JERUSALEM (inn) – In Israel kommt es weiter regelmäßig zu Luftalarmen infolge iranischer Angriffe. Auch die vom Iran unterstützte Terrormiliz Hisbollah beschießt weiter Ziele in Israel. Der Rettungsdienst Roter Davidsstern teilte am Donnerstagnachmittag mit, dass es lediglich Verletzungen bei der Flucht in die Schutzräume gegeben habe.
Bei einer der Angriffswellen musste ein Flugzeug der israelischen Fluggesellschaft El Al, das Israelis heimbrachte, eine Landung abbrechen. Eine Minute vor dem Aufsetzen auf dem Flugfeld des Ben-Gurion-Flughafens kam es zu Raketenalarm in Zentralisrael, so dass der Flieger wieder aufsteigen musste.
Das Gesundheitsministerium teilte am Donnerstag mit, dass seit dem Beginn der Militärkampagne „Löwengebrüll“ 1.473 Verletzte in Krankenhäusern versorgt wurden. Bislang beklagt Israel zudem neun Tote infolge eines Raketeneinschlages in Beit Schemesch am ersten Tag der Militärkampagne „Löwengebrüll“ und zwei weitere Opfer.
Das Ministerium wies darauf hin, dass viele Verletzungen bei der Flucht in die Schutzräume entstünden. Es rief Senioren auf, sich frühzeitig in die Schutzräume aufzumachen und sich dabei langsam und vorsichtig zu bewegen.
Große Gefahr geht auch von herabstürzenden Trümmerteilen aus. In Rosch HaAjin – etwa 20 Kilometer westlich von Tel Aviv gelegen – setzte ein Trümmerteil mehrere parkende Autos in Brand, so dass die Feuerwehr anrücken musste.
תיעוד מיוחד – לוחמי האש פועלים בזירת נפילה pic.twitter.com/b2w6dvrOmN
— כבאות והצלה לישראל (@102_IL) March 5, 2026
Warnung vor wirtschaftlichen Folgen
Indes warnte das Finanzministerium am Mittwoch vor den wirtschaftlichen Folgen der Schutzmaßnahmen. Die Schließung nichtessenzieller Unternehmen koste die Wirtschaft umgerechnet etwa 2,7 Milliarden Euro pro Woche.
In einem Schreiben an das Heimatschutzkommando forderte das Finanzministerium eine Senkung der Alarmstufe von Rot auf Orange. Dann könnten Betriebe ihre Arbeit fortführen, sofern die Angestellten Zugang zu Schutzräumen haben. Schulen würden weiter geschlossen bleiben.
Regionale Aufgabenverteilung
Israel und die USA setzten ihre Angriffe auf Anlagen des iranischen Regimes am Mittwoch indes fort. Unter anderem nahm die israelische Luftwaffe nach eigenen Angaben das Hauptquartier der Revolutionsgarde in Teheran ins Visier. Auch eine Einheit des internen Sicherheitsdienstes, die für die Unterdrückung von Protesten zuständig ist, sei unter Beschuss gekommen.
Die Armee äußerte sich außerdem zur Koordination mit den Amerikanern. Die Israelis beschießen demnach vor allem Raketenstarter und Militäranlagen im Westen und im Zentrum des Landes; vor dort gehe die Gefahr für Israel aus. Die Amerikaner konzentrierten sich auf Ziele im Süden, von denen die Golfregion bedroht sei.
Die israelische Luftwaffe ist außerdem in erheblichem Maß angewiesen auf Betankung durch die Amerikaner. Deren Betankungsflotte sei zehnmal größer als die der Israelis. Ein Hinflug von Israel bis in den iranischen Luftraum hat eine Länge von mindestens 1.500 Kilometer.
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Iran greift weiter arabische Länder an
Der Iran setzte auch den Beschuss von Ländern in der Region fort. Der Golfstaat Katar bestätigte am Donnerstag einen Angriff, ohne dessen Quelle zu nennen. Dabei sei das Abwehrsystem zum Einsatz gekommen.
Die Vereinigten Arabischen Emirate teilten am frühen Nachmittag mit, dass der Iran seit dem Morgen bereits sieben Raketen und 131 Drohnen auf Ziele in dem Land abgefeuert habe. Seit Samstag habe das Regime in Teheran 196 Raketen auf die VAE abgefeuert. Zwei davon seien eingeschlagen, 13 seien über dem Meer niedergegangen, 181 seien abgefangen worden.
Katar war bereits am Montagmorgen ein Angriffsziel. Laut dem amerikanischen Sender CNN schoss die katarische Luftwaffe zwei mit Bomben bestückte iranische Kampfflieger ab, die nur noch zwei Minuten vom amerikanischen Luftwaffenstützpunkt Al-Udeid entfernt waren.
Der israelische UN-Botschafter Dani Danon sagte am Mittwoch, der Iran verhalte sich wie ein verwundetes Tier. Indes hätten Vertreter mehrerer arabischer Länder die Bitte geäußert, weiter mit voller Macht gegen den Iran vorzugehen.
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US-Militär: Kämpfe womöglich bis September
Die Armee rechnet indes damit, dass die Einsätze gegen den Iran noch bis zu zwei Wochen anhalten. Das erfuhr die Nachrichtenseite „Times of Israel“ aus Militärkreisen. Ziel sei eine „systematische Schädigung“ des Regimes und der Militäranlagen.
Die Amerikaner gehen jedoch davon aus, dass die Kämpfe noch bis zum September dauern könnten, wie die Nachrichtenseite „Politico“ am Mittwoch berichtete. Das habe das für die Region zuständige Zentralkommando (CENTCOM) dem US-Verteidigungsministerium mitgeteilt. (df)
2 Kommentare
Kämpfe möglicherweise bis September?
Na, ich hoffe, solange wird es nicht dauern, sonst ist keiner von den tonangebenden Leuten mehr am Leben, der noch ,,ONKEL“ rufen oder eine Kapitulation unterschreiben könnte.
SHALOM
Vertreter mehrerer arabischer Länder haben die Bitte geäußert, weiter mit voller Macht gegen den Iran vorzugehen. Auch wir bitten darum.