Zur neuen Normalität der vergangenen Jahre gehört der ungezügelte Antisemitismus und Israelhass. Die Schmähungen gegen Juden und den jüdischen Staat haben im vermeintlich aufgeklärten Westen schon lange ein Ausmaß erreicht, das unerträglich ist. Im schlimmsten Fall kommt es in der Folge zu tödlichen Terroranschlägen, wie Mitte Dezember in Sydney.
Zu dem inzwischen normalen Wahnsinn gehört der wiederholte „Genozid“-Vorwurf auf der Berlinale. In diesem Jahr war es der syrisch-palästinensische Regisseur Abdallah Alkhatib, der ihn auf der Bühne vortrug. In seiner Tirade warf er der Bundesregierung vor, beim „Genozid“ mitzumachen und drohte seinen Zuhörern: „Palästina“ werde nicht vergessen, wer gegen sie stand. Angesichts der Terrorgeschichte der Palästinenser ist klar, was diese Drohung bedeutet.
Selektive Empörung
Alkhatib reiht sich mit dem „Genozid“-Vorwurf in die Riege von Filmschaffenden ein, die es für eine Tugend halten, gegen Israel zu giften. Schauspieler wie Penélope Cruz oder Javier Bardem erheben diesen Vorwurf übrigens schon seit 2014. Zugleich schweigen sie zu Terror, Hass und Hetze bei den Palästinensern und die Taktik der Hamas, sich inmitten der Bevölkerung zu verschanzen.
Im Übrigen ist hier zu sehen, wie perfide die Methode der Schmähung ist: Einerseits soll Israel schon längst mit dem „Genozid“ gegen die Palästinenser befasst sein; andererseits zeigen anti-israelische Aktivisten auf Social Media den Gazastreifen als Paradies, das Israel im Krieg nach dem Terrormassaker des 7. Oktobers zerstört habe. Wie man es auch dreht und wendet, Israel ist in dieser Logik immerzu das Böse.
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Gesten des Protestes
Inmitten dieser schon oft beschriebenen Zustände finden sich aber auch Lichtblicke. Da ist die einsame Stimme aus dem Publikum bei der Berlinale, die dem Auftritt Alkhatibs ein „Free Gaza from Hamas“ entgegenschleuderte. Wenigstens ein Widerspruch, auch wenn der Applaus für Alkhatib die Denkweise der meisten Zuhörer belegt.
Positiv herauszustellen ist auch Bundesumweltminister Carsten Schneider, der die Veranstaltung aus Protest gegen die Rede verließ. Der SPD-Politiker hat hier geistesgegenwärtig das einzig Richtige getan.
CDU gegen Terrorfinanzierung
Ein weiterer Lichtblick ist der Beschluss der CDU, die Finanzierung des UN-Hilfswerks für Palästina-Flüchtlinge zu streichen. Die Partei hat endlich erkannt, dass die UNRWA ein Hindernis für eine Beilegung des israelisch-arabischen Konfliktes ist, etwa durch die Vererbung des Flüchtlingsstatus, die es nur bei den Palästinensern gibt. Nach dem Willen der CDU soll es weiter Hilfen geben, aber eben durch andere Organisationen wie das UN-Flüchtlingswerk UNHCR.
Auch Gelder für die Palästinensische Autonomiebehörde sollen eingefroren werden, wenn diese etwa weiterhin Terroristen belohnt, haben die Delegierten auf dem Parteitag in Stuttgart beschlossen. Warum derlei Schritte erst jetzt erfolgen, bleibt die Frage. Aber immerhin steht nun ein Beschluss, der in die richtige Richtung weist. Kein deutscher Steuerzahler sollte palästinensischen Terror mitfinanzieren müssen.
Die genannten Aspekte nähren die Hoffnung, dass die deutsche Politik ihre oft unkritische Haltung gegenüber palästinensischen Einrichtungen wie Autonomiebehörde oder UNRWA überdenkt. Es braucht Mut und Stärke, diesen Weg weiter zu gehen.
7 Antworten
Die Berlinale wird zu einem Sprachrohr der Israelfeinde, eine weltweite Entwicklung, die auch bei uns nicht Halt macht. Menschlich ist es so gut wie unmöglich, dem Antisemitismus etwas entgegenzusetzen. Gottlose Menschen denken auch noch, dass sie das Richtige tun. Die Gottlosigkeit weltweit – ist der Treibstoff für den globalen Antisemitismus. Auch die kleinen Lichtblicke wie auf dem CDU – Parteitag beschlossen, können diesen Trend nicht aufhalten.
Lieber Gruß Martin
Dass Bundesumweltminister Carsten Schneider rausgegangen ist, ist gut.
Dass das andere Rumgehopse drin geblieben ist, ist eine Schande.
Und das von unseren Steuergeldern.
Danke Daniel Frick für diese richtige Einschätzung, von Ihnen kommen immer wieder sehr gute Beiträge.
Auch ich fand, dass Carsten Schneider das Richtige tat, indem er den Saal verließ. Bühne frei für die israelverachtenden Kulturschaffenden. Es gibt in DE nur noch wenige Galas, wo keine israelfeindlichen Parolen erklingen. Willst du dazugehören, sei gegen Israel.
Indessen fürchte ich bei dem Beschluss der CDU, dass die Unterstützung der Palästinenser auf dem Umweg über die EU weitergeht. Herrn Guterres wird der Beschluss der CDU wenig interessieren.
Ein Punkt auf dem Parteitag hat mir gefehlt: Strikte Verweigerung der Einreise von Fr. Albanese.
Nun, ich stehe gegen euch Palästinenser.
Sollte der Iran in seiner jetzigen Form nach dem Krieg, den jetzt alle erwarten nicht mehr existieren, werden wir Juden uns besonders an jene erinnern, die am lautesten nach unserer Vernichtung gegrölt und gekreischt haben
SHALOM
Die CDU will die Zahlungen an die UNRWA beenden, aber die Zahlungen an die pro Hamas-Berlinale fortsetzen.
Inzwischen bin ich ja schon froh und dankbar für jede einzelne öffentliche Stimme und Geste, die ein „Nein!“ zeigt, die sich gegen diese Dämonisierung Israels und der Juden stellt und nicht in das Lügenmärchen von den pöhse „unterdrückten“ und angeblichen „Unschuldslämmchen“ aka Palästinensern einfällt.
Ich hoffe und bete, dass unsere Politiker, die dort wirklich Profil zeigen für Israel, auch standhaft bleiben, das Gespräch suchen und zu überzeugen versuchen und nicht irgendwann aufgrund von Druck einknicken oder Rückzieher machen.
Houlala, da werden die französischen „Kulturschaffenden“ demnächst Deutschland boykottieren, ich zittere schon. Annie Ernaux tut das ja schon seit Beginn des Gaza-Kriegs. Also, ihre Tantiemen für den Verkauf ihrer unleserlichen Bücher in Deutschland kassiert sie natürlich, soweit geht die Solidarität dann doch nicht.