Mit seinem am Wochenende verbreiteten Selbstbildnis als Messias hat US-Präsident Donald Trump über die Stränge geschlagen. Zwar löschte er das mit Künstlicher Intelligenz erzeugte Portrait am Montag wieder, das ihn im Stile von Jesusdarstellungen zeigte. Doch schon die Idee, sich so zu inszenieren, ist Anmaßung und zeugt von einem fragwürdigen Selbstbild. Auch der mächtigste Mann der Welt ist nicht der Heiland der Welt.
🚨 President Trump just posted this powerful painting on Truth Social.
— Gunther Eagleman™ (@GuntherEagleman) April 13, 2026
Trump stands radiant in a red robe, laying hands on a sick man while surrounded by American symbols, the flag, eagles, fighter jets, the Statue of Liberty, and everyday heroes. pic.twitter.com/V2xhCVYZhM
Mit dem Anlass für das Bild hat Trump allerdings recht: Der Unmut gegen Papst Leo XIV. ist angebracht. Das Oberhaupt der Katholiken vertrat zuletzt eine populistische Sicht auf Krieg und Frieden. Gott erhöre nicht das Gebet derer, die Krieg führen, meinte er zu Palmsonntag. „Schluss mit dem Krieg!“, forderte er bei einer „Gebetsvigil für den Frieden“ am Samstag. Stattdessen sollen sich die Nationen an den „Tisch des Dialogs“ setzen.
Derlei Aufrufe klingen zwar gut, mit Blick auf Nahost erweisen sie sich jedoch als zynisch. Der Papst verkennt, dass Israel und die USA Kriege gerade deshalb führen, weil der Dialog an seine Grenzen gekommen ist. Der Iran hat auch infolge des Atomabkommens an seinen Vernichtungsabsichten gegenüber Israel und den USA festgehalten. Durch das Abkommen hat er Gelder erhalten, mit denen er Terrorgruppen wie die Hamas und die Hisbollah förderte. Die Lektion lautet eigentlich: Ein Zugehen auf Fanatiker fördert Tod und Verderben.
Pflicht zum Schutz der Bevölkerung
Leo XIV. bleibt mit seinen Äußerungen auch unter den Einsichten seiner Kirche. In der Pastoralkonstitution „Gaudium et spes“ von 1965 ist festgehalten, dass aufgrund der Sündhaftigkeit des Menschen immer die Gefahr des Krieges droht „bis zur Ankunft Christi“. Nationen sei somit eine „sittlich erlaubte Verteidigung“ nicht abzusprechen.
Im Gegensatz dazu fordert der Papst von politischen Führern, Gewaltverzicht zu üben wie einst Jesus. Er unterschlägt dabei, dass Jesus das Reich Gottes im Blick hatte und kein irdisches Reich, das mit irdischen Mitteln den Schutz seiner Bevölkerung gewährleisten muss. „Gaudium et spes“ spricht hier von einer „Pflicht“, und die Regierenden „sollen diese ernste Sache ernst nehmen“.
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Unangemessene Kriegsrhetorik
Nun tut Israel genau dies: Es nimmt die nukleare Bedrohung, die sich durch den Iran ergibt, ernst. Doch durch seine Worte verteufelt der Papst die legitimen Verteidigungsbemühungen des jüdischen Staates. Dass Israel und die USA militärische Stärke demonstrieren, ist kein Manko, sondern bittere Notwendigkeit.
Dabei ist es legitim, Kriegsprahlerei oder überbordende Brutalität anzuprangern. Auch die religiöse Kriegsrhetorik des amerikanischen „Kriegsministers“ Pete Hegseth bietet Anlass für Kritik. Das Agieren gegen ein brutales Regime wie Teheran zum Schutz von Leben und Freiheit ist nobel genug und bedarf keiner religiösen Weihen.
7 Kommentare
„Der Papst verteufelt mit seinen Worten die legitimen Verteidigungsbemühungen Israels und der USA“. Diesmal hat Trump und nicht unser Papst Recht, sonst hat unser Papst immer Recht.
Sehr gut , Bruder Frick , Ihre Meinung ist biblisch und kein frommes Gesäusel ! Danke . Gott segne Sie.
„Gott erhöre nicht das Gebet derer, die Krieg führen…“ Das Alte Testament zeugt von zahlreichen Kriegen, die Gott sogar befohlen hat. Insofern ist diese Aussage des Papstes zu hinterfragen. Diplomatie wäre besser, aber Dialoge zu führen mit Terroristen und ihren Unterstützern bringt nichts, das haben wir bei Hamas gesehen und sehen es jetzt bei Hisbollah. Papst Leo könnte sich als Vermittler für Terroristen anbieten. Ex-Terrorist Al Scharaa hatte schon einmal Papst Franziskus als „Mann des Friedens“ bezeichnet.
Über Trumps Selbstinszenierung ist von meiner Seite alles gesagt. Wenn Jesus so wäre, wie Trump sich zeigt, würde ich meinen Glauben glatt über Bord werfen. Zum Glück ist er mächtiger als Trump.
Ich bin entsetzt über diesen anti-katholischen Hetzartikel. Ich bin nicht sicher, dass ich weiterhin bei Israelnetz bleiben kann. Zur Sache : dass der Papst zum Frieden aufruft, ist normal. Er hat übrigens, das ist Ihnen wohl entgangen, nicht nur vom Nahen Osten, sondern auch vom Sudan und anderen Kriegsschauplätzen gesprochen. Aber es ist wohl sinnlos, mit ihnen darüber zu debattieren.
„Gott erhöre nicht das Gebet derer, die Krieg führen (…)“
Das stimmt nicht. Das ist schlichtweg eine glatte Lüge. Ein Blick in die Heilige Schrift reicht dabei völlig aus, um zu sehen, dass der Ewige sehr wohl Gebete und Flehen derer, die Krieg führen, erhört.
Dass man dem Herrn Jeschua die übelsten weltlichen Politiken immer und immer wieder in den Mund legt, ist auch so eine verlogene Art. Wie der Artikel völlig richtig festhält, ging es unserem Erlöser und Erretter nie um weltliche Politik, nicht um weltlichen Frieden und nicht um weltlichen Krieg – ER verwies auf das Himmelreich, auf das Kommende, auf das, was nichts mit Herrschenden im Hier und Jetzt zu tun hat. Aus Jeschua zudem einen Pazifisten machen zu wollen, ist genau so gotteslästerlich (weil anmaßend!), wie es gotteslästerlich ist, Jeschua anzudichten, er sei schwul oder der erste Sozialist gewesen. Was für Irrungen!
Shalom,Ich denke das der Papst und der Vatikan sich nicht in der Politik allgemein einmischen sollten oder müssen.Die haben selber genug Probleme und sind keine Politiker.Kirche und Staat sollen getrennt bleiben!!! Jerusalem
Matthäus 5:9 Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen. Bergpredigt. .. darüber muss keiner diskutieren, es ist zu fundamental christlich. SHALOM!