohe Präsenz der Christen aus Indonesien: „Indonesien ist ein mehrheitlich muslimisches Land. Trotzdem stellen die indonesischen Christen bei dieser Konferenz die größte Delegation.“

Mit Stolz erfülle ihn, dass sein Land Soldaten im Rahmen der UN-Friedensmissionen an den Grenzen Israels entsandt habe. Insgesamt seien es mehrere Hundert, die die Grenzen zu Syrien und zur Sinai-Halbinsel sicherten. Und dann sagt Vitusagavulu einen für einen Botschafter bemerkenswerten Satz „Einige von ihnen mussten ihr Leben lassen. Doch wir sind dazu bereit, weil wir das Land und Volk Israel lieben.“

Die ICEJ wurde im Jahr 1980 von Christen gegründet, um den Anspruch des jüdischen Volkes auf Jerusalem und seine besondere Verbindung zur Stadt Davids zu bekräftigen. Heute hat sie aktive Zweigstellen in mehr als 80 Ländern. Die Arbeit der ICEJ steht unter dem Spruch aus Jesaja 40,1: „‚Tröstet, tröstet mein Volk!’, spricht euer Gott.“ Dabei hilft sie durch Hilfsprogramme in Israel auf praktische Weise und will Informationen über Israels Berufung für christliche Gemeinden in aller Welt bieten.

Die Nationen für Israel

Ein Höhepunkt der Konferenz ist der „Marsch der Nationen“. Hunderte von Christen aus aller Welt marschieren durch den Jerusalemer Stadtpark „Gan Saker“. Damit drücken sie ihre Solidarität und Liebe zum jüdischen Volk aus. Sie rufen den die Wege säumenden Israelis zu: „Israel, wir lieben euch! Das Volk Israel lebt“. Sie verteilen kleine Fähnchen ihrer Länder, Bonbons oder Armbänder in den Farben ihrer Landesflagge. Sie blasen das Schofarhorn, singen Loblieder in ihren Landessprache oder einfache Texte in Hebräisch.

Tausende Christen solidarisieren sich mit Israel

Israelis reagieren begeistert. Familien freuen sich, wenn sie Länder entdecken, in denen sie selbst schon zu Besuch gewesen sind. „Bayern ist toll“, ruft ein dreifacher Vater einer Frau zu, die eine Schärpe vorbereitet hat, auf der steht: „Bayern liebt Israel“. „Wir waren im vergangenen Jahr im Urlaub.“ Seine Frau sitzt mit einem der Kinder am Rand. „Wir kommen gerne wieder. Es war wirklich schön bei euch!“

Ein Israeli steht am Rand, er hat ein großes Schild vorbereitet, auf dem auf Englisch steht „Wir aus Jerusalem danken euch für eure Liebe und eure Unterstützung! Shalom“. Darunter trägt er weitere Schilder, wo die gleiche Botschaft in verschiedenen Farben steht.

Josef, ein älterer Israeli, sieht den Marsch zum ersten Mal: „Es erwärmt mein Herz, dass die Nationen in dieser Zeit kommen. Wir wollen doch in Frieden mit allen leben. Auch und besonders mit unseren Nachbarn.“

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