Zurück zum Neuen Bund

Das „Neue Testament“ bestätigt Gottes Heilsplan auch mit dem Volk Israel. Denn es bezeugt, dass Gott seine Verheißungen an die Propheten erfüllt.
Von Israelnetz

Gerne beziehen sich christliche Prediger auf den „Neuen Bund“. Eröffnet er doch den Menschen eine Beziehung zu Gott und das Versprechen der Erlösung durch Jesus Christus.

Zu selten wird in der Verkündigung jedoch darauf verwiesen, dass eine Verheißung für das Volk Israel in der babylonischen Verbannung die Grundlage für diesen Bund war: „Das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der HERR: Ich lege mein Gesetz in ihr Inneres und werde es auf ihr Herz schreiben. Und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein“ (Jeremia 31,33). In den letzten Jahrzehnten gab es gute Fortschritte im christlich-jüdischen Verhältnis seitens der Kirchen. Dennoch fehlt weiterhin ein Bewusstsein, wie sehr „unser“ Heil an das Heilsversprechen für das jüdische Volk gekoppelt ist.

Nach dem Bund mit Noah hat Gott alle seine Bündnisse mit seinem auserwählten Volk der Juden geschlossen. So auch den „Neuen Bund“. Selbst das „letzte Abendmahl“ war eine rein jüdische Veranstaltung. Jeschua aus Nazareth feierte es als Sederabend des jüdischen Pessachfestes mit jüdischen Glaubensgenossen. Als Christen betrachten wir das Abendmahl als Einsetzung des „Neuen Bundes”.

Natürlich litt und starb der Jude Jeschua, den wir Jesus nennen und als Sohn Gottes verehren, für alle Menschen. Seine jüdischen Zeitgenossen taten sich schwer zu akzeptieren, dass Gott sein Heil auch den Heidenvölkern schenken wollte. War doch die Bundesbeziehung mit Gott eine jüdische Einzigartigkeit!

Gottes Heilsversprechen gelten Israel

Gleichermaßen fällt es uns als Christen, heute wie seit der Zeit der Kirchenväter, schwer zu verstehen, dass Gottes Heilsversprechen auch weiterhin und in erster ­Linie dem Volk Israel gelten. Für beide Teile des Bundesvolkes, Juden wie Christen, gab und gibt es also Lernprozesse. Als Christen sind wir für unsere eigenen „Hausaufgaben“ zuständig.

Das Heil für die Welt ist nicht zu lösen vom Heil für das Volk Israel. Im „Neuen Bund“ treten wir ein in eine Beziehung mit dem jüdischen Volk als Gottes erstem Bundesvolk (Epheser 2,12–13). Wir dürfen dies anerkennen und dem Volk Israel dafür danken, dass aus ihm das Evangelium und ­Christus – der Gesalbte/Messias – hervorgegangen ist. Für Christen bilden der „Alte Bund“, der jüdische Tanach, und der „Neue Bund“ eine Einheit, die man nicht voneinander trennen kann.

Das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der HERR: Ich lege mein Gesetz in ihr Inneres und werde es auf ihr Herz schreiben. Und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein.

Jeremia 31,33 (Elberfelder)

Als Christen leben wir unter der Herrschaft Jeschuas – des „Königs der Juden“. Wir sind in den Ölbaum, das Volk Israel, eingepfropft. Die Beziehung zur Wurzel unseres Glaubens, Gott, geht in diesem Gleichnis nur zusammen mit dem Baum, dem Volk Israel. Wenn ich diese Beziehung pflege, werde ich genährt – durch die Gottesbeziehung, aber eben auch durch das Glaubenszeugnis und die geistliche Erblinie des jüdischen Volkes, von den Erzvätern, Propheten und Aposteln bis heute. 

Keine Ablösung

Das „Neue Testament“ erfüllt und ergänzt zwar das „Alte“, löst es aber nicht ab. Im Gegenteil, das „Neue Testament“ bestätigt Gottes Heilsplan auch mit dem Volk Israel – bezeugt es doch, dass Gott seine Verheißungen an die Propheten erfüllt.

Wenn wir Christen Jeschuas jüdische Brüder als unsere Nächsten annehmen, ehrt ihn das und lässt uns zusammenwachsen. Wir beginnen, Gottes Volk zu schätzen, lieben und ehren, weil Jeschua aus ihm hervorging. Uns bleibt der Auftrag, den theologischen Hochmut vergangener Jahrhunderte durch Demut und Dankbarkeit gegenüber dem jüdischen Volk zu ersetzen und Vergebung zu suchen. In der Verkündigung zu betonen, wie sehr die christliche Glaubens- und Heilsgeschichte mit der jüdischen verknüpft ist, wäre ein wichtiger Beitrag christlicher Kirchen zur Bekämpfung des Antisemitismus.

Von: Klaus-Dieter und Gisela Dreyer 

Klaus-Dieter und Gisela Dreyer besuchten vor 34 Jahren zum ersten Mal Israel. Nach Einsätzen mit dem Ebenezer Hilfsfonds in der Ukraine, Russland und Israel blieb ihnen die Beziehung zu jüdischen Menschen aus diesen Ländern ein wichtiges Anliegen. Nach dem Heimgang von Klaus Ende 2025 führt Gisela dies fort.

Israelnetz Magazin

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Ein Kommentar

  1. Ach danke an Frau Dreyer. Herr Dreyer ist bereits in der Ewigkeit und darf schauen, was er geglaubt hat. Es ist so so wunderbar, was Gott diesen treuen Erzvätern verheissen hat —ihnen das Land zum Besitz zu geben und ihren Kindern und Enkeln usw. Sie besassen das Land aber nie ! Also müssen sie es zu einem späteren Zeitpunkt besitzen. Darauf gehen wir zu. Der Herr wird dafür sorgen, dass sie lebend ins 1000–jährige Friedensreich eingehen werden. Und ich darf dabei sein !

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