Rund 250.000 Teilnehmer bei Protest gegen das Iranregime

Hunderttausende fordern in München und in Städten weltweit den Sturz des iranischen Regimes. US-Präsident Trump hält dieses Ergebnis für die beste aller Möglichkeiten.
Von Israelnetz
Bei der Großkundgebung in München waren iranische Flaggen mit dem Löwen und der Sonne zu sehen – und Flaggen des Staates Israel

MÜNCHEN (inn) – Während der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) haben rund 250.000 Menschen gegen das Regime in Teheran demonstriert. Bei der Veranstaltung am Samstag auf der Theresienwiese traten unter anderen Kronprinz Reza Pahlavi und der amerikanische Senator Lindsey Graham (Republikaner) auf.

Pahlavi hatte Exiliraner in Europa und Amerika Anfang Februar für den 14. Februar zu einem „Globalen Aktionstag“ in drei Städten aufgerufen: Neben München auch in Los Angeles und Toronto. In Los Angeles und Toronto folgten jeweils 350.000 Menschen dem Aufruf. Sie forderten den Sturz des Regimes und die Unterstützung der USA und anderer Länder.

Zu Demonstrationen kam es weltweit auch in weiteren Städten, darunter Athen, Tokio, Melbourne und New York. In London, Lissabon und Tel Aviv gingen ebenfalls Demonstranten auf die Straße.

Anlass für die Proteste ist die brutale Unterdrückung der Proteste durch das Regime seit Ende Dezember. Laut der Organisation „Zentrum für Menschenrechte im Iran“ gibt es mehr als 6.500 bestätigte Tote, mehr als 11.700 Meldungen von Toten würden geprüft. Pahlavi sprach von rund 40.000 getöteten Demonstranten.

Graham: Dem Regime ein Ende setzen

Der Kronprinz wandte sich bei seinem Auftritt in München an seine Landsleute im Iran: „Wisst, dass ihr nicht allein seid, heute steht die Welt an eurer Seite“, sagte der 65-Jährige. Im Gegensatz zu dem „korrupten Regime“ verträten die Demonstranten Kultur und Zivilisation. „In einem zukünftig freien Iran werden wir der Welt zeigen, was für eine großartige Nation wir sind.“

Senator Graham rief „alle freiheitsliebenden Menschen“ auf, die Demonstranten im Iran zu unterstützen. Dabei bat er insbesondere das amerikanische Volk um Unterstützung: Die Iraner verdienten Freiheit; das Volk werde ein Freund und Verbündeter der USA sein. An die Demonstranten im Iran gewandt sagte er: „Ich habe eure Schreie gehört. Ich bin hier, um euch zu helfen. Wir werden diesem mordenden Regime ein Ende setzen.“

Söder: Demonstration ist Zeichen der Solidarität

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bekundete ebenfalls Unterstützung für die Demonstranten. Die Großkundgebung in München setze „ein starkes Zeichen der Solidarität und fördert die internationale Sichtbarkeit des Protests“, sagte er in einer Mitteilung am Samstag. „Es braucht einen weltweit entschlossenen Einsatz, damit es im Iran zum Wandel kommen kann.“

Die Polizei von München sprach von „einer der größten Veranstaltungen der letzten Jahre“. Sie dankte den Teilnehmern „für den herzlichen und freundlichen Umgang mit den eingesetzten Kräften“. Weiter schrieb sie in einer Pressemitteilung: „Besonders hervorzuheben ist die friedliche Stimmung, trotz der hohen Anzahl von Versammlungsteilnehmern.“

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Pahlavi: Welt steht vor Entscheidung

Pahlavi nahm auch an der MSC teil. Dort sagte er bei einer Pressekonferenz, die Großkundgebungen seien an Appell an westliche Demokratien, den Iranern zu helfen. Die Welt stehe vor der Entscheidung, darauf zu hören oder einmal mehr eine Beschwichtigungspolitik gegenüber dem Regime zu betreiben.

Er betonte weiter, er selbst habe kein Interesse an einer Rolle nach dem Sturz des Regimes und der Übergangszeit. Er verstehe sich lediglich als Akteur, der den Übergang zu einer Demokratie anführt; wenn dies geschehen sei, halte er seine politische Rolle für beendet. Zu den Prinzipien der Demokratie gehörten unter anderen individuelle Rechte und eine Trennung von Staat und Religion.

Trump: Sturz des Regimes wäre das Beste

Am Dienstag ist eine weitere Verhandlungsrunde zum Atomprogramm zwischen Vertretern des Regimes in Teheran und den USA angedacht. Sie finden unter Vermittlung des Oman in Genf statt. Pahlavi erklärte, mit den Verhandlungen wolle sich das Regime Zeit erkaufen.

US-Präsident Donald Trump (Republikaner) sagte indes am Freitag, ein Sturz des Regimes im Iran wäre „das Beste, was passieren könnte“. Aktuell befindet sich der Flugzeugträger Gerald Ford nebst Begleitschiffen auf dem Weg in die Region. Dort halten sich bereits der Flugzeugträger Abraham Lincoln und weitere amerikanische Streitkräfte auf. (df)

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13 Kommentare

  1. Meines Erachtens lasse mich gerne belehren, hängt es an Trump. Drohte nur.
    Demonstranten sterben weiterhin und in Gefängnissen.
    Wir beten für euch, Perser/ Iraner

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  2. 250,000 Menschen demonstrieren FRIEDLICH in München. Man sah ein Meer aus Fahnen mit dem stolzen iranischen Löwen, aber auch deutsche Fahnen – ein Zeichen des Respekts für das Land, in dem man demonstriert – israelische Fahnen, amerikanische. Polizisten, die eher gewohnt sind, beschimpft und angegriffen zu werden, wurden mit Blumen beschenkt. Was für ein himmelweiter Unterschied zu den Pali-Demos !

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    1. Es hat mich so gefreut, dass in München derart viele Menschen gegen das Mullah-Regime auf die Straße gegangen sind. Und das nicht nur mit den Fahnen des iranischen Löwen, sondern auch denen von Israel und Deutschland.

      In Frankfurt waren wir nicht ganz so viele, aber es wurden erfreulicherweise von Woche zu Woche immer mehr. Und ich kann nur hoffen, dass der Protest und der Kampf gegen dieses bestialische Regime weiter anhält und sichtbar bleibt.

      Beeindruckt hat mich die freundliche Zugewandtheit bei den Anti-Mullah-Demos von Exil-Iranern gegenüber uns, wenn sie unsere Israelfahnen sahen. So viele haben uns für unsere Solidarität gedankt.

      Eine liebe Mit-Demonstrantin aus dem Iran fragte uns, warum nicht viel mehr deutsche Fahnen zu sehen seien. Das hat mich nachdenklich gemacht. Denn es müsste tatsächlich mehr Menschen geben, die sich als deutsche Staatsbürger mit den Exil-Iranern solidarisch erklären und dies auch öffentlich bereit finden zu bekunden. Deshalb werde ich mich jetzt bemühen, eine deutsch-israelische Fahne zu besorgen, um zukünftig auf den Iran-Demos deutlich zu machen, dass ich als deutsche Israel-Freundin auf der Seite des sich von den Mullahs distanzierenden iranischen Volkes stehe.

      Wie wunderbar wäre es, irgendwann den Iran, seine Regierung und sein Volk als Freunde Israels bezeichnen zu dürfen. Bei uns in Deutschland ist das von Seiten der Exil-Iraner schon heute so.

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      1. Bravo Caja ! Bitte weitermachen ! Die Idee einer deutsch-israelischen Fahne ist genial.

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      2. Caja
        Dachte ich es mir doch, dass du da mitlaufen würdest. Toll und Danke Caja!!! Bei uns in Stuttgart war ja auch Demo, aber ich kann wegen „Rücken“ an so etwas nicht mehr teilnehmen. Aber auch hier hat mich die freundliche Atmosphäre angenehm überrascht, meine Schwiegertochter (Polizistin) auch. Und du hast Recht, es müssten sich viel mehr deutsche Demonstranten dabei zeigen. Uns darf Unterdrückung, Verfolgung, Terror, Verhüllungszwang und Frauenrechtsverbot nicht kalt lassen. Fast jede Familie Irans ist betroffen und das sollte uns im Westen BEtroffen machen. Ist es Unwissenheit, die Westler schweigen lässt? Wir sind nicht betroffen von Verfolgung, will man sich deshalb heraushalten? Wenn das Regime nicht fällt, ÜBERfällt uns der Islam und dieses Herrschaftsregiment immer mehr. Propaganda und Beeinflussung zielen auch auf unsere Demokratie. Zurzeit finde ich es widerlich, Ramadan-Kalender in unseren Einkaufsläden zu sehen und abartig ist das jährliche „Happy Ramadan“-Schild in Frankfurts Meile.
        Mach du weiter mit deinen Protesten. Danke, dass du dir die Zeit nimmst.
        🙏 🇮🇱🇩🇪🇮🇷

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        1. @ Ella und Antonia

          Vielen Dank für eure aufmunternden Worte! Es tut gut, euch im Geiste an meiner Seite zu wissen.

          Immer wenn ich zu einer dieser Iran-Demos ging, habe ich euch und alle anderen lieben Israelnetz-Gefährten und Israelfreunde in Gedanken mitgenommen. Denn ich tat es im Bewusstsein, wie wichtig es insbesondere für Israel ist, dass dieses Terror-Regime im Iran fällt. Aber auch für den Nahen Osten und darüberhinaus die ganze Welt wäre das ein Segen. Diese alten, von religiösem, menschenfeindlichen Fanatismus zerfressenen Männer und ihre verblendeten Anhänger müssen in ihrer Vernichtungswut endlich gestoppt werden!

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  3. Der Kronprinz : „Wisst, dass ihr nicht allein seid, heute steht die Welt an eurer Seite“. Auch China, Russland und Greta Thunberg?

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  4. Es wird dann geschehen, wenn keiner mehr damit rechnet oder nur wenige etwas ahnen .
    SHALOM

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  5. Die Demonstration ist ein wichtiges Zeichen, weil endlich auch in Deutschland mehr Sensibilität für die Unterdrückung der Menschenrechte an die Öffentlichkeit kommt.
    Der Sturz der Mullahs wird folgen, die Frage ist nur wann. Donald Trump ist sehr schwierig geworden, ich hätte mir gerne Nikkey Harley als US-Präsidentin gewünscht. Sie hätte auch mehr mit Europa gemeinsam gehandelt. Aber mit Trump ist soviel vergiftet worden, und die Terrorregime freuen sich neuer Beliebtheit.
    Aber: Gott wird es richten !

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  6. „Ihr alle, die ihr den HERRN liebt, verabscheut das Böse! Er bewahrt das Leben derer, die sich treu zu ihm halten, aus der Gewalt der gottlosen Verbrecher wird er sie retten.“ Psalm 97,10

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  7. Die Poizei bedankte sich für die friedliche und freundliche Stimmung. Da können sich die Pro-palästinensischen Schreihälse eine Scheibe abschneiden.
    Das Regime wird und muss fallen, die Frage ist wann. Diese selbsternannten „rechten Hände Gottes“, die ihrem Volk nach den Prozesten Gotteslästerung vorwarfen, haben ihr Volk bis an die Spitzen tyrannisiert. Nachdem Trump das Volk zum Kampf aufgerufen hat und dann kam nichts, muss er jetzt Kante zeigen. Gewährt er dem Iran mit einem Deal Zeit oder hilft er dem iranischen Volk zur Freiheit? Ich wünsche allen Demonstranten viel Mut und Durchhaltevermögen und den Schutz unseres Vaters im Himmel.

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  8. Kürzlich zeigte das ZDF – allerdings leider erst im Spätprogramm nach 23 Uhr – den Film „Born in Evin“ von Maryam Zaree, der Tochter unserer Frankfurter Bürgermeisterin, Nargess Eskandari-Grünberg.

    Frau Eskandari-Grünberg war als junge schwangere Frau im Iran inhaftiert worden und hat im Gefängnis ihre Tochter Maryam entbunden. Auf so vielen Demos nach dem 7.10. hat sie sich öffentlich gegen Antisemitismus und Israel-Hass ausgesprochen. Ich bin ihr unendlich dankbar dafür! Sie ist eine beeindruckende, mutige Frau. Und ihre Tochter ebenso.

    Wen es interessiert, der Film ist noch in der Mediathek abrufbar. Maryam Zaree, heute als deutsche Schauspielerin, Filmemacherin und Autorin bekannt, versucht darin herauszufinden, wie es damals war, als sie in Evin geboren wurde, denn sie selbst hat keine bewussten Erinnerungen an ihre ersten Lebensjahre im Gefängnis, die spätere Trennung von ihrer Mutter usw., vermutet aber, dass die Zustände dort und auch danach nicht nur für ihre Mutter, sondern auch für sie selbst traumatisierend waren.

    Eine sehr beeindruckende und nahegehende Doku. So viele Menschen im Iran mussten und müssen so unfassbares Leid ertragen, hoffentlich nicht mehr all zu lange.

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