Malaysia will Menschen mit israelischem Pass „sofort ausweisen“

Ein Gerücht bewegt die malaysische Regierung: Demnach sollen sich Israelis im Land aufhalten – in den Räumen einer Internationalen Tech-Schule. Eine Überprüfung kann dies nicht bestätigen. Dafür stoppt der Gründer nun sämtliche Investitionen.
Von Israelnetz
Planstadt in Malaysia

KUALA LUMPUR (inn) – Der malaysische Premierminister Anwar Ibrahim (Gerechtigkeitspartei) hat am Mittwoch angekündigt, dass jeder Israeli, der sich in Malaysia aufhalten sollte, sofort des Landes verwiesen wird. Anlass für die öffentliche Verlautbarung waren Gerüchte, wonach unter den Teilnehmern einer Internationalen Tech-Veranstaltung auch israelische Bürger sein sollen.

Malaysia unterhält keine diplomatischen Beziehungen zu Israel. Menschen, die im Besitz eines israelischen Passes sind, dürfen die südostasiatische Wahlmonarchie nicht betreten. Umgekehrt ist Malaysiern auch die Einreise nach Israel verboten. In ihren Pässen ist sogar der Satz abgedruckt: „Dieser Pass ist in allen Ländern mit Ausnahme von Israel gültig“.

Einrichtung für digitale Nomaden erregt Verdacht

Den Verdacht, israelische Passinhaber zu beherbergen, erregte die „Network School“. Auf ihrer Website bezeichnet sie sich als „Gemeinschaft von Technologie-Optimisten“. Die Schule wurde 2024 in der malaysischen Stadt Forest City gegründet und richtet sich an digitale Nomaden „jedweder Couleur“, die sich für 1.500 Dollar im Monat dort einmieten können.

Wer die Behauptung streute, die Schule beherberge Israelis mit doppelter Staatsangehörigkeit, wird aus den Berichten nicht ersichtlich. Doch die Reaktion des Premierministers fällt dafür um so deutlicher aus: „Wenn wir einen Israeli finden, werden wir ihn umgehend ausweisen, denn wir erkennen Israel nicht an“, erklärte Ibrahim gegenüber der Zeitung „Free Malaysia Today“. Er fügte hinzu: „Alle relevanten Behörden sind gerade dabei, Untersuchungen einzuleiten.“

Am Donnerstag untersuchte die malaysische Einwanderungsbehörde die Vorwürfe und fand sie nicht bestätigt. Vorläufige Überprüfungen hätten ergeben, dass alle kontrollierten Personen über gültige Dokumente verfügten.

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Indes hat auch der Gründer der „Network School“, US-Investor Balaji Srinivasan, reagiert. Auf X kritisierte er die Regierung für ihre Reaktion auf Vorwürfe, die anonym verbreitet worden seien. Der Unternehmer erklärte, er werde geplante Investitionen in das Projekt deshalb vorerst stoppen, „bis wir ausreichende Zusicherungen erhalten, dass sich solche Probleme nicht wiederholen.“ Das gelte auch für Investoren, die er nach Forest City gebracht habe.

Malaysia ist mehrheitlich muslimisch geprägt. Rund 63,5 Prozent der Bevölkerung gehören dem Islam an. Mit 18,7 Prozent sind Buddhisten die größte Minderheit im Land, gefolgt von Christen, die rund 9 Prozent der Bevölkerung ausmachen.

Premierminister Ibrahim hat nach Angaben der Nachrichtenseite JNS Hamas-Terroristen als „Freiheitskämpfer“ bezeichnet und Israel des Völkermordes im Gazastreifen beschuldigt. Nach dem 7. Oktober 2023 habe er den damaligen Hamas-Chef Ismail Hanije angerufen und ihm gegenüber seine Unterstützung für die Palästinenser erklärt. (mw)

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3 Kommentare

  1. Was auch immer an diesem Gerücht dran ist, wir werden diese Haltung in vielen Nationen erleben müssen. Der Hass gegen Juden ist sehr tief und unberechenbar. Nachfolger Jesus müssen sich wachrütteln lassen. Lieber Gruß Martin

  2. Warten wir mal ab, wenn es(ich wünsche es nicht),erdbebentechnisch oder vulkanisch mal wieder heftig kracht in Malaysia, ob sie dann israelischen Rettungsteams auch die Einreise verweigern.
    SHALOM

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