Wieder Wirbel um Dirigent Barenboim – jetzt will er nach Ramallah

JERUSALEM (inn) – Neuer Wirbel um Stardirigent Daniel Barenboim in Israel: Acht Monate nach seiner umstrittenen Wagner-Aufführung will er ein Konzert in der palästinensischen Autonomiestadt Ramallah geben.

Vor Journalisten in Jerusalem sagte Barenboim (59), er wolle am Mittwochabend in Ramallah Beethoven aufführen. Das Konzert im Palästinensergebiet ist – angesichts des seit 17 Monaten anhaltenden Abnutzungskrieges gegen Israel – höchst umstritten. Gleichzeitig verweigerte er eine Entschuldigung für die Wagner-Aufführung in Jerusalem.

Als Dirigent der Berliner Staatskapelle hatte er – entgegen der Vereinbarung – beim „Israel Festival 2001“ in einem Encore ein Stück aus der Oper „Tristan und Isolde“ aufgeführt. Die Musik Wagners ist in Israel verpönt – weil der 1883 verstorbene Komponist vielen Juden als Wegbereiter des Antisemitismus der Nationalsozialisten gilt.

Kritiker hatten Barenboim daraufhin vorgeworfen, er habe sein Publikum „kulturell vergewaltigt“. Der Dirigent – 1942 als Sohn jüdisch-russischer Eltern in Argentinien geboren – hatte damals gesagt, die Verantwortung für die umstrittene Aufführung trage allein er, und nicht das deutsche Orchester.

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