Wieder zwei Palästinenser-Attentate – Mindestens zehn Tote, 30 Verletzte

JERUSALEM / GAZA (inn) – „Aus“ für den jüngsten US-Friedensplan: Bewaffnete Palästinenser von Yasser Arafats Fatah-Partei haben am Mittwochabend die vermeintlich letzte Chance auf einen Waffenstillstand in Israel im Blut ertränkt.

Unmittelbar vor einem Treffen des US-Sondergesandten Anthony Zinni mit Palästinenserführern beschossen Terroristen bei Emmanuel in Samaria aus einem Hinterhalt heraus einen ungepanzerten zivilen Bus der Linie 189. Dabei kamen mindestens zehn Insassen ums Leben, rund 30 wurden zum Teil lebensgefährlich verletzt. Zuvor hatten zwei Selbstmord-Attentäter im Gazastreifen vier Menschen zum Teil schwer verletzt.

Die Vereinigten Staaten hatten Palästinenser und Israelis vorher zu einer 48stündigen Feuerpause aufgefordert. Damit solle der Führung der Autonomiebehörde (PA) Zeit eingeräumt werden, Terroristen zu verhaften. Die amerikanische Regierung verurteilte am das Attentat. Israels Premierminister Ariel Sharon rief für den Mittwochabend das Sicherheitskabinett zusammen. Politische Beobachter rechnen damit, daß Vergeltungsschläge unmittelbar bevorstehen.

Zum Tathergang: Palästinensische Heckenschützen der Al-Aqsa-Märtyrerbrigade hatten sich mit einer Sprengbombe, einem Granatwerfer und automatischen Waffen am Rand einer Bergstraße nach Emmuanel postiert. Um kurz vor 18:00 Uhr Ortszeit griffen sie den ungeschützten israelischen Linienbus an, der aus der Stadt Bnei Brak bei Tel Aviv kam.
Augenzeugen sprachen von einer „gewaltigen Explosion“.

Anschließend hätten die Palästinenser minutenlang mit Gewehren auf die wehrlosen Insassen geschossen. Nicht bestätigt sind bislang Berichte, nach denen ein Selbstmordattentäter in den Bus gelangt sei. Sicherheitsexperten sagte, dies könne die hohe zahl der Toten und Verletzten erklären.

Auch Rettungskräfte des israelischen Roten Davidstern, die zum Ort des Angriffs eilten, kamen unter Feuer. Ebenso mehrere zivile Wagen.

Erst israelische Soldaten vertrieben die Angreifer. Dabei wurde mindestens ein Terrorist getötet. Nach den anderen fahnden israelische Sicherheitskräfte nun mit Hochdruck. Die Terrorbrigade gehört zur Fatah-Partei von PLO-Chef Yasser Arafat. Sie übernahm mittlerweile auch offiziell die Verantwortung für das Attentat.

Zuvor hatten zwei Selbstmord-Attentäter im Gazastreifen vier Menschen verletzt. Sie stürzten sich zwischen den jüdischen Ortschaften Gannei Tal und Neve Dekalim auf die Insassen zweier ziviler Autos.

Bei weiteren Angriffen von Palästinensern wurde niemand verletzt. Ebenfalls bei Gannei Tal explodierte eine am Straßenrand versteckte Bombe. Palästinensische Einheiten beschossen ferner die Verbandsgemeinde Gush Katif erneut mit Mörsergranaten.

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