Am Montagabend räumte die israelische Grenzpolizei in einem sogenannten Außenposten von Jitzhar vier illegale Gebäude sowie einen Wohnwagen. Zwei dieser Gebäude waren bewohnt. Das israelische Nachrichtenportal „Arutz Scheva“ sieht in der Operation eine „offenkundige Vergeltung“. In den beiden Tagen zuvor beschädigten Bewohner Jitzhars Armee-Fahrzeuge in der Gegend.
Infolge der Räumung warfen die Siedler Steine auf die Sicherheitskräfte, beschädigten Fahrzeuge und errichteten Straßenblockaden. Die Sicherheitskräfte sprachen laut der israelischen Tageszeitung „Jerusalem Post“ von „extremer Gewalt“. Sie reagierten mit Eindämmungs-Maßnahmen.
Anschließend griffen die Siedler eine Armee-Stellung nahe Jitzhar an, die dort errichtet wurde, um die Siedlung zu schützen. Die Armee war nicht an der Räumung beteiligt. Die Angreifer rissen Zelte nieder, zerstörten Wasservorräte und Toiletten. Bei den Unruhen wurden sechs Sicherheitskräfte verletzt. Niemand wurde festgenommen.
Aufruf zur Ordnung
Der israelische Verteidigungsminister Mosche Ja‘alon rief am Dienstag zur Ordnung auf. „Wir können nicht zulassen, dass gewisse Elemente jüdischen Gemeinschaften durch ihre Gewalt schaden und gegen Soldaten und Polizisten vorgehen.“ Der Minister für öffentliche Sicherheit, Jitzchak Aharanowitsch, nannte die Angreifer „zügellose Kriminelle“.
In Jitzhar leben etwa 1.100 Menschen, überwiegend orthodoxe Juden. Die Bewohner gelten als einige der radikalsten Siedler und als Speerspitze der „Preisschild-Angriffe“. Bei diesen Angriffen beschädigen sie Autos oder Häuser und versehen sie mit der Botschaft, dass jeder Angriff auf sie oder ihre Siedlungen einen Preis hat.