Knappes Gut: Wasser im Westjordanland
Knappes Gut: Wasser im Westjordanland

„60.000 Siedler leiden unter Wassermangel“

JERUSALEM (inn) – Siedlungsführer werfen der Regierung vor, für die Wassserversorgung zu wenig getan zu haben. Die Wasserbehörde „Mekorot“ sieht das Versäumnis bei den Palästinensern.

Siedlungsführer haben sich am Montag über angebliche Versäumnisse der Regierung in der Frage der Wasserversorgung beschwert. Bei einem Treffen mit Energieminister Juval Steinitz präsentierten sie eine entsprechende Liste. Steinitz versprach, einen Notfallplan auszuarbeiten, um die Wasserknappheit sowohl bei Siedlern als auch bei Palästinensern anzugehen.

„In den vergangenen fünf Jahren haben wir uns an die Wasserbehörde gewandt und gewarnt, dass die Infrastruktur nicht für das Bevölkerungswachstum in Samaria ausreicht“, sagte der Regionalrat Jossi Dagan laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“. Die Regierungsstellen hätten sie immer wieder abgewiesen.

Von der Wasserknappheit betroffen seien 60.000 Siedler; allein in Samaria fehlten jeden Tag 7.000 Kubikmeter Wasser. Insgesamt leben in israelischen Siedlungen im Westjordanland einem Bericht zufolge etwa 406.000 Juden; das Bevölkerungswachstum liegt dort bei 4,6 Prozent.

„Mekorot“: Falsche Vorwürfe

Auch Palästinenser sind betroffen vom Wassermangel. Das israelische Wasserversorgungsunternehmen „Mekorot“ sieht die Hauptschuld jedoch bei den Palästinensern. Gegenüber der „Jerusalem Post“ erklärte die Behörde, der Vorwurf der Palästinenser, zum Ramadan weniger Wasser erhalten zu haben, sei falsch; „Mekorot“ habe im Gegenteil den Wasservorrat erhöht. Die Versorgungsknappheit bei Siedlern entstehe auch durch Wasserdiebstahl durch Palästinenser.

Hinzu komme, dass die Palästinenser sich in den vergangenen fünf Jahren geweigert hätten, mit Israelis im „Israelisch-Palästinensischen Ausschuss für Wasser“ zu sitzen. Auf diese Weise sei es unmöglich gewesen, Pläne für den Ausbau der Infrastruktur zu machen. Der Ausschuss ist ein Ergebnis des Oslo-Abkommens und soll gewährleisten, dass sich Israelis und Palästinenser bei der Wasserregulierung abstimmen. (df)

Von: df

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