RAMAT GAN (inn) – Iranische Schulbücher fördern eine Erziehung zu Hass gegenüber den USA und Israel. Zudem enthalten sie militärische Anleitungen. Das geht aus einer Studie des israelischen Instituts zur Beobachtung von Frieden und kultureller Toleranz an Schulen „IMPACT-SE“ hervor. Diese bezieht auch Änderungen nach dem zwölftägigen Krieg im vergangenen Juni mit ein.
Der Untersuchung zufolge ist die Bezeichnung „großer Satan“ für die Vereinigten Staaten von Amerika in dem Lehrmaterial häufig zu finden. Der Dschihad gegen den Westen und das „Märtyrertum“ werden glorfiziert. Dies geschieht auch durch graphische Abbildungen militärischer und terroristischer Gestalten, die starben, als sie die Werte der Islamischen Revolution von 1979 förderten. Allen voran wird General Kassem Soleimani geehrt, den die US-Luftwaffe Anfang 2020 tötete.
Soleimani: „Widerstand“ in vielen Ländern gestärkt
Ein Unterrichtsfach im Iran heißt „Verteidigungsbereitschaft“. Hier nennt ein Schulbuch für die Jahrgangsstufe 10 mehrere Vorbilder. Zu ihnen gehört auch Soleimani. Er habe habe den „Widerstand“ in vielen Ländern gestärkt, bis er vom „terroristischen Präsidenten der Vereinigten Staaten“ ermordet worden sei, heißt es etwa.
Im Zusammenhang mit der „Achse des Widerstands“ wird Soleimani als patriotischer und religiöser Verteidiger präsentiert. Er habe sich den Truppen der „globalen Arroganz“, von den USA angeführt, entgegengestellt.
„Das Formieren und Stärken der Widerstandszellen in der Region ist größtenteils den Bemühungen von General Soleimani zu verdanken“, heißt es im Band „Geschichte (3): Der Iran und die zeitgenössische Welt“ für die 12. Klasse. „Unter ihnen können genannt werden: Hisbollah im Libanon, Al-Haschd al-Scha’bi (Volksmobilisierungstruppen) im Irak, Fatemijun in Afghanistan, Sainebijun in Pakistan etc. … Deshalb konnte die globale Arroganz, angeführt vom großen Satan, den USA, die Anwesenheit dieses patriotischen und islamischen Kommandeurs nicht ertragen.“
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Eine Lektion zu „Vorbildern und Beispielen für Standhaftigkeit und Widerstand“ nennt Personen, die in Syrien kämpften, als beispielhafte Märtyrer. Sie hätten sich an den iranischen Bemühungen beteiligt, die Sajjida-Sajnab-Moschee bei Damaskus gegen den Islamischen Staat zu verteidigen. Hier werde die iranische Einmischung in Syrien als religiöse Pflicht dargestellt, stellen die Autoren der Studie fest.
Sie sehen in den Inhalten eine logische Folge dieses Zitats des früheren Obersten Führers, Ajatollah Ruhalla Chomeini: „Unser Krieg ist ein Überzeugungskrieg. Er kennt keine geographischen Grenzen. In unserem Glaubenskrieg müssen wir mehr islamische Truppen in der Welt mobilisieren.“ Der Iran habe diese Ideologie ins Bildungssystem aufgenommen.
Eindruck einer ständigen Bedrohung vermittelt
Das Lehrmaterial vermittelt den Eindruck, die Schüler seien ständig bedroht, vor allem von den Vereinigten Staaten. Die Bedrohung strebe an, den Iran daran zu hindern, die islamische Kultur weltweit zu verbreiten; außerdem wolle sie die Iraner einer Gehirnwäsche unterziehen.
Die logische Folge: Es gelte, Einheit und Widerstand gegen die Feinde des Iran zu stärken. In diesen Kontext gehören jährliche Schulproteste am „Nationalen Tag des Kampfes gegen Arroganz (Amerika)“. Schüler beteiligen sich mit Slogans, die oft bei Demonstrationen zu hören sind: „Tod für Israel“ oder „Tod Amerika“.
In einem Buch für die 12. Klasse zur „Verteidigungsbereitschaft“ ist zu lesen: „Der Slogan ‚Tod Amerika‘ geht aus dem ‚Glauben der heldenhaften Nation Iran‘ hervor, die eine widerhallende Stimme gegen amerikanische Wesensart geworden ist. Dieser Slogan bedeutet Tod der Tyrannei, der Aggression, dem Abschlachten, dem Terrorismus, den Sanktionen und der unmenschlichen Politik der amerikanischen Regierung.“
Die iranisch-amerikanischen Beziehungen aus der Zeit vor der Revolution werden nach Einschätzung von „IMPACT-SE“ verzerrt dargestellt. Den Lerninhalten zufolge hatten die Botschafter der USA und Großbritanniens vor 1979 den Iran kontrolliert.
Aufforderung zur Unterstützung für Dschihad
Ein Buch für Sozialstudien lehrt Achtklässler, dass die Iraner den Dschihad verbündeter arabischer Milizen in der Region unterstützen sollten. Arabisch diene als pragmatisches Werkzeug zur Vorbereitung auf Dschihad-Operationen, schreiben die Verfasser der Studie. Der Iran geriere sich als Hauptverantwortlicher für die Verteidigung von Südwestasien und als führender Anwalt für Unterdrückte; dabei liege eine besondere Betonung auf der Unterstützung für Palästinenser.
Die sunnitisch-arabische Mehrheit im Nahen Osten betrachte die Lehrbücher indes durch eine doppelte Linse, heißt es weiter: Einerseits gehe es um muslimische Genossen und unterdrückte Gemeinschaften, die von iranischer Unterstützung profitierten und sich am dschihadistischen Kampf beteiligten.
Andererseits werde ein historischer Groll deutlich: Erinnerungen an arabische Eroberer und sunnitische Dynastien, die Iraner und Schiiten allgemein unterjochten. Negativ dargestellt seien auch sunnitische Akteure, die eine iranische Dominanz ablehnten, ihre Beziehungen mit Israel normalisierten oder starke Beziehungen mit den USA oder dem Westen beibehielten. Diese würden oft als Kollaborateure und Verräter geschmäht.
Militärische Konzepte
Militarisierung ist ein wichtiges Element. In der Oberstufe erfahren Schüler etwas über militärische Konzepte und das Überleben in Kriegszeiten. Der Umgang mit Waffen steht bereits ab der Mittelstufe im Lehrplan. So zeigt eine Abbildung ein Sturmgewehr vom Typ AK-47 in verschiedenen Positionen.
Die Bücher lehrten nicht nur, wen die jungen Iraner hassen sollen, sondern, wie sie zu kämpfen haben, merken die Verfasser der Studie an. Abbildungen von Kindersoldaten, die im Dienst der Revolution zu „Märtyrern“ wurden, finden sich in den Schulbüchern. Die Fotos stammen vor allem aus dem Iran-Irak-Krieg der 1980er Jahre.
In einem Soziologiebuch der Jahrgangsstufe 12 geht es um das „Streben nach Märtyrertum“. Es sei am edelsten, „sein Leben zu opfern“, auch durch „Suizid“, heißt es zur „Verteidigungsbereitschaft“.
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Deutlich wird auch ein großer nationaler Stolz auf „nukleare Errungenschaften“. Dabei liegt die Betonung auf einer friedlichen Nutzung. Doch auch ein militärischer Kontext wird erzeugt – das Thema findet sich im Lehrplan zur „Verteidigungsbereitschaft“. Getötete Atomwissenschaftler gelten wie Raketeningenieure als „Märtyrer“, ebenso wie iranische Soldaten, die bei Militäroperationen in der arabischen Welt starben.
In „Verteidigungsbereitschaft“ erhalten Schüler der Jahrgangsstufe 9 diese Aufgabe: „Untersuche und präsentiere deine Ergebnisse in der Klasse über die Helden der gegenwärtigen Zeit, Märtyrer wie Mohsen Fachrisadeh, Mostafa Ahmadi Roschan (Nuklearwissenschaftler), Hassan Tehrani Moghadam (Wissenschaftler für Raketenindustrie) und Mohsen Hodschadschi (Verteidiger des Haram).“
Ein Lehrbuch zum Koran bezeichnet das Nuklearprojekt als Teil des kulturellen Erbes. Damit erhält es laut Studie eine theologische Rechtfertigung.
Zusätzliches Material nach Zwölf-Tage-Krieg
Nach dem zwölftägigen Irankrieg im Juni 2025 haben die Behörden zusätzliches Lehrmaterial erstellt. Die Materialsammlung steht unter dem Titel: „Wir verteidigen unseren Iran“. Für jede Jahrgangsstufe ab der vierten gibt es eine Broschüre. Ab dem 3. November wurden mehr als zwölf Millionen Exemplare an die Schulen verteilt.
Lehrkräfte sind angehalten, das Material in ihren Unterricht aufzunehmen, um Patriotismus und nationale Identität zu fördern. Diskussionen im Klassenzimmer, kreative Aufgaben und Multimedia-Aktivitäten gehören zum Lehrmaterial. Themen sind unter anderem nationale Verteidigung, technologische Eigenständigkeit sowie Widerstand gegen Israel und die Vereinigten Staaten.
In „Wir verteidigen unseren Iran“ für die höheren Klassen der Grundschule ist eine iranische Familie abgebildet. Sie betrachtet ein Poster, auf dem ein riesiger Stiefel bei Raketenangriffen auf Israel herumstampft. Dabei steht: „Israel wurde zerschmettert. Das zionistische Regime ist fast gestürzt und zusammengebrochen unter den Schlägen der Islamischen Republik Iran.“
Die Mitarbeiter von „IMPACT-SE“ fordern, dass eine Bildungsreform Thema von Friedensverhandlungen wird: „Ungeachtet dessen, ob das Ende des Krieges eine Kontinuität im Regime, einen politischen Übergang oder einen breiteren Umsturz bringt – dauerhafte Stabilität und Friede werden letztlich von der Umgestaltung der Bildungsnarrative abhängen.“ Derzeit würden die Lerninhalte neue Generationen eher zu einer Konfrontation heranziehen als zu Frieden. (eh)
6 Kommentare
In Diktaturen werden die Kinder schon in der Grundschule und in der weiterführenden Schule, falls es welche gibt, gemäß den Wertvorstellungen der Staatsführer getrimmt. D.h. sie sollen schon in jungen Jahren die vom Staat vorgegebenen Wertvorstellungen in Kopf gehämmert.
Hat Irgendjemand etwas anderes vermutet?
Manu @Genau das wollte ich gerade schreiben …grosse Geister treffen sich 🙂
Die Kinder lernen nicht nur aus Schulbüchern. Sie haben im Regime, im Koran und in ihren Familien genügend Vorbilder: Tod USA, Tod Israel.
Dazu diese kranke Einstellung, es sei am edelsten, „sein Leben zu opfern“.
Nein liebe @Manu, ich habe nichts anderes erwartet. Eine Bildungsreform wird es im Iran nicht geben, wenn die Mullahs an der Macht bleiben. Was Trump dazu veranlasst von „anderen und besseren Leuten in der Iran. Regierung“ zu sprechen, erschließt sich mir nicht. Es wird sich leider, nach 47 Jahren Regime, so schnell gar nichts ändern.
Die Mullahs predigen den Hass, viele Christen und Israelfreunde reden wenig bis garnichts, von der Liebe Gottes und dem Sieg am Kreuz.
Lieber Gruß Martin
Auch ich bin absolut nicht überrascht. Ich schließe mich obigen Kommentaren an.
SHALOM VE SAMEACH PESSACH (letzter Tag)