Israel will hart gegen Drachen aus Gaza vorgehen

Terroristen aus dem Gazastreifen lassen Drachen über die Grenze nach Israel fliegen. Israel sieht darin eine Gefahr für seine Sicherheit und will entschieden dagegen vorgehen.
Von Israelnetz
Seit Ende März sorgen Hunderte solcher Branddrachen aus dem Gazastreifen in Südisrael für Zerstörung

JERUSALEM (inn) – Flugdrachen aus dem Gazastreifen sorgen in Israel für Verunsicherung: Am Wochenende landeten vier Modelle im grenznahen Kibbuz Nahal Os. So harmlos die Drachen zunächst anmuten, unter den Anwohnern lösten sie Angst aus.

Der sogenannte „Drachenterror“ ist vielen Israelis noch im Gedächtnis. Seit 2018 nutzten palästinensische Terroristen dieses Spielzeug und ließen es über die Grenze fliegen – versehen mit Brand- und Sprengsätzen. Diese verursachten zum Teil schwere Brände und zerstörten Felder im israelischen Grenzgebiet.

Seit vergangener Woche landeten mindestens sechs Drachen in Israel, schrieb die israelische Zeitung „Jerusalem Post“ am Dienstag. So mancher Anwohner wurde auch an den Beginn des Hamas-Massakers vom 7. Oktober erinnert, berichtete die israelische Nachrichtenseite „Times of Israel“ am Sonntag.

Der Terrorüberfall der Hamas begann mit einem massiven Raketenbeschuss. Mehr als hundert Terroristen drangen in den frühen Morgenstunden in Nahal Os ein und ermordeten dort mindestens dreizehn Bewohner. Acht Personen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Auch der gleichnamige Außenposten der Armee nördlich des Kibbuz kam unter Beschuss und forderte das Leben von mehr als 50 Soldaten.

Drachen möglicher „Testballon“ für Hamas

Laut Armee waren die Drachen aus dem Gazastreifen an kilometerlangen Schnüren befestigt. Sie untersuchte die Flugobjekte und gab Entwarnung. Es bestehe keine unmittelbare Gefahr. Laut „Times of Israel“ gehen die Experten jedoch davon aus, dass die Hamas mit den „Drachenstarts“ Israel testen oder ausspähen will. Mindestens eines der Flugobjekte war mit einer Drohbotschaft beschriftet.

Premier Benjamin Netanjahu sprach am Sonntag eine Warnung an die Hamas aus. Sollte die Terrorgruppe weiterhin Drachen, Ballons oder Drohnen Richtung Israel schicken, werde die Armee die Verantwortlichen gezielt angreifen, sagte der Likud-Chef.

Verteidigungsminister und Parteikollege Israel Katz schloss sich ihm an. Am Montag erklärte er, Israel verfolge im Hinblick auf Flugobjekte aus dem Gazastreifen eine „Nulltoleranzpolitik“. Die Armee sei angewiesen, sie sofort abzuschießen. „Ballons und Drachen werden behandelt wie eine Drohne, ob mit oder ohne Sprengstoff.“

Die Armee werde auch nicht davor zurückschrecken, die Bevölkerung aus Gebieten zu evakuieren, aus denen die „Drachenstarts“ erfolgen, um die Täter zu verfolgen, sagte Katz weiter. Indes erklärte die Hamas, dass es sich bei den Drachen nur um harmloses Kinderspielzeug handele und warnte Israel davor, die Drohung umzusetzen.

Staatspräsident Jizchak Herzog betonte, wie wichtig es ist, aufmerksam zu bleiben. „Nach dem 7. Oktober darf der Staat Israel keines der Anzeichen und keine der Sorgen von den Grenzbewohnern unterschätzen“, sagte er. Der Staat bleibe wachsam und werde sich verteidigen. (mw)

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3 Kommentare

  1. Die Hamas meldet sich wieder: Ballons und Drachen fallen wieder auf Israel.
    „Die Armee werde nicht davor zurückschrecken, die Bevölkerung aus Gebieten zu evakuieren, aus denen die Drachen kommen“, sagt unser Lieblingsminister Katz.

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