Die Krypto-Juden von Maschhad

Wegen einer Ritualmordanklage mussten die Juden der persischen Stadt Maschhad zum Islam konvertieren. Viele hielten im Geheimen an ihren Bräuchen fest.
Von Gundula Madeleine Tegtmeyer

Die Nationalbibliothek Israels (NLI) hütet kostbare Schätze der persischen Krypto-Juden von Maschhad, einem Ort im Nordosten im Iran. Unter diesen Schätzen ist eine handgeschriebene Haggada aus dem 19. Jahrhundert. Sie beinhaltet ein Gedicht, das Sir Moses Montefiore und seine Ehefrau Lady Judith für ihren Einsatz beim Wiederaufbau Jerusalems preist. Das britische Ehepaar Montefiore setzte sich über viele Jahre für den Schutz persisch-jüdischer Gemeinden vor Verfolgung und Hunger ein.

Im Anhang der Haggada wurde eine Widmung entdeckt. Chaim Neria, Kurator der Haim-und-Hanna-Solomon-Judaica-Sammlung der Nationalbibliothek, erklärt: „Das Gedicht ist ein eindrucksvolles Beispiel für eine Meliza, ein klassisches hebräisches Stilmittel, bei dem Phrasen aus der Bibel, der rabbinischen Literatur und der Liturgie zu einer neuen Aussage verwoben werden. In diesem Fall eine ehrende Würdigung des Ehepaars Montefiore.“

Foto: NLI
Die Hagadda ist dem Ehepaar Montefiore gewidmet

Der Wissenschaftler nennt Passagen, wie etwa die Wendung „Schön in ihrer Erhabenheit ist die Dame Judith“. Es handelt sich um ein Wortspiel mit Psalm 48,2, der da lautet: Groß ist der HERR und hoch zu rühmen in der Stadt unseres Gottes, auf seinem heiligen Berge. An anderer Stelle heißt es: Länge des Lebens ist in ihrer Rechten, in ihrer Linken Reichtum und Ehre. Diesspielt auf Sprüche 3,16 an“ (Elberfelder Bibel).

Verbindung mit dem Wiederaufbau Jerusalems

Neria merkt an, dass fast jede Zeile das Paar mit dem physischen und spirituellen Wiederaufbau Jerusalems verbindet, das Vermächtniss der Montefiores, einschließlich des Baus von Mischkenot Scha’ananim, dem ersten modernen Viertel Jerusalems außerhalb der Altstadtmauern.

Auch diese Passage ist interessant: Und die geschickten Taten einer gerechten Frau, die das Wohl Jerusalems sucht, [und] die Hände von Judith und Sir Moses für ihren Wunsch, Jerusalem zu beschriften. Mit ihr bezieht sich das Gedicht auf Hesekiel 4,1: Und du, Menschenkind, nimm dir einen Ziegelstein; den lege vor dich hin und ritze darauf die Stadt Jerusalem.

Kurator Neria betont zudem, dass Moses Montefiore nicht nur in Jerusalem wirkte, sondern sich auch für die unterdrückten jüdischen Gemeinden in Persien einsetzte, wie etwa für die Krypto-Juden von Maschhad.

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Am 25. März 1865 notierte Moses Montefiore in sein Tagebuch über die Verfolgungen in Hamadan: „Letzte Nacht konnte ich nicht schlafen, denn ich dachte an meine unglücklichen Brüder, die in Persien leiden.“ Während einer schweren Hungersnot in den Jahren 1871/72 mobilisierte er das europäische Judentum, um die persischen Juden vor dem Verhungern zu retten.

Persienreise geplant

Der Bankier und Philanthrop plante eine Reise nach Persien, die er jedoch aus gesundheitlichen Gründen nicht antreten konnte. 1873 traf er sich mit dem Schah von Persien im Buckingham Palace, um ihn um Schutz und Unterstützung für seine jüdischen Untertanen zu bitten. Seinem Wunsch wurde stattgegeben; es sollte allerdings noch drei Jahre dauern, bis die persische Regierung 1876 die Steuern für Juden senkte, woraufhin sich ihre Lebensbedingungen spürbar verbesserten.

Das Gedicht schließt voll des Lobes für das philanthropische Wirken des Paares – einer Krone der Schönheit und einem königlichen Diadem. Neria merkt an: „Diese Wendungen aus Jesaja 62,3 Und du wirst eine prachtvolle Krone sein in der Hand des HERRN und ein königliches Diadem in der Hand deines Gottes, verdeutlichen, dass es der Heilige, gepriesen sei ER, ist, der diese Krone trägt“. Das Lobes-Gedicht zeige auf, dass die Montefiores „den Willen des HERRN erfüllen“.

Viele Texte zu Ehren der Montefiores

Diese persische Meliza ist eines von Hunderten von Gedichten, Hymnen und Gebeten, die im 19. Jahrhundert in der jüdischen Welt zu Ehren von Moses Montefiore verfasst wurden. Viele würdigten auch das karitative Wirken seiner Frau Judith.

Eine Ritualmordlegende und ein Massaker hatten einst zur Zwangskonvertierung zum Islam der kleine persisch-jüdischen Gemeinde von Maschhad geführt. Der Ort ist die zweitgrößte Stadt Irans sowie die Hauptstadt der Provinz Chorastan im Nordosten des Landes, nahe der Grenze zu Afghanistan. Maschhad gilt als eine der sieben heiligen Stätten des schiitischen Islam, hier befindet sich der Schrein des achten schiitischen Imams Reza und somit die einzige Grabstätte eines Imams auf iranischem Boden.

Juden im Iran

Seit mehr als 2.500 Jahren leben Juden und Jüdinnen im Iran. Nicht alle der von den Babyloniern deportierten Juden kehrten nach ihrer Befreiung durch den Perserkönig Kyros III. im 5. Jahrhundert vor der Zeitrechnung nach Kanaan, wie das Heilige Land zu jenem Zeitpunkt genannt wurde, zurück. „Kanaan“ (kəna‘an) lautet die biblisch-hebräische Fassung eines Namens, der herkömmlicherweise als Gebietsbezeichnung diente und von dem die in Form eines Gentilicium gebildete Gruppenbezeichnung „Kanaanäer“ (kəna’ǎnî) abgeleitet wurde (auch „Kanaaniter“). Die Etymologie ist trotz vielfältiger Versuche bislang nicht endgültig geklärt.

Einige Juden und Jüdinnen ließen sich in Babylonien und in der Persis nieder. Die
Persis – abgeleitet von altpersisch Parsa – bezeichnete ursprünglich eine antike Region im Südwesten des heutigen Iran, die als Kernland des persischen Achämeniden- und Sassanidenreiches diente. Die Region entspricht geografisch weitgehend der heutigen Provinz Fars.

Den Rückkehrern erlaubte Kyros III. den Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem, was die enge Verbundenheit der Juden mit dem achämenidischen Herrscherhaus erklärt. Die Hebräische Bibel erwähnt Kyros mehrfach lobend. Auch in den folgenden Jahrhunderten schrieb Persien Bibelgeschichte: In Susa entstand im 4. Jahrhundert das Buch Daniel. Kapitel sechs schildert die Verschwörung gegen den Propheten, den Wurf in die Löwengrube und die Bekehrung Kyros‘.

Während die Juden unter den Sassaniden in häufig wechselnder Gunst der Herrscher standen, begann mit der Islamisierung der allmähliche Verfall des iranischen Judentums. Eine Ausnahme stellt die Herrschaft der mongolischen Ilkhane dar, einer der vier Hauptzweige des Mongolischen Reiches nach dem Tod von Dschingis Khan, 1256 gegründet. Infolge ihrer religiösen Toleranz zogen Juden und Jüdinnen in großer Zahl in die nordiranischen Städte Tabris, Maraghe und Soltanije.

Erst unter Reza Schah Pahlavi, er regierte von 1925 bis 1941, wurden die Juden rechtlich gleichgestellt. Dennoch wanderten nach Israels Staatsgründung viele iranische Juden aus. Auf die Gründung der Islamischen Republik im Jahr 1979 folgte eine weitere große Auswanderungswelle. Heute leben noch etwa 10.000 Juden und Jüdinnen im Iran, hauptsächlich in Teheran, Isfahan und Hamandan, wo sich das Grabmal von Mordechai und Esther (Hadassah, so ihr hebräischer Name) befindet, den Hauptprotagonisten in der Purim-Erzählung.

Lange galt für Juden und Jüdinnen ein Verbot, sich in Maschhad ansiedeln zu können. Dies änderte sich im 18. Jahrhundert unter Kaiser Nader Schah (1688–1747), denn der Herrscher verfolgte ehrgeizige Pläne: Er wollte den Provinzort zu seiner Hauptstadt und zu einem Handelszentrum ausbauen. Bei seinem Vorhaben setzte er auf die Unterstützung durch Juden und förderte die Gründung einer jüdischen Gemeinde.

Die Juden folgten seinem Ruf. Doch als sie eintrafen, war Nader Schah zuvor ermordet worden – mit weitreichenden Folgen für die Juden und Jüdinnen: Sie mussten vor den schützenden Stadtmauern siedeln. Das Verhältnis mit ihren schiitischen Nachbarn war äußerst angespannt und gipfelte am 26. März 1839 durch eine falsche Anschuldigung zu einer Ritualmordlegende in einem Pogrom. Was war geschehen?

Es ist der 12. Nissan 5599 (1839), zwei Tage vor dem Sederabend. Im Jahr 1839 begingen die Schiiten in Maschhad an jenem Tag Aschura, den Gedenktag an die Tötung von Imam Hussein, dem Enkel des Propheten Mohammed und Sohn Alis, des Begründers des schiitischen Islam. Hussein fiel 680 nach der Zeitrechnung in der Schlacht von Kerbela, im heutigen Irak. Hussein Ibn Ali wurde mit einer kleinen Gruppe Gefolgsleute von den Truppen des Umajaden-Kalifen Jasid I. getötet.

Tragisches Ereignis der schiitischen Geschichte

Husseins gewaltsamer Tod ist ein zentrales, tragisches Ereignis der schiitischen Geschichte. Der bis heute anhaltende Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten basiert primär auf dem Streit über die rechtmäßige Nachfolge des Propheten Mohammed nach dessen Tod im Jahr 632. Während Sunniten die Wahl des fähigsten Gefährten (Abu Bakr) bevorzugten, forderten die Schiiten eine Führung aus der Verwandtschaft Mohammeds (Ali), was auch ihre selbstgewählte Bezeichnung wiederspiegelt: Das Wort Schiiten hat seinen Ursprung im Arabischen und bedeutet wörtlich „Partei“, „Fraktion“ oder auch „Anhänger“ Alis.

Gläubige Muslime strömten an besagtem Tag im Jahr 1839 in ihre Moscheen. Eine Frau aus der jüdischen Gemeinde wandte sich an einen persischen Medizinmann und bat ihn, ihre Hand von Lepra zu heilen. Auf Anraten des Medizinmanns, ihre Hand in Hundeblut zu tauchen, bat die Jüdin einen schiitischen Jungen, einen Hund für sie zu töten. Gesagt, getan.

Doch dann entbrannte ein heftiger Streit zwischen dem Jungen und der Frau über die Höhe des Honorars, woraufhin der wütende Junge durch die Straßen der Stadt lief und schreiend behauptete, die Juden hätten einen Hund getötet und ihn „Hussein“ genannt.

Als die Schiiten auf dem Höhepunkt des ekstatischen Rituals und der Selbstgeißelung zum Gedenken an das Leiden ihres Heiligen Hussein davon hörten, dass die Juden es gewagt hatten, sie zu beleidigen, indem sie einen Hund Hussein nannten, nahmen die Dinge ihren Lauf: Ein aufgebrachter Mob griff das jüdische Viertel der Stadt an, verübte Plünderungen, brandschatze, mordete wahllos, vergewaltigte und verschleppte junge Mädchen.

Juden führten Doppelleben

Die Pogrom-Überlebenden mussten sich entscheiden: Konvertierung zum Islam oder der sichere Tod. Sie wählten das Leben und führten fortan ein Doppelleben, gaben sich als fromme Muslime aus, fasteten im Ramadan, besuchten die Moschee und trugen traditionelle muslimische Kleidung. Doch jedes Kind trug von Geburt an zwei Namen, einen offiziellen islamischen und im Geheimen einen jüdischen.

Um Mischehen mit Muslimen zu vermeiden, verlobten die Krypto-Juden ihre Kinder mit anderen jüdischen Kindern aus der Gemeinde, oft bevor diese das fünfte Lebensjahr erreichten. Hielt ein Muslim um die Hand der Tochter an, konnten die jüdischen Eltern vorgeben, dass sie bereits versprochen sei.

Praktiken, wie die Beschneidung, erregten aufgrund ihrer Praxis in beiden Religionen kaum Verdacht. Die Einhaltung der Kaschrut und des Schabbats erforderte hingegen ausgeklügelte Täuschungsmanöver. Nicht-koscheres Fleisch wurde öffentlich gekauft, aber heimlich entsorgt. Jüdische Ladenbesitzer öffneten ihre Geschäfte am Schabbat, vermieden es aber, Geld anzunehmen.

Ähnlich wie bei den Anusim, hebräisch für: die Gezwungenen, in Spanien waren es auch in Maschhad die Frauen der Gemeinde, die die wichtigsten Hüterinnen des jüdischen Lebens wurden. Die Hauptverantwortung dafür, die jüdischen Bräuche und Gesetze im Verborgenen zu wahren – Taharat Mischpacha, die rituelle Reinheit der Familie –, lag weitgehend bei den Frauen.

Frauen schmuggelten Ritualgegenstände unter Tschaddor

Auch Jüdinnen mussten sich der muslimischen Kleidervorschrift beugen, in der Öffentlichkeit einen Tschaddor, ein traditionelles voluminöses meist schwarzes Gewand, tragen, das sie von Kopf bis Fuß bedeckte und nur das Gesicht freiließ. Der bodenlange Tschador bot den Frauen aber auch die Möglichkeit, koscheres Fleisch, Ritualgegenstände, Gebetsbücher und Haggadot zu verbergen und unbemerkt von einem Ort zum anderen zu transportieren.

Sie waren es auch, die Torarollen, Tefillin und Gebetsschals zu den Männern schmuggelten. Vor Pessach blieben die Frauen bis spät in die Nacht auf, um heimlich Matze, das ungesäuerte Brot, zu backen.

Einige Juden und Jüdinnen, die ihre Religion offen leben wollten, versuchten, Maschhad zu verlassen. Das war hoch riskant, denn der Abfall vom Islam wird in vielen muslimischen Ländern mit dem Tode bestraft, so auch im Iran.

Einige Juden verließen Maschhad und zogen im Iran in andere Städte, wo sie sich den dort bestehenden jüdischen Gemeinden anschlossen. Sie änderten ihre Namen und verschwiegen ihren Herkunftsort Maschhad. Anderen Juden und Jüdinnen gelang es, aus dem Iran zu fliehen. Sie gründeten neue jüdische Gemeinden in Afghanistan, im Russischen Reich und in Indien.

Pilgerfahrt nach Mekka

Andere in Maschhad verbliebene Juden entschieden sich in den 1890er Jahren für einen gewagten Plan: Die örtlichen muslimischen Autoritäten hatten die „Neu-Muslime“ seit geraumer Zeit ermutigt, es den Muslimen gleich zu tun und eine Pilgerfahrt nach Mekka zu unternehmen, die vom Islam geforderte Hadsch, eine der fünf Säulen des Islam. Die Juden, die bereits nach Saudi-Arabien gereist waren, trugen nach ihrer Rückkehr die Ehrbezeichnung Hadschi, einige wurden gar mit einer einflussreicheren Position in Maschhad belohnt.

Kalimi

Die iranischen Juden und Jüdinnen werden von ihren Landsleuten als kalimi bezeichne, denn es herrscht die verbreitete Vorstellung, dass sich ihr Judentum von dem in Israel und anderen Gegenden der Welt unterscheide und dass das persische Judentum dem Islam näher sei. Das Wort kalimi geht auf das arabische „Wa kallamallahu Musa taklima“ zurück, ein Vers aus der Sure An-Nisa (4,164), „die Frauen“. Der Vers bedeutet: „Und Allah sprach direkt zu Mose.“ Er bestätigt, dass Allah direkt mit dem Propheten Mose kommunizierte, wodurch dieser den Titel Kalimullah (derjenige, der mit Allah sprach) erhielt. Dieses bedeutsame Ereignis trug sich nahe dem Berg Sinai zu.

Der Qur‘an berichtet von der Geburt Moses, seiner Zeit am Hofe des Pharaos, seiner Flucht nach Midian, dem brennenden Dornbusch, den zehn Plagen, der Teilung des Meeres und dem Auszug aus Ägypten. Mose, arabisch Mūsā, wurde die Tora, im Qur‘an Taurat genannt, offenbart. Er gilt im Islam als wichtiger Prophet und Gesandter Allahs, arabisch für G´tt, und als Vorbild, um Lektionen über Glauben, Vertrauen in G‘tt und die Gefahren von Arroganz – am Beispiel des Pharaos – zu vermitteln.

Die iranischen Juden nennen sich selbst Yisrãel. In einigen lokalen jüdischen Dialekten, wie dem Judeo-Esfahãni (Isfahan), wird der Begriff Jid verwendet. Zur Unterscheidung werden alle übrigen Juden und Jüdinnen, die außerhalb Irans leben, mit yahudi bezeichnet. Im Qur‘an selbst werden die Juden sowohl als yahud als auch als Banu-Esrā‘il (Söhne Israels) bezeichnet.

Für einige Juden und Jüdinnen, die sich auf die Pilgerfahrt begaben, war das wahre Ziel nicht Mekka, sondern Jerusalem. Auf dem Rückweg von Mekka entkamen sie und erreichten auf einer abenteuerlichen Fluchtroute Jerusalem, wo sie sich niederließen und zwei Synagogen gründeten: Die Synagoge von Hadschi Jeheskel und die Hadschi-Adonijahu-Synagoge. Fast ein Jahrhundert lang führten die Juden und Jüdinnen von Maschhad ein Doppelleben. 1925, mit der Machtübernahme von Reza Schah Pahlavi, galt Religionsfreiheit im Iran, die persischen Juden von Maschhad mussten ihre Identität nicht länger verbergen.

Foto: NLI
Die Hadschi-Adonija-Synagoge in Jerusalem

Im Iran kursiert bis heute eine Legende. Sie besagt, dass die sieben Tora-Rollen der Jüdischen Gemeinde von Maschhad gerettet werden konnten und in den Mauern der Hauptmoschee der Stadt, dem Imam-Reza-Schrein, versteckt wurden. Wer die Torah-Rollen rettete, ist nicht überliefert und lässt Raum für Spekulationen. Gut möglich, dass es einmal mehr die mutigen jüdischen Frauen von Maschhad waren.

Anmerkung der Redaktion: Die Autorin hat vor ihrer Alija, der Einwanderung nach Israel, eine Zeit im Iran gelebt. An der Universität Teheran belegte sie Farsikurse. Im Rahmen ihrer journalistischen Arbeit hat sie auch über das jüdische Leben im Iran recherchiert und berichtet.

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6 Kommentare

  1. Die Juden der persischen Stadt Maschhad müssen zum Islam konvertieren. Die iranischen Moslems dürfen nicht zum Christentum konvertieren. Wie lange müssen wir das barbarische Mullah-Regime noch ertragen?

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  2. Viele strenggläubige Muslime wünschen sich eine Islamisierung der gesamten Weltbevölkerung. Ich habe 1993 mir auf RTL eine Sendung angeschaut, über deutsche Frauen ,die zum Islam konvertiert sind. Die eine tat dies aus Liebe zu einem islamischen Mann und die andere ist, weil sie kein stabiles familiäres Umfeld hatte, an eine islamische Sekte geraten und dort zur Konvertierung zum Islam gebracht worden.

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  3. Also waren sie, wie später in Spanien und dem Rest Europas fast immer sogenannte ,,galvanisierte“ Moslems bzw. Christen, eine Art von Alter Ego religiöser Art, insgeheim aber Juden geblieben, wenn sie nicht den Kiddush Ha Shem vorzogen.
    SHALOM VE SAMEACH PESSACH

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    1. Man kann nicht in den Kopf von Menschen schauen bzw. keiner kann Gedanken lesen. Leider habe ich eine offene Mimik mit der ich mich manchmal ungewollt etwas verrate, aber niemand kann sie 100% richtig interpretieren. Hoffentlich, kann ich noch lange hier Ihre Aeusserungen lesen. Sie sind sehr interessant.

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  4. Ich nehme an, dass die Juden im Iran dort kulturell tief verwurzelt sind, ihnen die Ausreise nach Israel verwehrt wird und sie deshalb trotz Minderheitenstatus dort bleiben (müssen). Warum sonst akzeptieren Juden Bürger 2. Klasse zu sein und die Frauen die dortige Kleiderordnung mit Tschador usw.? Das Leben der Juden muss im Iran eine zutiefst religiöse und politische Gratwanderung sein.
    Ich wünsche den 10.000 dort lebenden Juden und natürlich den Millionen von Iranern von Herzen eine Befreiung der Diktatur.
    Vielen Dank Frau Tegtmeyer für diesen informativen Artikel.

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