Israelische Diplomaten bei UN-Konferenz in Malaysia

Israel und Malaysia pflegen keine diplomaten Beziehungen. Doch nun hat sich eine Gruppe israelischer Vertreter Teil an einer UN-Konferenz in dem muslimisch geprägten Land beteiligt. Das gleicht einer kleinen Sensation. Wie kam es dazu?
David Roet führte die israelische Delegation in Malaysia an

Foto: David Roet, Twitter

David Roet führte die israelische Delegation in Malaysia an

KUALA LUMPUR (inn) – Eine Gruppe israelischer Diplomaten hat kürzlich einen Gipfel der Vereinten Nationen im muslimisch geprägten Malaysia besucht. Die ranghohen Vertreter nahmen an der einwöchigen Konferenz der Vereinten Nationen über Wohn- und Siedlungswesen (UN–Habitat) teil, bestätigte das israelische Außenministerium.

Dieser Besuch sei der erste seiner Art. Malaysia hat keine diplomatischen Beziehungen zu Israel. Es musste aber die Israelis einreisen lassen, da von ihm gefordert wurde, allen Delegationen im Rahmen der internationalen Konferenz Visa zu erteilen, berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“.

David Roet, der als Israels stellvertretender Botschafter bei den UN aktiv war, führte die Gruppe an. Zudem seien der ehemalige Minister Ophir Pines-Pas und weitere ranghohe Vertreter des Außenministeriums dabei gewesen. Roet sei mit einem israelischen Diplomatenpass eingereist.

Diskrete Handelsbeziehung zwischen Israel und Malaysia

Während die Israel und Malaysia keine diplomatischen Beziehungen haben, gebe es doch eine erfolgreiche, aber sehr diskrete Handelsbeziehung mit einem Volumen von 1,5 Milliarden Dollar jährlich, schreibt die „Times of Israel“.

Roet teilte bei Twitter eine Reihe von Bildern und Erlebnissen von der Zeit. Er schrieb, es sei „eine einzigartige Erfahrung für einen israelischen Diplomaten, Malaysia zu besuchen. Ich habe große Hoffnungen auf gute Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern in der Zukunft“.

Während der Tage vor Ort habe er „viele Ähnlichkeiten zwischen Israelis und Malaysiern gefunden“: Und zwar „eine facettenreiche Gesellschaft von Menschen unterschiedlicher Herkunft, die gemeinsam für eine bessere Zukunft arbeiten“. Bei einem Taxifahrer, der ihn chauffierte, entdecke er die Navigations-App Waze. „Es ist ein globales Phänomen. Taxifahrer in Malaysia benutzen Waze, um sich zurecht zu finden.“ Ein israelisches Start-Up programmierte die Applikation, bevor sie vor ein paar Jahren in den Besitz von Google überging.

Ein Dank ging an Kenia und die israelischen Delegationen bei den Vereinten Nationen, „die sich stark machen für Israels Recht auf Teilnahme an allen internationalen Foren, wo sie auch stattfinden mögen“. Diplomatie sei Teamarbeit, ergänzte Roet. In einem weiteren Post verwies er auf den nächsten Weltsiedlungsgipfel in Abu Dhabi „mit einem starken israelischen Team“ – und grüßte mit der Formel „Wir sehen uns“.

Von: mab

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