Weitere Gaza-Flottille in internationalen Gewässern abgefangen

Vor der zyprischen Küste hält die israelische Marine Schiffe einer Gaza-Flottille auf. Auch die Schwester eines europäischen Staatsoberhauptes wird festgenommen.
Von Israelnetz

ASCHDOD (inn) – Die israelische Marine hat am Montag die meisten der 54 Schiffe einer neuen Gaza-Flottille vor Zypern abgefangen. Die Weltweite Sumud-Flottille war am Donnerstag vom türkischen Marmaris in Richtung Gazastreifen aufgebrochen. Nach Angaben der Organisatoren beteiligten sich 426 Aktivisten aus 39 Ländern.

Die Boote wurden außerhalb der zyprischen Hoheitsgewässer aufgehalten, etwa 167 Kilometer von Israel entfernt. Am Abend veröffentlichte das israelische Außenministerium ein Video auf X und schrieb dazu: „Aktivisten von der Provokationsflottille sind zu sehen, wie sie sich gegenseitig umarmen, nachdem sie auf israelische Schiffe gebracht wurden. Bislang wurden auf ihren Schiffen keine Hilfsgüter entdeckt.“

Die Organisatoren schrieben auf X, israelische Truppen hätten „unsere internationale Flotte von humanitären Schiffen illegal und gewaltsam unterbrochen und unsere Freiwilligen verschleppt“. Bei der Flottille wirkt auch die türkische Organisation IHH mit, die in Israel als Terrorgruppe gilt. Sie war im Mai 2010 für die Flottille mit der Mavi Marmara verantwortlich. Als diese den Gazastreifen ansteuerte, kam es zu gewaltsamen Zusammenstößen mit Marinekommandos; zehn türkische Aktivisten starben.

Erdogan und Hamas sprechen von „Piraterie“

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (AKP) brandmarkte den aktuellen Einsatz der israelischen Marine als „Piraterie und Banditentum“. Er sei mit einer „faschistischen Mentalität“ ausgeführt worden, sagte er laut der Nachrichtenseite „Times of Israel“ in einer Fernsehansprache. Sein Land stehe an der Seite des Volkes von Gaza und derjenigen, die dem Gebiet helfen wollten.

Die palästinensische Terror-Organisation Hamas sprach ebenfalls von „Piraterie“. Sie rief die internationale Gemeinschaft auf, Druck auf Israel auszuüben, damit es die Blockade des Gazastreifens beende.

Nach Angaben der Organisatoren stoppte die Marine mindestens 30 der 54 Schiffe und nahm die Aktivisten in Gewahrsam, um sie nach Aschdod zu bringen. Unter ihnen ist die irische Ärztin und Schwester der Präsidentin, Margaret Connolly. Sie hatte vorab ein Video aufgenommen, das nun veröffentlicht wurde: „Wenn ihr dieses Video anschaut, bedeutet das, dass ich von meinem Boot in der Flottille von den israelischen Besatzungstruppen verschleppt wurde“, sagte sie darin.

Irische Präsidentin stolz auf Schwester

Staatspräsidentin Catherine Connolly äußerte sich nach einem Besuch beim britischen König Charles III. in London zu dem Vorfall: Sie sei sehr stolz auf ihre Schwester, mache sich aber auch Sorgen um sie. Connolly wurde im vergangenen Jahr in das Amt gewählt. Sie hat Israel als „Terrorstaat“ bezeichnet.

Ihre Schwester hatte vor der Teilnahme an der Flottille gesagt, sie fühle sich „völlig verpflichtet – als Mutter, Ärztin und Mensch –, bei dieser Flottille zu helfen“. Die Regierung rief sie auf, das Gesetz zu Besetzten Gebieten zu aktivieren und Importe aus „palästinensischem Gebiet unter Besatzung“ zu boykottieren. „Die Sache Palästinas ist der moralische Kompass unserer Zeit, sie macht uns menschlich. Ihre Menschlichkeit ist unsere Menschlichkeit“, wird die Aktivistin in der „Irish Times“ zitiert.

Sprecherin kritisiert irische Regierung

Die Sprecherin der irischen Delegation, Karen Moynihan, kritisierte ihre Regierung. Diese setze sich nicht für die festgehommenen Bürger ein. „Es hat bislang keine wie auch immer geartete Konsequenz für Israel gegeben“, monierte Moynihan, die selbst nicht an Bord ist. „Und während diese Leute legal auf einer humanitären Mission segeln und dabei entführt werden, denkt unsere Regierung darüber nach, ob sie sich überhaupt bemühen soll, Israel zu sanktionieren. Es ist schändlich.“

Das indonesische Außenministerium wiederum forderte Israel auf, alle festgenommenen Aktivisten freizulassen. Unter ihnen sind zwei Indonesier, von denen einer Journalist sei.

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu (Likud) lobte hingegen die Kommandos, weil sie die Schiffe aufhielten: „Sie verhindern wirksam einen arglistigen Plan, der die Isolation brechen soll, die wir Hamas-Terroristen in Gaza auferlegen.“ Die Marine agiere effizient und „mit viel weniger öffentlicher Aufmerksamkeit, als unsere Feinde es erwarteten“. (eh)

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3 Kommentare

  1. Wie diese Aktivisten protestieren, würden andere gern Urlaub machen. Schön im Mittelmeer herumschippern, die Seele baumeln lassen und in der Selbstbetrachtung etwas ganz tolles geleistet zu haben, super Idee. Vielleicht sollte AIDA sich auch mal Mottofahrten überlegen.

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  2. Gaza-Flottille, wer steckt dahinter? Judenhasser wie Erdogan und GretaThunberg, Schurkenstaaten wie Spanien, Tunesien, Irland: sie handeln im Auftrag der Hamas. In Italien organisieren die Aktivisten gewalttätige Demonstrationen gegen Israel: linke Politiker und Gewerkschafter die schlimmsten Judenhasser.

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  3. Ausgerechnet die Hamas spricht von „Piraterie“. Was für Drogen nehmen die eigentlich? Ich gebe da Netanjahu recht. Je weniger Aufmerksamkeit,umso weniger hat man Lust das zu wiederholen. Wahrscheinlich werden die jetzl wieder von schlechter Behandlung seitens Israel erzählen. Ist doch immer dasselbe. 🥱🥱🥱🥱

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