Armee: Marinekommandeur der Revolutionsgarde getötet

Israel schaltet den Marinekommandeur der Revolutionsgarde aus. Indes fordern die Emirate, dass bei einem Kriegsende der gesamte Umfang der iranischen Bedrohung Beachtung findet.
Von Israelnetz

JERUSALEM (inn) – Im Krieg gegen den Iran geht Israel weiter gegen hochrangige Militärs vor. Am Donnerstag gab Verteidigungsminister Israel Katz (Likud) bekannt, dass die Armee den Marinekommandeur der Revolutionsgarde, Aliresa Tangsiri, getötet habe. Dieser sei einer der Verantwortlichen für die Sperrung der Straße von Hormus.

Katz erklärte weiter, der Schlag sei ein Zeichen an die Revolutionsgarde: „Die Armee wird Euch nachjagen und Euch nacheinander eliminieren.“ Laut israelischen Vertretern wurde Tangsiri in der Küstenstadt Bandar Abbas bei einer Lagebesprechung mit anderen hochrangigen Kommandeuren getötet, berichtet die „Times of Israel“.

Zugleich verzeichnet Israel auch Rückschläge: Bei dem Bodeneinsatz im Südlibanon ist ein israelischer Soldat gefallen. Das teilte das Militär am Donnerstag mit. Der 21-jährige Ori Grinberg aus Petach Tikva gehörte demnach einer Aufklärungseinheit in der Golani-Brigade an. Ein weiterer Soldat sei durch Eigenbeschuss verletzt worden.

Verletzte bei Raketenbeschuss in Kafr Kassem

Indes setzte der Iran seinen Beschuss auf Israel fort. Eine Rakete mit Streumunition traf am Donnerstagmorgen ein Gebäude in der arabisch geprägten Stadt Kafr Kassem. Dabei wurden sechs Menschen verletzt. Bei weiterem Raketenfeuer auf den Großraum Tel Aviv kam es zu weiteren Verletzten.

Die libanesische Terrormiliz Hisbollah feuerte in der Nacht zum Donnerstag ebenfalls weiter auf Israel. Nach eigenen Angaben war dabei das Hauptquartier der Armee in Tel Aviv ein Ziel. Die israelische Armee erklärte, sie habe die Geschosse abgefangen.

Regelmäßig erleiden Israelis auch Verletzungen bei der Flucht in den Schutzraum. Ein schwerer Fall trat in Safed auf: Dort machte sich ein zwölfjähriges Mädchen bei Raketenalarm in den Schutzraum auf, fiel dabei aber von ihrem Doppelstockbett. Sie verlor ihr Bewusstsein und ihren Puls. Herbeigerufenen Ersthelfern gelang es aber, sie wiederzubeleben.

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Emiratischer Botschafter: Waffenstillstand reicht nicht

Indes bezeichnete der emiratische Botschafter in den USA den Iran als Bedrohung für die weltweite Sicherheit und wirtschaftliche Stabilität. Ein Waffenstillstand als Ende des Konflikts reiche nicht, schrieb Jusef al-Otaiba in einem am Donnerstag erschienen Gastbeitrag für das „Wall Street Journal“ (WSJ).

Vielmehr sei ein Ergebnis nötig, das den vollen Umfang der iranischen Bedrohung anspreche: die nuklearen Fähigkeiten, Raketen, Drohnen, Terrorableger und die Blockade internationaler Seewege. „Einen Zaun um das Problem zu bauen und sich zu wünschen, dass es verschwindet, ist nicht die Antwort. Das würde nur die nächste Krise aufschieben.“

Mehrere Szenarien möglich

Das Weiße Haus rechnet offiziell damit, dass der Krieg insgesamt sechs Wochen in Anspruch nimmt. Demnach sind noch zwei Wochen vorgesehen. US-Präsident Donald Trump (Republikaner) soll seinen Beratern mitgeteilt haben, dass er keinen längeren Konflikt wünsche und eine diplomatische Lösung anstrebe.

Andererseits verstärken die USA derzeit ihre militärische Präsenz in der Region. Der Einsatz von Bodentruppen gehört zu den möglichen Szenarien. Einige Vertraute des Präsidenten plädieren laut WSJ für ein noch härteres Vorgehen, um einen Regimewechsel zu erreichen.

Am Donnerstag teilte die amerikanische Botschaft im Irak mit, dass mit dem Iran verbündete Milizen Angriffe auf US-Bürger und mit den USA verbundene Einrichtungen verübt haben. Die Botschaft empfahl den Staatsbürgern, das Land zu verlassen.

Der Befehlshaber des für die Region zuständigen Zentralkommandos des US-Militärs (CENTCOM) erklärte, die USA hätten nun 10.000 Ziele des Regimes angegriffen. So seien 92 Prozent der größeren Schiffe der Marine zerstört, ebenso wie zwei Drittel der Produktionsstätten für Drohnen, Raketen und Schiffen, erklärte Brad Cooper. „Wir sind auf dem Weg, den iranischen Rüstungsapparat vollständig zu zerstören.“

Analysten: Auch wirtschaftlicher Druck nötig

Analysten weisen aber darauf hin, dass der Iran weiter über erhebliche Marinefähigkeiten verfügt, darunter Kleinboote und Schiffsabwehrraketen. Nach Einschätzung des Washingtoner Instituts reicht es nicht, diese auszuschalten, um die Schifffahrt zu sichern. Nötig sei es, zugleich den wirtschaftlichen Druck auf den Iran zu erhöhen, etwa durch eine Blockade von Schiffen, die Rohmaterial und Industriegüter in den Iran bringen.

Der konservative Kolumnist Bret Stephens vertritt in der „New York Times“ die These, dass der Krieg für die USA und Israel besser läuft, als viele annehmen. Er vergleicht die Operation mit den Gegebenheiten beim Golfkrieg Anfang der 1990er Jahre. Damals habe der Irak 39 Raketen auf Israel abgefeuert, die das Patriot-Abwehrsystem nicht abfangen konnte. Heute wehre Israel 92 Prozent der bislang gut 400 Raketen ab.

In Afghanistan und im Irak hätten die USA Fehler gemacht, nämlich durch den Versuch, eine Neuordnung der Gesellschaften herbeizuführen, schrieb Stephens weiter. „In diesem Krieg hoffen wir, dass das iranische Volk die Gelegenheit der Schwäche ihrer Führung nutzt und ihr Schicksal in die Hand nimmt. Aber wir werden es nicht für sie machen.“ (df)

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