Tausende Kreative und Wissenschaftler stellen sich gegen Genozid-Vorwurf

Israel wird des Genozids beschuldigt. Tausende Unterzeichner sehen darin eine Lüge und weisen den Vorwurf zurück. Die Beschuldigung fördere Antisemitismus.
Von Israelnetz
Deborah Lipstadt

LOS ANGELES (inn) – Mehr als 5.000 Künstler, Politiker, Wissenschaftler und gesellschaftliche Akteure haben in einem Offenen Brief den Genozid-Vorwurf gegen Israel zurückgewiesen. Unter ihnen befinden sich der frühere britische Premier Boris Johnson, der Historiker Niall Ferguson und die Schauspielerin Patricia Heaton.

Die Unterschriften sammelte die Organisation „Creative Community for Peace“ (Gemeinschaft der Kreativen für Frieden, CCFP). In einer Mitteilung vom Mittwoch erklärte sie, der Vorwurf des Genozids sei ein gefährliches Instrument geworden, um Juden zum Sündenbock zu machen und Antisemitismus weltweit zu befeuern.

Die Unterzeichner beklagen, dass die Zahl tätlicher Angriffe auf Juden in den USA im Jahr 2025 so hoch wie nie war. Sie verwiesen dabei insbesondere auf zwei tödliche Angriffe: Die Ermordung der Mitarbeiter der israelischen Botschaft, Jaron Lischinsky und Sarah Lynn Milgrim, und der Brandangriff auf eine Geiselmahnwache in Boulder, bei dem die Holocaust-Überlebende Karen Diamond ermordet wurde.

Entscheidendes Kriterium

Als Kernargument führen die Unterzeichner an, dass das entscheidende Kriterium für Genozid die „besondere Absicht“ sei, eine ethnische oder religiöse Gruppe ganz oder teilweise auszulöschen. Das sei bei Israel nicht der Fall. „In diesem Krieg hat nur eine Seite beabsichtigt, einen Genozid zu verüben, und das ist die Hamas.“

Der Gazakrieg zeichne sich durch „nie dagewesene“ Kampfbedingungen aus: Terrortunnel, Häuser mit Sprengfallen, „Journalisten“ oder „humanitäre Helfer“, die sich als Terroristen entpuppten. Dennoch sei das Verhältnis von getöteten Zivilisten und Terroristen einer der geringsten Werte bei städtischer Kriegsführung. „All diese Faktoren wurden ausgelöscht in dem Eifer, Israel wegen Genozids anzuklagen.“

Die Verfasser betonen, dass es legitim sei, die Kriegsführung Israels zu kritisieren. Doch getötete Zivilisten und weitreichende Zerstörung seien kein hinreichender Beleg für den Genozid-Vorwurf. „Die entscheidende Unterschied zwischen Krieg als Tragödie und Krieg als Genozid ist Absicht.“ Durch die Anwendung des Begriffs auf den Gazakrieg hätten einschlägige Aktivisten einen der schwerwiegendsten Begriffe des Völkerrechts in eine politische Beschuldigung verwandelt.

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„Verdrehung von Tatsachen“

Der frühere kanadische Justizminister Irwin Cotler sagte: „Die Genozidverleumdung ist eine Fallstudie in der langanhaltenden und durch den 7. Oktober intensivierten Verdrehung von Tatsachen, Gesetzen und Geschichte.“ Es sei wichtig, dass diese Lügen im öffentlichen Leben nicht normalisiert werden.

Zu den weiteren bekannten Unterzeichnern gehören die Holocaust-Forscherin Deborah Lipstadt, der britische Musiker Boy George, der israelische Historiker Benny Morris, die amerikanische Schauspielerin Mayim Bialik und Amy Sherman-Palladino, die Schafferin der Serie „Gilmore Girls“. (df)

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  1. Mehr als 5.000 Künstler, Politiker, Wissenschaftler und gesellschaftliche Akteure in Los Angeles gegen Judenhasser und Judenhass.

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