Wrack eines bombardierten Schiffes bei Netanja entdeckt

Im Mittelmeer entdecken Archäologen ein britisches Handelsschiff, das vor 74 Jahren von einem deutschen U-Boot angegriffen wurde. Der Vorfall ist bei der Admiralität genau dokumentiert.
Das Wrack wurde rund 19 Kilometer vor der Küstenstadt Netanja entdeckt
Das Wrack wurde rund 19 Kilometer vor der Küstenstadt Netanja entdeckt

NETANJA (inn) – Vor der israelischen Küste ist das Wrack eines britischen Handelsschiffes entdeckt worden, das vor 74 Jahren dort untergegangen war. Das Schiff sollte während des Zweiten Weltkrieges im Auftrag des Militärs Treibstoff vom Libanon nach Ägypten bringen. Dabei wurde es von einem deutschen U-Boot beschossen.

Die Überreste des Schiffes „Athel Monarch“ befinden sich etwa 19 Kilometer vor der Stadt Netanja und 182 Meter unter dem Meeresspiegel. Es war 160 Meter lang und 25 Meter breit. Aufgrund seiner Größe konnte es nahezu 14.000 Tonnen Treibstoff laden, berichtet die Verteilzeitung „Israel Hajom“.

Die Entdeckung hat Roni Sadeh am Dienstag bekanntgemacht. Er arbeitet für die Firma „Meeresprojekte Jam-Jafo“, die sich unter anderem mit Meereskartographie befasst. Nach seinen Angaben handelt es sich um das größte gesunkene Schiff, das je vor der israelischen Küste entdeckt wurde.

Im Jahr 2014 hatte sich die Firma an der Tätigkeit einer archäologischen Gesandtschaft von der Universität Texas beteiligt. Die Leitung hatte der Meeresarchäologe Shelley Wachsmann, der das „Jesusboot“ im See Genezareth geborgen hat. „Er führte eine archäologische Delegation an, deren Ziel es war, alte versunkene Schiffe in der Tiefe des Meeres vor der Küste von Jaffa zu finden“, erzählte Sadeh dem Blatt. Er selbst habe dann vorgeschlagen, die Expedition nach Norden bis zur Küstenstadt Netanja auszuweiten.

Keine konkrete Warnung vor feindlichen U-Booten

Fotos, die ein Roboter gemacht hat, halfen bei der Identifizierung des Schiffes. Im Archiv der britischen Admiralität ist der Tag des Angriffes dokumentiert. Dieser ereignete sich am 15. Juni 1943. Der Erste Offizier gab seinerzeit zu Protokoll, die „Athel Monarch“ sei mit einer Ladung von 13.600 Tonnen Treibstoff auf dem Weg von Beirut nach Port Said gewesen. Um 2 Uhr morgens sei sie mit 51 Mann Besatzung ausgelaufen, begleitet von einem griechischen Zerstörer. Sie hätten um die Anwesenheit feindlicher U-Boote gewusst, konkrete Warnungen hätten jedoch nicht vorgelegen.

Den Angriff schilderte der Erste Offizier so: „Um 17.30 Uhr war ich im Salon und sah einen schnellen Blitz. Das Schiff wurde von einem schweren Schlag erschüttert und begann sich mit dickem schwarzem Rauch zu füllen. Wir waren etwa 35 Meilen von Haifa und 10 Meilen von der Küste entfernt, und das Schiff begann schnell zu sinken. Wir ließen eilends die Rettungsboote herab und verließen das Schiff.“ Nach etwa 35 Minuten sei die „Athel Monarch“ unter dem Wasser verschwunden. „Wir wurden von dem begleitenden Zerstörer eingesammelt.“ Dieser habe die Verfolgung des U-Bootes – „U-97“ – aufgenommen. Bei dem deutschen Angriff kamen vier britische Besatzungsmitglieder ums Leben.

Von: eh

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