Wohnungsknappheit: Israel baut Siedlungen aus

JERUSALEM (inn) - Die israelische Regierung hat am Montag den Bau von 6.900 neuen Wohneinheiten angekündigt - damit soll dem Wohnungsmangel im Land entgegengetreten werden. Mehr als 300 der neuen Wohnungen sollen im Westjordanland entstehen. Das führte zu scharfer Kritik von Seiten der Palästinenser.

Die neuen Wohneinheiten sollen in 38 Städten und Gemeinden gebaut werden. Mehr als 1.000 davon sollen im Norden Israels, unter anderem in Tiberias, Afula, Kirijat Schmonah, Beit Schean und Naharija, entstehen. Im Süden sollen die Städte Aschkelon, Arad, Dimona und Mitzpe Ramon davon profitieren. In Zentralisrael sind neue Immobilien für Rosch Ha´Ajin, Kfar Saba und Lod vorgesehen. 336 Wohneinheiten sollen im Westjordanland entstehen, vor allem in den Siedlungen Beitar Illit bei Jerusalem und Karnei Schomron nahe Kfar Saba.

Israel gehe davon aus, dass beide Siedlungen nach einem Friedensvertrag mit den Palästinensern weiter zum jüdischen Staat gehören werden, heißt es laut der Tageszeitung "Jerusalem Post". Beitar Illit ist die zweitgrößte israelische Siedlung, in ihr leben rund 35.000 Menschen. Karnei Schomron hatte im Jahr 2009 etwa 6.200 Bewohner. Die Ortschaft hatte in den vergangenen neun Jahren keine Genehmigungen für den Bau neuer Häuser erhalten.

Heftige Kritik an den Plänen kam von Seiten der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA). Nabil Abu Rudeineh, ein Sprecher von Präsident Mahmud Abbas, bezeichnete die Entscheidung als "absolut inakzeptabel, da alle Siedlungen illegal sind und entfernt werden müssen". Er forderte die internationale Staatengemeinschaft dazu auf, eine klare Stellungnahme gegen die israelische Siedlungspolitik zu verfassen, da diese den gesamten Weltfrieden gefährde.

In vielen Städten Israels protestieren derzeit junge Menschen gegen die steigenden Miet- und Kaufpreise von Immobilien und gegen die Wohnungsknappheit. Begonnen hatten die Proteste in Tel Aviv, wo Hunderte Israelis seit Tagen auf dem Rothschild-Boulevard zelten. Die israelische Regierung plant derzeit eine "historische" Reform der Landadministration. Vor allem die Bürokratie soll vereinfacht werden. Ein entsprechendes Gesetz wurde am Montag in erster Lesung verabschiedet.

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien

Schreiben Sie einen Kommentar

Israelnetz-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen