Boy George veröffentlicht pro-israelischen Song

Mit einem neuen Song zeigt sich Boy George solidarisch mit Israel. Der britische Musiker übt dabei scharfe Kritik an Künstlern, die Israel Genozid vorwerfen.
Von Israelnetz
Der britische Sänger Boy George, hier mit Senhit beim ESC, stellt sich künstlerisch an die Seite Israels

LONDON (inn) – In den vergangenen Jahren haben sich zahlreiche Künstler mit scharfer Kritik an Israel hervorgetan. Sie nutzten die Bühne von Festivals und Preisvergaben wie die Berlinale, um Israel den Vorwurf des Genozids zu machen. Andere nutzen Social-Media-Kanäle wie Instagram. So hatte Nemo, der Gewinner des Eurovision Song Contest, im Dezember dort angekündigt, er gebe seine Trophäe aus Protest gegen die Teilnahme Israels zurück.

Da mutet es fast schon als Gegenkultur an, was der britische Musiker Boy George auf der Social-Media-Plattform X verbreitete: Unter dem Hashtag „Schalom“ stellte der Sänger auf seinem Kanal am Montag ein Lied mit dem Titel „Od Nirkod“ vor. Dabei handelt es sich um den hebräischen Spruch zur Überwindung des Traumas nach dem Terrormassaker vom 7. Oktober: „Wir werden wieder tanzen“.

Vorwurf und Gegenvorwurf

In dem Text des Liedes im Reggae-Stil stellt er sich gegen den Vorwurf des Völkermords: „Du sagst Genozid, ich sage Krieg.“ Die Armee sei zur Verteidigung eines Angriffes da, heißt es weiter. „Wird es hässlich? Jede Wette, wenn ich weiß, dass ihr auch den letzten von uns töten wollt.“

In dem Lied erhebt der Sänger seinerseits einen Vorwurf gegen die Kritiker des israelischen Militäreinsatzes im Gazastreifen: Diese würden nie den 7. Oktober erwähnen noch die Gräuel, die dabei stattfanden. „Ihr verurteilt Juden, mit selektiver Erinnerung. Musiker halten Flaggen, äußern sich wie Schafe.“

Im Refrain betont Boy George: „Vertrau mir, wir werden wieder tanzen … Wenn du jemals verwirrt sein solltest: Ich stehe zu den Juden.“ Die Lied schließt mit der Zeile: „Ich fühle mich nicht mutig, ich muss mich nur wie ein Mensch verhalten.“

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Zuspruch und Kritik

Mit der Veröffentlichung erntete Boy George Zuspruch sowie scharfe Kritik. Natalie Sanandaji schrieb auf X: „Von einer Nova-Überlebenden, danke“. Sanandaji gehört der Organisation Bewegung für den Kampf gegen Antisemitismus an (CAM). Die amerikanische Tochter einer Israelin schildert bei Auftritten ihre Erlebnisse auf dem Nova-Festival. Hamas-Terroristen hatten die Veranstaltung am 7. Oktober überfallen und dabei über 360 Teilnehmer getötet.

Der X-Nutzer „B.M.“ mit dem Handle „@ireallyhateyou“ hingegen, der sich als „unabhängiger Journalist“ vorstellt, erklärte seinen mehr als 84.000 Followern: „Die Geschichte wird sich an Boy George jetzt nur noch für seine aktive Unterstützung eines GENOZIDS (sic) erinnern, während dieser verübt wurde. Kein Künstler, sondern ein ärmlicher Propagandist.“

Der jüdischen Gemeinschaft verbunden

Boy George wurde als Sänger der britischen Band Culture Club in den 1980er Jahren bekannt. Der 65-Jährige hatte sich zuvor solidarisch zur jüdischen Gemeinschaft in Großbritannien geäußert. Er habe seit seinen Jugendjahren zahlreiche jüdische Freunde, die er schätze und die er nicht im Stich lasse. Der Nichtjude betonte, er habe seit Beginn seiner Karriere den Davidstern getragen.

Auf die Frage, ob Israel vom Eurovision Song Contest ausgeschlossen werden sollte, antwortete er im Frühjahr ausweichend: Er sei nicht unbedingt mit Israel verbunden, habe aber auch keine Meinung dazu. „Die Aufgabe der Musik ist es, Menschen zu verbinden.“

Er selbst nahm am diesjährigen Wettbewerb in Wien mit der Sängerin Senhit für San Marino teil, schied aber im Halbfinale aus. Danach wehrte er sich gegen Kritik und schrieb auf X: „Es ist gerade total angesagt, Israel zu hassen, aber ich habe immer gesagt: ‚Mode für die Zerbrechlichen, Stil für die Mutigen‘“.

Der nun veröffentlichte Song stellt nach Beobachtung der britischen Zeitung „Guardian“ eine „Intensivierung seiner Unterstützung Israels“ dar. Der „Daily Telegraph“ kommt zu der Einschätzung, der Song sei nicht der beste des Künstlers, aber sein mutigster. (df)

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