Zahl schwerer Corona-Erkrankungen erhöht sich

Eine angepasste Zählweise lässt die Zahl schwerer Corona-Erkrankungen hochschnellen. Doch auch Neuinfektionen nehmen stark zu. Eine besonders betroffene Stadt wird daher Sperrgebiet.
Erneut haben sich in Israel mehr als 1.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert

Foto: Liftarn, Wikipedia

Erneut haben sich in Israel mehr als 1.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert

JERUSALEM (inn) – In Israel ist in den vergangenen Tagen die Zahl der schwer erkrankten Corona-Patienten stark angestiegen. Am Mittwoch meldeten die Behörden 107 ernsthafte Fälle. Noch vor zwei Wochen lag die Zahl bei 45 und am Donnerstag bei 65.

Ursache für den Anstieg ist eine neue Zählweise vieler israelischer Ärzte. Die Leiterin der Abteilung für Infektionskrankheiten im Scheba-Krankenhaus, Galia Rahav, bestätigte der Nachrichtenseite „Times of Israel“ die neue Kategorisierung der Patienten. Demnach ist etwa die Hälfte der schweren Erkrankungen noch vor einer Woche als mittelschwer oder leicht eingestuft worden.

Ziel der neuen Zählweise sei es, die Kriterien nach Vorgabe der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu standardisieren. Rahav fordert das Gesundheitsministerium auf, diese Standards für jedes israelische Krankenhaus festzulegen, um nationale Daten besser miteinander vergleichen zu können.

Wie das Gesundheitsministerium am Mittwochmorgen bekannt gab, haben sich in den vergangenen 24 Stunden 1.320 Menschen neu mit dem Virus infiziert. Das ist erneut ein Rekordanstieg an Neuinfektionen. Insgesamt gibt es in Israel mehr als 12.300 aktive Corona-Fälle. 18.267 Patienten sind wieder genesen, 343 Menschen sind bislang gestorben.

Beitar Illit wird abgeriegelt

Wegen sprunghaft angestiegener Corona-Fälle wurde die ultra-orthodoxe Stadt Beitar Illit ab Mittwoch zur Sperrzone erklärt. Dort waren die Infektionen zuletzt um 224 Prozent in die Höhe geschossen. Die Sperrung trat um 13 Uhr Ortszeit in Kraft und soll eine Woche andauern. 55.000 Einwohner sind betroffen. Bürgermeister Meir Rubinstein bezeichnete das Vorgehen als „Schande“. Er warf dem Gesundheitsministerium Versäumnisse bezüglich einer zweiten Corona-Welle vor. Diese zeigten sich „in dieser unverschämten Entscheidung“.

Angesichts ebenfalls weiter steigender Infektionszahlen im Westjordanland hat die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) den dortigen Lockdown um fünf weitere Tage, bis Montagmorgen, verlängert. In den Palästinensergebieten haben sich bislang 4.575 Menschen mit dem Virus infiziert, 17 sind gestorben

Gantz geht in Quarantäne

Nach einem möglichen Kontakt mit einem Corona-Infizierten hat sich Verteidigungsminister Benny Gantz am Mittwoch vorsorglich in Quarantäne begeben. Ihm gehe es gut und er könne seine Amtsgeschäfte fortführen, teilte der 61-Jährige auf Twitter mit. Genaue Testergebnisse stünden noch aus.

Von: mas

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