GENF (inn) – Bei der Junisitzung des UN-Menschenrechtsrats hat die Israelin Cochav Elkajam-Levi den Vereinten Nationen Doppelmoral vorgeworfen. Jüdische und israelische Opfer hätten kein Gehör gefunden, beklagte die Völkerrechtlerin. Stattdessen habe es den Versuch gegeben, Terror und Antisemitismus zu rechtfertigen und zu normalisieren.
Elkajam-Levi ist Gründerin und Leiterin der „Zivilkommission zu den Verbrechen der Hamas gegen Frauen und Kinder am 7. Oktober“. Die Gründung erfolgte aus ihrer Beobachtung heraus, dass den Opfern auf internationalem Parkett kaum Glaube geschenkt werde. Mitte Mai legte die Kommission einen Bericht mit dem Titel „Nicht mehr zum Schweigen gebracht“ vor.
“The response to October 7th showed that Israeli and Jewish victims receive neither the protection nor the solidarity the international system was created to provide.”
— UN Watch (@UNWatch) June 30, 2026
— @CochavElkayam, Founder and Chair of the Civil Commission on October 7th Crimes Against Women and Children pic.twitter.com/sWPIYXohWF
Eindringliche Warnung
In ihrer Stellungnahme beim Menschenrechtsrat am Freitag kritisierte Elkajam-Levi, es gebe die Bereitschaft, die Anerkennung von Leid vom politischen Standpunkt abhängig zu machen. „Besonders besorgniserregend war, zu sehen, dass israelische und jüdische Opfer weder den Schutz noch die Solidarität erhalten haben, die das System bieten sollte. Wir waren mit einer Welle von Hass, Leugnung und Entmenschlichung konfrontiert, die sich weiter weltweit verbreitet.“
Elkajam-Levi sieht diese Entwicklung noch lange nicht am Ende: „Wenn es uns nicht gelingt zu begreifen, was gerade passiert, wenn wir es nicht konfrontieren, liegt das Schlimmste noch vor uns“, warnte sie. „Wenn Menschenrechte abhängig werden von Politik, Identität oder Ideologie, dann hört das Menschrechtesystem auf, als universale Schutzeinrichtung zu funktionieren.“
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Als Sexsklavin im Gazastreifen
Elkajam-Levi sprach auf Einladung von „UN Watch“. Die Organisation, die die Arbeit der Vereinten Nationen beobachtet, veranstaltete bei der Sitzung des Menschenrechtsrates ein offizielles Podium zum Thema „Frauenrechte unter Extremismus und im Konflikt“.
Direkt vor Elkajam-Levi schilderte die Jesidin Fauzia Amin Sido ihre leidvollen Erlebnisse. Die Terrorgruppe Islamischer Staat hatte sie 2014 während des Massakers an ihrer Volksgruppe – vom Bundestag als Genozid anerkannt – als Zehnjährige verschleppt, vergewaltigt und später mehrfach verkauft. Sie musste einen palästinischen IS-Terroristen in Syrien zwangsheiraten und brachte zwei Kinder von ihm zur Welt.
Sido erklärte, sie sei behandelt worden, als sei sie ein Möbelstück. „Sie legten mich in Ketten, schlugen mich, taten meiner Unschuld Gewalt an und unterzogen meinen zerbrechlichen Körper Stromschlägen.“ Sie habe mehrfach versucht, sich umzubringen, „um der Hölle zu entkommen“.
“My childhood was stolen. I was taken as a captive to the Gaza Strip, where I was sold to a Jihadist, and forced to marry him and bear two children. I lived there for years in slavery.”
— UN Watch (@UNWatch) June 29, 2026
— Fawzia Amin Sido, Yazidi survivor of ISIS sexual slavery, freed from Gaza by the IDF pic.twitter.com/R7AQQfwIeH
Im Jahr 2020 wurde sie über die Türkei und Ägypten in den Gazastreifen geschmuggelt. Ihr Ehemann war in Syrien getötet worden. Im Gazastreifen wurde sie an den jüngeren Bruder ihres ersten „Ehemannes“, selbst ein Hamas-Terrorist, zwangsverheiratet. Dessen Familie betrachtete sie als eine Art Hausklavin.
Eine mutige Frau habe ihr insgeheim ein Smartphone gegeben. Mit diesem nahm sie einen Hilferuf auf und stellt ihn auf TikTok. Daraufhin koordinierten mehrere Länder Rettungsbemühungen, die israelische Armee brachte sie schließlich aus dem Gazastreifen.
Appell an Deutschland
Sie kam in den Irak und sah dort ihre Familie wieder; im Februar 2025 kam sie nach Deutschland, wo ihre Brüder leben. Sie genießt humanitären Schutz. Nun sei sie zwar frei, doch nach den Erlebnissen nur noch „ein Körper ohne Seele“.
Ihr sehnlichster Wunsch sei es, ihre kranke Mutter zu sehen. Es gebe jedoch Reisebeschränkungen und rechtliche Hürden. Ihr Vater sei bereits vor wenigen Monaten verstorben. Sie rief die internationale Gemeinschaft und insbesondere die deutsche Regierung auf, eine Familienzusammenführung in Deutschland mit ihrer Mutter und ihrem im Irak lebenden Bruder zu organisieren. (df)
Ein Kommentar
Auch wenn der UNMenschenrechtsrat versagt, es gibt Hilfe beim allmächtigen Gott. ER hört und sieht das Elend und hilft denen, die sich zu IHM wenden.