JERUSALEM (inn) – Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu (Likud) hat das iranische Volk erneut dazu aufgerufen, um die Freiheit zu kämpfen. Es handele sich um eine einmalige Chance, schrieb er am Dienstag auf der Plattform X. Israel und die USA würden die „Tyrannen von Teheran“ so hart treffen wie nie zuvor. „Ihr müsst also handeln. Wir schaffen die Bedingungen dafür.“
Er betonte, Israel habe bereits tausende Mitglieder der Revolutionsgarde getötet und hunderte Raketenwerfer zerstört. Die Angriffe auf das Regime und seine Einheiten würden fortgeführt. In den kommenden Tagen könnten die Iraner „ihr Schicksal ergreifen“.
Der iranische Kronprinz Reza Pahlavi sprach am Mittwochmorgen von einer „kritischen Phase unseres letzten Kampfes“. Die Iraner sollten sich Vorräte anlegen, nicht zur Arbeit erscheinen und als Zeichen der Einheit nachts die Gesänge gegen das Regime fortführen. An die Sicherheitskräfte gerichtet schrieb er: „Das ist ihre letzte Chance, sich von den unterdrückerischen Kräften zu trennen und sich dem Volk anzuschließen.“ Er schloss mit dem Appell: „Wartet auf meinen finalen Aufruf.“
Der nationale Polizeichef warnte die Iraner am Dienstag vor weiteren Protesten. „Wenn jemand nach den Wünschen des Feindes handelt, werden wir ihn nicht als Demonstranten, sondern als Feind betrachten“, sagte Ahmad-Reza Radan im staatlichen Rundfunk. Das Regime hatte bereits bei den Protesten im Januar tausende Demonstranten getötet.
Rätseln um den neuen Obersten Führer
Über den Verbleib und Zustand des neu gewählten Obersten Führers, Modschtaba Chamenei, herrscht weiter Unklarheit. Seit Beginn der aktuellen Kampfhandlungen war er nicht öffentlich zu sehen. Laut einem Bericht der „New York Times“ wurde er beim Eröffnungsschlag verwundet, insbesondere an den Beinen. Von Regimevertretern hieß es jedoch, er sei wohlauf.
Einem Bericht der Nachrichtenagentur „Reuters“ zufolge hatte die Revolutionsgarde auf die Wahl Chameneis gedrängt, deren Verkündung am Sonntag erfolgte. Sie sieht ihn demnach als „biegsamer“ im Vergleich zu seinem Vater und Amtsvorgänger Ali Chamenei, der beim Eröffnungsschlag getötet wurde.
Laut dem Bericht bedeutet die Wahl Chameneis, dass das Regime eine aggressivere Linie als bislang fährt. Das gelte sowohl für das Inland wir auch für Kampfhandlungen im Ausland.
Sa’ar: Revolutionsgarde als Terror-Organisation einstufen
Der israelische Außenminister Gideon Sa’ar (Neue Hoffnung) rief den UN-Sicherheitsrat am Dienstag dazu auf, die Revolutionsgarde sofort als Terror-Organisation einzustufen. Zudem forderte er eine Verurteilung des Iran wegen dessen „feindlichen Handlungen in der Region und seiner jahrzehntelangen destabilisierenden Aktivität“. Den Vorsitz des Sicherheitsrates haben in diesem Monat die USA inne.
Die Europäische Union hatte die Revolutionsgarde bereits Ende Januar auf die Liste der Terror-Organisationen aufgenommen. In Großbritannien ist so ein Schritt im Gespräch. Am 5. März forderte der Stadtrat von London Bürgermeister Sadiq Khan (Labour) dazu auf, einen entsprechenden Appell an die Regierung zu richten. Diese zieht es bislang vor, einzelne Mitglieder zu sanktionieren.
Straße von Hormus im Fokus
Unterdessen spitzt sich die Lage an der Straße von Hormus zu. Der Iran hat laut einem Bericht von CNN damit begonnen, dort Wasserminen zu legen. Die USA zerstörten nach eigenen Angaben mehrere Minenschiffe. Der Seeweg ist seit Beginn der Kampfhandlungen am 28. Februar faktisch gesperrt. Durch ihn laufen in der Regel 20 Prozent der weltweiten Rohöllieferungen.
Am Mittwoch kamen erstmals seit drei Tagen kommerzielle Schiffe in der Region unter Beschuss. Laut Berichten der britischen Schifffahrtsaufsicht in der Region (UKMTO) gab es keine Verletzten.
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Israel: Hälfte der iranischen Raketen mit Streumunition
Das israelische Militär teilte indes am Dienstag mit, dass rund die Hälfte der bislang 300 vom Iran auf Israel abgefeuerten Raketen mit Streumunition versehen ist. Die Abwehr sei zwar effektiv, aber herausfordernd. Erst am Dienstag wurden zwei Bauarbeiter durch diesen Waffentyp getötet.
Bei der Streumunition enthalten die Sprengköpfe mehrere kleinere Einheiten von mehreren Kilogramm Sprengstoff. Diese verteilen sich wahllos über einen Umkreis mit einem Radius von 10 Kilometern. Ein Übereinkommen von 2008 unter mehr als 100 Ländern verbietet den Einsatz dieser Munition. Israel und der Iran gehören jedoch nicht zu den Unterzeichnern. (df)
2 Kommentare
Streumunition werfen Schurkenstaaten. UNO Terror freundlich? England zögerlich?
Iran knechtet weiter das Volk. Revolutionsgarden mächtig. Vermienen sie die Meeresstrasse? Libanesische Armee zu schwach gegen Hisbollah. Wer weiß, wer bei denen korrupt ist und pro Hisbollah?
OT: Wir verlassen schon Morgen das Herzensland. Hat sich so ergeben.
Heute von Bunker zu Bunker, mal auf Oberfläche laufen, dann wieder nach unten rennend, verabschieden von allen Lieben. Nicht einfach. Klagemauer noch gesperrt aus Sicherheitsgründen.
Las, dass in der BRD Benzinpreise explodierten und nur dort. Mir schrieb jemand Wts, dass IL schuld wäre. WIR sind es immer, wenn wir uns gegen terroristische Massenmörder wehren. Danke IDF. WIR LIEBEN EUCH.💙🇮🇱
Ganz liebe Grüsse und danke zur Redaktion. Shalom
OT: Christin, diesmal kein Kaffee trinken in Österr. Hospiz. Und Apfelstrudel….🤔
Die Benzinpreise explodieren auch in Frankreich und im Rest Europas.