Massive Angriffe auf Hisbollah-Hochburg in Beirut

Israel geht mit Luftangriffen gegen die Hisbollah im Libanon vor. Der Beschuss aus dem Iran lässt indes nach, bleibt aber gefährlich.
Von Israelnetz
Kampfflieger der Israelischen Luftwaffe beim Irankrieg 2026

JERUSALEM (inn) – Das israelische Militär hat in der Nacht zum Freitag Hisbollah-Ziele in der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen. Ins Visier kamen dabei zehn Gebäude der Terrormiliz in dem Außenbezirk Dahije. Am Freitag setzte die Luftwaffe den Beschuss fort. Dabei griff sie auch Ziele in der Küstenstadt Sidon an.

Die Armee hatte Bewohner angewiesen, die betroffenen Viertel wie auch den gesamten Südlibanon zu verlassen. Der Menschenrechtskommissar der Vereinten Nationen, Volker Türk, zeigte sich am Freitagmorgen aufgrund dieser Entwicklungen „sehr besorgt“. Hunderttausende Libanesen hätten Angst und wüssten nicht wohin. Der Österreicher rief zu einer sofortigen Einstellung der Kämpfe auf.

Die Hisbollah war am Montag durch Beschuss auf Israel dem Militärkonflikt zwischen Israel und den USA einerseits und dem Iran andererseits beigetreten. Wie die israelische Armee am Freitag mitteilte, beschoss die Luftwaffe seither mehr als 500 Ziele der Terrormiliz. Dazu gehören unter anderem das Kommandozentrum des Leitungsgremiums sowie ein Drohnenlager. Mehr als 70 Hisbollah-Terroristen seien getötet worden.

Angriff auf Chameneis Bunker

Am Freitagmorgen wurden acht Soldaten in Israel nahe der Grenze zum Libanon verwundet, fünf davon schwer. Das wurde am Nachmittag bekannt. Eine Rakete hatte eine Armeestellung getroffen. Bei einem der Leichtverletzten handelt es sich um den Sohn von Finanzminister Bezalel Smotritsch. Seine Partei „Religiöser Zionismus“ bestätigte entsprechende Medienberichte.

Auch die Angriffe auf den Iran gehen weiter. Am Freitagnachmittag teilte die israelische Luftwaffe mit, sie habe Ziele des Regimes in Teheran und in Isfahan angegriffen. Dazu gehöre auch ein unterirdischer Bunker des bereits am Samstag getöteten Obersten Führers Ali Chamenei. Dabei seien 50 Kampfjets zum Einsatz gekommen.

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Schutzmaßnahmen gelockert

Israel erlebt indes weiter Beschuss aus dem Iran. Es kommt regelmäßig zu Raketenalarm, vor allem im zentralen Landesteil. Raketenalarm war am Freitag aber auch im Süden, in und um Be’er Scheva zu hören.

Das Heimatschutzkommando ordnete am Donnerstag trotz des anhaltenden Beschusses eine Lockerung der Schutzmaßnahmen an. So konnten Unternehmen am Mittag wieder ihre Arbeit aufnehmen. Auch Versammlungen mit bis zu 50 Beteiligten sind erlaubt. Dabei gilt immer die Bedingung, dass ein Schutzraum vorhanden sein muss. Schulen bleiben vorerst weiter geschlossen und bieten Fernunterricht.

Das dritte Freitagsgebet auf dem Tempelberg im Fastenmonat Ramadan sagten die Behörden ab. Auch andere religiöse Stätten wie die Klagemauer oder die Grabeskirche bleiben wegen des anhaltenden Raketenfeuers gesperrt. Die Polizei dankte der Öffentlichkeit am Freitag. „Ihre Einhaltung der Regeln rettet direkt Leben.“

Weniger Beschuss aus dem Iran

Indes hat nach Angaben der Israelis und der Amerikaner der Beschuss aus dem Iran nachgelassen. Der israelische Armeechef Ejal Samir sagte am Donnerstag, 80 Prozent der iranischen Luftverteidigung und 60 Prozent der Raketenstartrampen seien zerstört. Die Bedrohung sei jedoch noch nicht beseitigt.

Wie das US-Militär mitteilte, sind die täglichen Raketenangriffe aus dem Iran seit Beginn der Kampagne um 90 Prozent zurückgegangen. Mit Blick auf Drohnenangriffe sei der Wert um 83 Prozent gefallen, sagte Brad Cooper. Der Kommandant des für die Region zuständigen Zentralkommandos (CENTCOM) trat am Donnerstag mit dem amerikanischen Kriegsminister Pete Hegseth (Republikaner) vor die Presse.

Cooper erklärte weiter, der Iran habe inzwischen mehr als 30 Schiffe seiner Marine verloren. Erst kürzlich hätten amerikanischen Streitkräfte einen Drohnenträger beschossen. Ziel der USA sei es, die gesamte iranische Marine zu zerstören. Cooper betonte außerdem, zu den militärischen Zielen gehöre auch die Zerstörung der Raketenindustrie, um eine Wiederaufnahme der Produktion zu verhindern.

Trump bietet Immunität an

US-Präsident Donald Trump (Republikaner) rief Mitglieder der Revolutionsgarde am Donnerstag dazu auf, die Waffen zu strecken. Er stellte Immunität für Überläufer in Aussicht. An iranische Diplomaten appellierte er, Asyl zu beantragen.

Weiter nahm er für sich in Anspruch, Einfluss auf die Wahl des nächsten iranischen Staatenlenkers zu nehmen. In einem Gespräch mit der amerikanischen Nachrichtenseite „Axios“ sprach er sich dabei gegen den Sohn von Chamenei aus: Modschtaba Chamenei sei ein „Leichtgewicht“. „Wir wollen jemanden, der dem Iran Frieden und Harmonie bringt.“

Der iranische Präsident Masud Peseschkian erklärte am Freitag, einige Länder der Region hätten mit Vermittlungsbemühungen begonnen, um die Kampfhandlungen zu beenden. Der Iran sei an „dauerhaftem Frieden in der Region“ verpflichtet, schrieb er auf X. Das Land werde sich jedoch ohne Zögern verteidigen. (df)

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15 Kommentare

  1. Bezweifle nicht, dass die Luftwaffe Israels die Hezbollahverbrecher ausschalten wird!

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  2. Glückwunsch zu den Erfolgen der IDF ! Ich wünsche der IDF und der US Army weiter viel Erfolg, am Ende wird Gerechtigkeit siegen. Gut zu lesen, dass die Hisbollah erheblich geschwächt ist.

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    1. Unlogisch! Einerseits stuft man sie als Terroristen ein, andererseits bietet man ihnen Immunität an. Als ob Trump die Ideologie dieser Mörderbande verändern könnte. Das hat man Hamaskämpfern auch schon angeboten; haben sie abgelehnt, das wäre Unterwerfung.

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  3. „He Who blessed our forefathers
    Abraham, Isaac and Jacob-
    May He bless the fighters
    of the Israel Defense Forces,
    Who stand guard over our land
    and the cities of our God,
    From the border of the Lebanon
    to the desert of Egypt,
    And from the Great Sea
    unto the approach of the Aravah,
    On the land,
    In the air; and on the sea.
    May the Almighty cause the enemies
    who rise up against us
    to be struck down before them.
    May the Holy One,
    Blessed is He,
    preserve and rescue our fighters
    From every trouble and distress
    And from every plague and illness,
    And may He send blessing and success
    in their every endeavor.“

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    1. @Prayer
      Das „Mi Sheberach“. Danke für den Auszug aus dem wunderbaren Gebet für die IDF. Es lohnt sich, es ganz zu lesen.

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  4. Ja, Israel muss handeln, präventiv, um Gefahr für das Land im Vorhinein auszuschalten. Allerdings, so meine ich, sollte Israel auch nicht „auf Gedeih oder Verderb“ Trump folgen. Man sollte sich immer fragen: Was beabsichtigt Trump wirklich? Sind es ausschließlich die Interessen Israels – oder auch eigene? Führt Trump hier nicht Israel in einen sehr, sehr langen Konflikt hinein, sind die Opfer, die Israel jetzt bringen muss mit der Zerstörung in Städten, Toten, das Vorgehen wert? Ich frage das als Freund Israels. Und ich bin froh, dass Netanjahu die Bibel kennt, das Buch Ester, auf dass er sich kürzlich berief. Ich bete, dass Gott Netanjahu auf der Grundlage der Bibel aufzeigt, was momentan und „auf Sicht“ das Richtige ist.

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  5. Psalm 121,4 – Lutherbibel 2017: „Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht.“ Das ist der allergrößte Trost. Und nicht nur Trost, felsenfeste GEWISSHEIT! Gott behütet Sein Volk!

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  6. Alle die iranischen Familien, die Ihre Toten zu beklagen haben, die für Ihr Land eingetreten waren, haben es verdient, dass die Verantwortlichen strecken und nicht mit ihren Söhnen und Töchtern das Unheil weiter treiben. Das sollte doch jedem einleuchten. Aber heute muss man sich schämen Spanier, Engländer oder Norweger zu sein. Ich glaube der Franzose ist auch etwas nebender Spur oder will er sich nur mal ins Gespräch bringen, mit einer Aussage, Angriffe sofort zu beenden. Diese Länder verbreiten eine Stimmung, als wäre ihr bester Freund gestorben und als könnten es noch mehrere werden. Was ist nur aus den ehemaligen so glorreichen Weltmächten geworden? Feiglinge sind sie und spielen dem Feind in die Hände. Wenn der Russe und der Chinese anklopft, dann öffnen wie wahrscheinlich gleich mal Ihre Landebahnen. Armer Haufe!!! Nur Einheit macht stark. Aber das zerbricht den um eigene Vorteile kämpfenden Nationen unter den Händen. Wo endet das? Ja, im selbstverschuldeten Chaos. Aber man kann ja umkehren und zur Besinnung kommen, eh es zu spät ist. Nur Mut!

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  7. Und leider ist auch Hizbollah immer noch gefährlich, wie man an zwei toten Zahalniks festellen muss, einer von der Galiläa Division , der andeŕe ein Mechaniker, in ihrem Fahrzeug wahrscheinlich von Mörser-oder Raketenfeuer getötet wurden bei einem Bergungsversuch für ein anderes festgefahrenes Fahrzeug.
    SHALOM

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  8. Die Hisbollah wird genau so niederbetoniert wie die Revolutionsgarden im Iran! Demnächst wird es wohl auch den Nachfolger Chameneis treffen, angeblich soll sein Sohn schon als Nachfolger feststehen!

    Danke an die IDF!

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  9. Maxim, der Chamenei-Sprössling könnte eine recht kurze Halbwertszeit ausweisen und seinem Erzeuger relativ rasch folgen.
    SHALOM

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