„Wiesenthal Center“: UN brauchen Sondersitzung zu Selbstmordanschlägen

NEW YORK (inn) - Das "Simon Wiesenthal Center" hat die Vereinten Nationen aufgefordert, sich in einer Sondersitzung mit Selbstmordanschlägen zu befassen. Anlass war der Mord an der pakistanischen Oppositionsführerin Benazir Bhutto vor einer Woche.

Auf einer ganzen Seite in der „New York Times“ wendet sich die jüdische Menschenrechtsgruppe mit Sitz in Los Angeles an die UN. Unter einem Bild von Bhutto heißt es: „Selbstmordterror: Was muss noch passieren, damit die Welt handelt?“. Weiter schreibt das „Simon Wiesenthal Center“: „Wenn wir nicht Selbstmordanschläge oben auf die Tagesordnung der internationalen Gemeinschaft setzen, wird dieser ansteckende Krebs uns alle verschlingen. Die sich abzeichnende Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen in den Händen von Selbstmordattentätern wird die Verluste in den Schatten stellen, die bereits in 30 Ländern erlitten wurden.“

Die UN müssten Selbstmordanschläge zu „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ erklären. Der Gründer der Organisation, Rabbi Marvin Hier, sagte, wenn das Thema nicht in einer Sitzung behandelt werde, würden die Menschen in 30 oder 40 Jahren solche Meldungen lesen: „100.000 Tote bei einem biologischen Selbstmordattentat“. Die UN hätten bereits in Sondersitzungen über Themen wie die globale Erwärmung oder AIDS gesprochen.

Das Zentrum ist nach Simon Wiesenthal benannt, der zwölf Lager der Nationalsozialisten überlebte und 89 Verwandte im Holocaust verlor. Nach dem Zweiten Weltkrieg machte er sich auf die Suche nach führenden Nazis. Dabei war sein Motiv nicht Hass oder Rachsucht, sondern das Streben nach Gerechtigkeit. Der in der Ukraine geborene Jude wurde als „Nazi-Jäger“ bekannt. Im September 2005 starb er im Alter von 96 Jahren.

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