Zeremonie der Ultra-Orthodoxen: jüdischer König statt Scharon

JERUSALEM (inn) – Eine Gruppe ultra-orthodoxer Juden hat am Dienstagabend eine Zeremonie durchgeführt, welche das Ende der säkularen israelischen Regierung und die Einsetzung eines jüdischen Königs einleiten soll. Zwei Rabbiner bekundeten dabei ihren Wunsch, Premierminister Ariel Scharon sollte sterben.

Die etwa 40 Teilnehmer trafen sich an der Quelle von Schiloa im Osten Jerusalems. Das Quellwasser diente den Hohepriestern zur Zeit des Jerusalemer Tempels als religiöse Stärkung für das Jahr, erklärte Hillel Weiss, Dozent für Literatur an der Bar-Ilan-Universität. Die Priester heiligten sich so am Jom Kippur für das Jahr, so Weiss.

Die Teilnehmer führten das “Nisua HaMajim”-Ritual zur “Beseitigung der säkularen israelischen Regierung” durch, berichtet die Tageszeitung “Jerusalem Post”. Dabei bliesen die Teilnehmer die Schofar-Hörner. “Diese Zeremonie legt die Fundamente für die Einsetzung eines jüdischen Königs, eines jüdischen Gerichtes und des dritten Tempels”, so Weiss.

Ziel der Zeremonie sei es, “die derzeitige Regierung zu entfernen”, sagte Weiss, “dafür brauchen wir die Stärke aus dem Wasser des Heils. Und wir werden dafür sorgen, dass das jüdische Volk sein Land nicht verlassen muss”. Weiss, der vor kurzem ein Buch veröffentlichte, in dem er eine jüdische Monarchie für den israelischen Staat fordert, fügte hinzu: “Wenn wir eine Revolution wollen, dann müssen wir die Windrichtung der Stimmung im Volk ändern”. Über die Art, wie Scharon “entfernt” werden solle, sagte er indes nichts, doch “religiöse Stärke” verleihe die dazu nötige Macht.

Ein anderer Leiter der Zeremonie war Rabbi Josef Dajan, der bereits Mitte September angekündigt hatte, einen Todesfluch über Scharon aussprechen zu wollen. Dajan, der Rabbi in der Siedlung Psagot ist, sagte: “Scharons Plan ist wahnsinnig. Ich wünsche mir seinen Tod.”

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