Wissenschaftler: Geringe Tsunami-Gefahr in Israel

JERUSALEM (inn) – Die Menschen in Eilat im Süden Israels müssen keine Gefahr durch Tsunami-Flutwellen befürchten. Die Mittelmeerküste hingegen berge ein geringes Risiko, schätzen israelische Wissenschaftler.

Wenn ein Erdbeben in der Jordanischen Spalte oder im Mittelmeer ausbreche, könnte es Erdrutsche an der Küste geben, warnt Amos Bein, Direktor der israelischen Behörde für geographische Gutachten. Das dadurch verdrängte Wasser würde das Land überspülen. “Die gesamte Küste Israels steht unter diesem Risiko”, so Bein.

Mehrere Experten präsentierten laut “Jerusalem Post” am Dienstag vor dem Innen- und Umweltausschuss der Knesset ihre Einschätzungen zur Gefahr von Flutwellen wie die vom 26. Dezember in Südasien.

Die Gefahr einer solchen Flutwelle sei am Golf von Eilat gering, so Bein. Das Wasser vor der Küste sei dort so tief, dass eine herannahende Flut abgewehrt würde. Der Wissenschaftler verwies auf ein Erdbeben von 1975 im Gebiet von Nueiba, das in Eilat Wellen von lediglich einem Meter Höhe verursachte.

Die letzte bekannte Flutwelle in Israel gab es im Jahr 1759. Sie führte zu einer Überschwemmung von Akko. Die Wellen waren bis zu drei Meter hoch; es gab einige wenige Verletzte.

Die Armee sei nur auf Erdbeben vorbereitet, teilte ein Sprecher mit. Der Vorsitzende des Ausschusses, Juri Stern (Nationale Union), legte nahe, auch die Gefahr eines Tsunamis mit einzuberechnen. Die Regierung sei bisher “nachlässig” gewesen, was die Gefahr durch Tsunamis angehe, so Stern.

Nissan Slomiansky, Abgeordneter der National-Religiösen Partei, schlug vor, Israel sollte Geld in ein Frühwarnsystem investieren. Experten sagten, der effektivste Schutz bestünde darin, die Öffentlichkeit über die Anzeichen einer sich anbahnenden Flutwelle zu unterrichten: Wenn etwa das Meer plötzlich fünf Meter zurücktrete, sei das ein Zeichen für eine kommende Flutwelle.

Uri Friedlander vom Geophysikalischen Institut erklärte, dass Erdbeben mit einem Einfluss auf die Meeresflut einmal in 100 Jahren in der Region vorkämen. Das letzte größere Erdbeben brach 1927 aus und hatte eine Stärke von 6,5 auf der Richter-Skala.

Friedlander wies zudem darauf hin, dass das israelische Warnsystem veraltet sei. Der Aufbau eines modernen Systems würde eine Million Dollar kosten. Friedlander erklärte, dass das größte derzeitige Risiko von einem Erdbeben in der Region der Kanarischen Inseln ausgehe. Ein solches könnte zehn Meter hohe Wellen verursachen, die sich bis nach New York ausbreiteten.

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