JERUSALEM / BAD LIEBENZELL (inn) – Glaubt man dem Guinness-Buch der Rekorde, ist Walter Bingham der älteste noch praktizierende Journalist der Welt. 2017 erhielt er den Eintrag als „ältester Radiojournalist der Welt“. 2021 dann erneut einen Eintrag, diesmal als der „weltälteste Journalist“.
Doch unabhängig von diesem Rekord hat Bingham eine bewegte Geschichte: Geboren ist er vor 102 Jahren in Karlsruhe, im Alter von 15 einhalb wurde er mit einem Kindertransport nach England verschickt, nach dem Tod seiner Frau wanderte er im Alter von 80 Jahren nach Israel aus.
Anlässlich des heutigen Internationalen Holocaust-Gedenktags ist Bingham eine Woche im Schwarzwald zu Besuch, in Maisenbach, einem Stadtteil von Bad Liebenzell. Dort ist das Hilfswerk Zedakah beheimatet, das neben dem hiesigen Gästebetrieb ein Pflegeheim für Holocaustüberlebende im Norden Israels betreibt.
Zeitzeugenbericht im Landratsamt
Am heutigen Dienstagabend wird Bingham in Karlsruhe im Landratsamt sprechen. Der Jerusalemer ist am Donnerstag nach Frankfurt geflogen und fuhr am Freitag in seine Geburtsstadt. Dort besuchte er die Gräber seiner Großväter auf den beiden jüdischen Friedhöfen, sowie den Stolperstein seines Vaters Sigmund Billig. „Ich möchte doch mal sehen, ob dort noch alles in Ordnung ist“, kündigte er vorher an.
Auch der Bürgermeister von Karlsruhe und ein Filmteam vom SWR kamen dazu. Den Schabbat verbrachte Bingham ebenfalls in der badischen Stadt, beim Chabad-Rabbiner Mordechai Mendelson.
Aufmerksame Gastgeber und großes Interesse
Am Sonntagabend lud das multimediale Bildungs- und Begegnungszentrum iP (Israel Perspektive) von Zedakah zu einem Erinnerungsabend mit Bingham ein. Nur wenige Minuten vor Beginn der großen Veranstaltung schickt Bingham einen Videogruß an Israelnetz in Jerusalem: „Bis zum Schabbat war ich in den Ferien, aber nun fängt die Arbeit an. Ich muss mir meine Stimme bewahren.“
Erstaunt ist Bingham über das große Interesse an seiner Geschichte: „Der große Saal ist voll. Eine junge Frau wollte sich am Dienstag zu der Veranstaltung in Karlsruhe anmelden. Doch dort war schon alles ausgebucht. Also ist sie heute nach Maisenbach gekommen.“
Die Aufmerksamkeit seiner Gastgeber rührt den besonderen Gast: „Hier muss ich vorsichtig sein, was ich sage. Wenn ich etwa sage, was mir gefällt oder was ich gerne esse – sofort laufen sie los und besorgen es mir.“
Im Videogruß sagt er weiter: „Leider habe ich nur 50 Minuten, um meine Geschichte zu erzählen. Und das ist schwer. Denn wenn ich einmal anfange, zu erzählen, muss man mich stoppen, damit ich auch noch über andere Themen spreche.“
Dass diese Aufgabe keine leichte ist, weiß Thorsten Trautwein seit seiner ersten Begegnung mit dem Journalisten im Oktober in Jerusalem. Der Schuldekan ist Teil des Papierblatt-Projekts, das Zeitzeugenberichte jüdischer Holocaust-Überlebender digital zur Verfügung stellt und Unterrichtsmaterial für Lehrkräfte entwickelt.
„Danke, dass Sie gekommen sind!“
Noch bevor Trautwein den Gast begrüßen kann, ergreift Bingham selbst das Wort: „Ich darf Sie alle hier begrüßen. Es ehrt mich, dass Sie gekommen sind, vielen Dank.“ Gerührt zeigt er sich auch von den Begrüßungsworten des Landrats und seines Freundes Mendelson.
Und dann beginnt das Gespräch. Bingham erzählt, behutsam nennt Trautwein Stichpunkte oder stellt einfühlsam Fragen. Bingham erzählt aus seiner Kindheit, dass er Adolf Hitler von seinem Balkon in der Kaiserstraße sah. Er erzählt, wie er „verhauen“ wurde. „Was man heute über ‚Mobbing’ an Kindern in der Schule sagt, ist nichts, zu dem, was wir damals erlebten.“
Er erinnert sich an die Lieder, die damals gesungen wurden, bis heute kann er die Texte auf Deutsch wiedergeben. Lehrer wandten sich von ihm ab, behandelten ihn ungerecht und ließen zu, dass andere Kinder sich „unanständig“ benahmen.
Als Jugendlicher ging Bingham in Mannheim aufs Internat, dort wurde er Zeuge der brennenden Synagoge in der „Reichskristallnacht“. Etwa ein halbes Jahr später, am 25. Juli 1939, schickte ihn seine Mutter mit dem sogenannten „Kindertransport“ nach England – sein Vater war bereits abgeholt worden und verstarb im Warschauer Ghetto, Bingham sah ihn nie wieder.
Erinnerungen an den Kindertransport
Bingham erzählt unaufgeregt, aber fesselnd: „Ich war sehr naiv damals und wusste nicht viel vom Leben, etwa, was heute schon 12- oder 13-Jährige wissen. Aber ich war ja eins der älteren Kinder und konnte ein bisschen verstehen, was vor sich ging. Wie meine Mutter auf dem Bahnsteig stand, während der Fernzug abfuhr, das Bild werde ich nicht vergessen. Aber man stelle sich vor, die vielen Kinder, die nicht verstanden, was vor sich geht. Sie waren drei oder vier Jahre und riefen nach ihren Müttern.“ Ein Freund von ihm sei gerade mal 17 Monate alt gewesen, als ihn seine Mutter mit dem Zug nach England schickte.
„Mit viel Glück sah ich meine Mutter nach dem Krieg wieder. Sie hatte in verschiedenen Arbeitslagern überlebt, zum Schluss in Schweden. Da war ich 22 Jahre alt.“ Bingham ging auf eine Landwirtschaftsschule, die ihn für das Leben in Palästina vorbereiten sollte. „Doch die Engländer gaben mir keine Erlaubnis, dort einzureisen, also blieb ich in England.“ Er trat der britischen Armee bei und wurde Sanitäter, unter anderem diente er in der Normandie.
Gerne wollte er seine Kompetenz als deutscher Muttersprachler zur Verfügung stellen und kam so nach Hamburg. Dort verhörte er verschiedene Nazi-Größen, darunter den Außenminister der Nationalsozialisten Joachim von Ribbentrop.
Nach dem Krieg studierte er, arbeitete als Schauspieler, Fotomodel und Journalist. Nach dem Tod seiner Frau und nachdem seine Tochter ihm mitteilte, dass sie Alija machen wolle, zog auch Bingham 2004 nach Jerusalem, wo er bis heute lebt. Er überrascht sein Umfeld, wenn er zu Pressekonferenzen unterwegs ist, Artikel schreibt oder – wie zuletzt im September 2024 – sich mit einem Fallschirm über dem Toten Meer abwerfen lässt.
Vor zwei Wochen ist Bingham 102 Jahre alt geworden. Wird er gefragt, warum er so alt geworden und was sein Geheimnis für seinen guten Gesundheitszustand ist, deutet er mit dem Zeigefinger nach oben und sagt: „Ich bin davon überzeugt, dass das alles von Gott kommt. Er hat auf mich aufgepasst und ohne ihn wäre ich heute nicht hier.“
Die Zeitzeugen hören, um ihre Geschichten zu erzählen
In Jerusalem treffen sich 14 Deutsche in der Altstadt, um das Gespräch mit dem alten Neu-Jeruschalmi zu verfolgen. Und weit mehr als tausend Menschen verfolgen an Hunderten Bildschirmen in Deutschland die Liveübertragung.
Viele melden zurück: „Das war ein bewegender Abend. Ich hätte noch stundenlang zuhören können!“ Der Abend ist weiter im Internet abrufbar. Und wem es noch nicht genug ist – für die Veranstaltung im Karlsruher Landratsamt gibt es zwar keinen Livestream. Doch das Interview soll aufgenommen werden und eine Veröffentlichung ist für die nächsten Tage auf der Website Papierblatt geplant.
Am Donnerstag kehrt Bingham zurück in seine Wahlheimat Jerusalem: „Die Deutschen wollten mich damals nicht. Und in England habe ich mich nie wohl gefühlt. Doch seit ich in Jerusalem lebe, bin ich dort ganz zuhause. Wann immer ich von dort wegfahre, zieht es mich zurück nach Jerusalem wie zu einem Magneten.“
Seine Ausführungen schließt Bingham mit dem Zitat des Holocaust-Überlebenden und Forschers Elie Wiesel: „‚Wer einem Zeitzeugen zuhört, wird selber zum Zeugen.‘ Sie haben heute Abend meine Geschichte gehört und ich hoffe, dass Sie sie weitererzählen werden.“ (mh)
18 Kommentare
Ich wünsche Ihm Gottes Segen, und dass er noch einem Botschafter an Christi statt begegnet. Lieber Gruß Martin
Ich habe mir die Übertragung im Livestream angesehen. Der Mann ist absolut beindruckend. Und sein letzter Satz, mit dem er seine Veranstaltungen beendet, dass es für den Erfolg des Bösen nur nötig ist, dass gute Menschen nichts tun, ist leider Wahrheit.
Dieser Mann hat über all die Jahrzehnte seinen Glauben bewahrt. Ein wahrer Zeuge für Gott.
@christin
Walter Bingham 102 Jahre.
Meine Ehefrau und ich selbst, 89 Jahre, können uns eine Scheibe abschneiden.
Albert, das können wir wohl alle, egal wie alt wir sind.
Ich wünsche Walter Bingham und seinen Angehörigen noch ein langes, schönes und erfülltes Leben. Viel Glück und Gesundheit und noch angenehme Tage in Deutschland.
Danke@ Redaktion von Israelnetz. “ Wer einem Zeitzeugen zuhört….“ danke, Herr Bingham. OT: Heute ist ein schwieriger Tag.
Beten wir für unser Volk, für chourachierte Menschen, gegen das Vergessen. Das Niemehr ist jetzt und für alle Zeiten. OT: Papas erste Frau war 20 Jahre. Sie wurde in Auschwitz ermordet. Opa wurde vergast. Mama, ein kleines Kind, überlebte mit Oma (1984+) in Dänemark in einem Keller.
Stehen wir auf gegen das Vergessen und steigenden, weltweiten Antisemitismus.
Shalom
Was mit Ihrer Familie gesehen ist, tut mir abgrundtief leid.
Die Zeugnisse der Überlebenden der Shoah sind immer tief beeindruckend. Jetzt, wo es immer weniger gibt, sind ihre Worte besonders kostbar.
Vielleicht habe ich es schon mal geschrieben, aber ich muss wieder daran denken: bei meinem ersten Besuch in Israel, ich war ein junges Ding, sass ich in Tel Aviv auf einer Bank und las in einem Buch über Theodor Herzl in deutscher Sprache. Ein Herr setzte sich zu mir, sprach mich an, auf deutsch. Wir plauderte eine Weile über dieses un jenes. Erst als er aufstand und mir freundlich zum Abschied zuwinkte, sah ich die auf seinem Arm tätowierte KZ- Nummer. Ich wäre am liebsten in ein Mauseloch verschwunden. Er sah mich freundlich an und sagte „Shalom“. Mir kommen heute noch die Tränen, wenn ich daran denke.
@ Antonia
Ein sehr kostbarer Moment, ein Geschenk ❤️!
@Antonia
Das war eine schöne Begegnung für’s Leben liebe Antonia. Es zeigt schon eine „gewisse Größe“ eines Holocaustüberlebenden, wenn er Menschen aus jenem Land Shalom wünscht, die ihm nicht wohlgesonnen waren. Es ist wie eine ausgestreckten Hand. 🤝
Kinder sagten zu Walter Bingham: „Hau ab, du dreckiger stinkender Jude.“ Kinder können grausam sein! Und unerzogen!
Aber den Quälerei hat er es wohl gezeigt: Militärische Medaille für Tapferkeit, mit 90 Jahren Guinnes Buch-Rekordler als ältester aktiver Journalist, als Zauberer in Harry Potter mitgespielt, mit 100 Jahren einen Fallschirmsprung gemacht, mit 102 Jahren als Zeitzeuge von seinem Leben erzählt.
Er hat alle seine Peiniger überlebt. Herzlichen Segenswunsch und eine behütete Zeit noch hier auf Erden.
Was für ein außergewöhnlicher Mensch! Meine Schwester, die bei Zedakah arbeitet, hat einige Zeit mit ihm verbracht und ist auch ganz begeistert. Ich selbst konnte leider nicht zu der Veranstaltung, war stattdessen bei der ICEJ-Gedenkfeier in Bad Cannstatt. Auch hier hörten wir die Geschichte einer wunderbaren Frau, Dvora Weinstein, die als kleines Kind Unglaubliches erlebt und überlebt hat.
Ich verstehe immer besser, warum all die Möchte-gern-Intellektuellen, die ja unbedingt links und atheistisch sein müssen, Israel und die Juden am liebsten los wären. Israel war und ist einfach der Beweis für Gottes Existenz!
„Am heutigen Tag wird aller (!) Holocaust-Opfer gedacht.“
„In Auschwitz befanden sich viele Juden.“
Diese Sätze wurden bei der Anmoderation eines Beitrags der ARD zum Gedenken an die Befreiung von Auschwitz verwendet und ich empfand sie sofort sonderbar befremdend.
Ich fragte mich nach dem Grund für meine plötzliche Hellhörigkeit und warum dieses „Wording“ ein so starkes Störgefühl bei mir auslöste.
Schließlich konnte ich es mir damit erklären:
Angesichts des so massiv während der letzten beiden Jahre offenbar gewordenen Antisemitismus in unserem Land könnte die Betonung auf das Gedenken an „alle“ (!) Opfer der Nazi-Herrschaft auf Bestrebungen hindeuten, an diesem Tag nicht mehr – wie in der Vergangenheit – insbesondere der jüdischen Opfer des Holocausts Aufmerksamkeit zu widmen.
Damit würde das an den jüdischen Menschen begangene Verbrechen während des Holocausts relativiert und gleichgesetzt werden mit den anderen von den Nazis Verfolgten und Ermordeten. Das käme einer Bagatellisierung gleich, nach dem Motto: Die Juden haben diesen Tag nicht exklusiv gepachtet, es gab noch viele andere, die das gleiche Recht auf Gedenken an diesem Tag haben.
Wenn sich diese Intention hinter der sonderbaren Ausdrucksweise verbergen sollte, würde sich unsere Erinnerungskultur“ in 20 Jahren so weit verwässert haben, dass die jüdischen Opfer nur noch als ein geringfügiger Fauxpas unter vielen anderen der Nazis angesehen werden. Dann wäre das geschafft, was sich viele Judenhasser schon heute wünschen: Die Verbrechen an den Juden könnten endlich in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.
@Caja
Liebe Caja, zuerst einmal hat es mich sehr berührt, dass du von deiner Verwandtschaft als Opfer des Holocausts geschrieben hast. Ich bin deiner Meinung, dass dieser Tag weiterhin der Ermordung der 6 Mill. Juden zum Gedenken gehört, auch wenn das NS-Regime weitere beispiellose Massenmorde an anderen Ethnien begangen hat. Die zur selben Zeit ermordeten Nichtjuden sind m.E. Opfer des Nazismus, jedoch keine Holocaustopfer. Auch die vielen Soldaten der Alliierten sind im Militärdienst gefallen und nicht in Gaskammern gesteckt worden.
Und heute denken wir an diese ermordeten Juden genauso wie an die Überlebenden, denn wer im Holocaust litt, ihn aber überlebte, ist ebenso sein Opfer wie derjenige, der in ihm umkam. Bei dem Zeugnis von Tova Friedmann oder Walter Bingham und anderen Zeugen, kann man nicht ohne Emotion bleiben. Selbst unsere Politiker haben das gezeigt. Wer es schafft, nicht berührt zu sein, hat ein kaltes Herz, deshalb ärgert mich auch der Kommentar von Untertan. Das hat mit Reinwaschen durch Erinnerung nichts zu tun.
Bleibt die Frage, wie wir dem Antisemitismus entgegentreten. Was müssen und können wir tun, damit sich jüdische Menschen in DE sicher fühlen können. Sinnvolle Antworten bleiben aus mich hat Steinmeier gestern Abend nach der Tagesschau entsetzt. Zur Frage des Moderators, was er den jüd. Mitbürgern sagen möchte, meinte er:
1. Ihr seid ein Teil von uns.
2. DE ist nur ganz bei sich, wenn ihr Juden euch bei uns sicher fühlen könnt.
So sinnloses Geschwätz ohne Aufzeigung eines Weges kann er sich sparen. Wen will er damit erreichen? Wem hilft das?
@Elle, „Bleibt die Frage, wie wir dem Antisemitismus entgegentreten. Was müssen und können wir tun, damit sich jüdische Menschen in DE sicher fühlen können“ – Was ist denn Ihre Antwort?
Es gibt menschlich betrachtet keine Antwort darauf – und trotzdem weigern Christen, Israelfreunde und Juden sich, in Gottes Wort ernsthaft danach zu forschen.
Das ist das Drama!
Was wird denn besser, wenn hier auf Politiker geschimpft wird, die anderen an den Pranger gestellt werden?
König Ahab sagte zu Elia, da kommt der Schuldige für die 3 jährige Dürre. Die Antwort von Elia damals, hat auch heute noch Gültigkeit.
Lieber Gruß zu Ihnen Martin
Liebe Ella,
danke für deine Rückmeldung!
Ja, es gibt so viele Menschen, die Opfer des niederträchtigen Nazi-Regimes wurden. All dieser Menschen sollte immer wieder gedacht werden (politisch Andersdenkende, wie Sozialisten etc.; Theologen, die sich für Menschlichkeit einsetzten; Behinderte; Sinti und Roma; all die vielen Soldaten, die ungefragt ebenfalls Opfer wurden und so viele weitere). Nicht nur zur Erinnerung, sondern insbesondere zur Mahnung, sich Extremismus in jeglicher Form entgegenzustellen.
Der 27. Januar sollte aber als Holocaust-Gedenktag insbesondere die jüdischen Opfer im Blick haben. Sie waren die mit Abstand größte Gruppe von Verfolgten und Ermordeten allein aus dem Grund, weil sie Juden waren. Von der gegen sie gerichteten Vernichtungswut der Nazi-Ideologie wurde ein ganzes deutsches Volk infiziert und fanatisiert, dem sich viel zu wenige entzogen.
Um Antisemitismus heute wirksam zu bekämpfen, braucht es aus der Politik ein Potpourri konkreter Maßnahmen, die u.a. auch durch entsprechend scharfe Sanktionierung abschreckende Wirkung erfahren. Da reichen die allgemeinen salbungsvollen Floskeln und Betroffenheitsbekundungen Steinmeiers bei Weitem nicht aus.
Ich persönlich halte die Erinnerungskultur für keinen Segen. Es hilft nicht wirklich, wirkt nicht signifikant gegen Antisemitismus – der seit vielen Jahren stark ansteigt. Wollen sich viele Menschen durchs Erinnern, ein wenig reinwaschen? Biblisch betrachtet macht es auch keinen Sinn. Wir sollten anfangen, im Wort Gottes nach einer Antwort zu suchen.
Lieber Gruß Martin
Leider werden heutzutage die „Geister der Vergangenheit“ wieder mit Leben erfüllt und die schlimmen Ausgrenzungen der NS-Zeit , diese ganze Traumata wieder in unserer Gegenwart reinziniert… von einigen Menschen, die kein Bewusstsein dafür zu haben scheinen. Die Angst, die damals Menschen einschüchterte, ist wieder spürbar. Das ist schlimm und Menschen wie Walter Bingham sind so wichtig- ich bin dankbar den Beitrag gelesen zu haben.