Wenn Kinderspielzeug zur Waffe wird

Wohltätigkeitsorganisationen bitten um Sachspenden für Kinder im Gazastreifen. Doch manches Spielzeug missbrauchen Palästinenser für Terror. Deshalb stoppt Israel die Einfuhr von Luftballons.
Luftballons sind ein schönes Kinderspielzeug, aber Palästinenser verwenden sie für Terrorzwecke

Foto: Love Krittaya, Wikipedia

Luftballons sind ein schönes Kinderspielzeug, aber Palästinenser verwenden sie für Terrorzwecke

GAZA / SDEROT (inn) – Die israelische Blockade des Gazastreifens richtet sich jetzt auch gegen Spielzeug. Israel hat in den letzten Wochen im Hafen von Aschdod drei Container mit Zehntausenden Ballons beschlagnahmt, die auf dem Weg in den Gazastreifen waren. Das berichtete der israelische „Kanal 10“.

Normalerweise erfreuen solche Ballons Kinder bei Geburtstagsfeiern. Es wurde nicht gemeldet, wer die Container nach Gaza geschickt hat. Fast täglich versenden jedoch wohltätige Organisationen wie die „Allianz für Wiederaufbau“ Spendenaufrufe, Kinder im Gazastreifen mit Spielzeug auszustatten.

Doch nun haben die israelischen Sicherheitsbehörden die Ballons beschlagnahmt. Dadurch wollen sie die Hamas daran hindern, sie für ihren Brandstiftungs-Terrorismus gegen Israel einzusetzen.

Verheerende Umweltschäden

Im Laufe der letzten vier Monate hat die im Gazastreifen regierende Hamas Tausende von Brandsätzen in israelisches Gebiet geschickt. Diese haben zur Zerstörung von mehr als 7.500 Hektar Land, Hunderten von Hektar Weizenfeldern und 2.700 Hektar Naturschutzgebieten geführt.

Mehr als 1.000 Brandsätze wurden mit Kinderdrachen oder mit heliumgefüllten Ballons über die Grenze geflogen, was mehr als 750 Brände auslöste – durchschnittlich 11 pro Tag. Das bewirkte unmittelbare Schäden von über 3 Millionen US-Dollar. Es wird Jahre dauern, bis die von der Hamas verursachten ökologischen Schäden wieder behoben sind.

Trotz eines von der Hamas am Donnerstag verkündeten Waffenstillstands schickten die Palästinenser von Gaza weiterhin Brandsätze nach Israel. Am Montag brach im Re’im-Gebiet der Region Eschkol im Süden Israels ein Großbrand aus.

Bereits am Samstag landete ein riesiger Branddrachen mit einer Spannweite von über 4 Metern aus Gaza auf einer Hochspannungs-Stromleitung in der Nähe des Kibbutz Sufa. Dadurch wurde in der Region die Stromzufuhr gestoppt. Techniker mussten mit einem Kran der Israel Electric Company das Gerät entfernen, ehe es einen Brand auslösen konnte. Ebenfalls am Samstag neutralisierte die Polizei einen Terrorballon aus Gaza, der neben einem Speisesaal in der Region Eschkol landete. Außerdem brach ein Feuer im Naturschutzgebiet Nir Am aus.

Netanjahu: Kampagne gegen Terror

Zu Beginn der Kabinettssitzung am Sonntag erklärte Premierminister Benjamin Netanjahu, Israel befinde sich „inmitten einer Kampagne gegen den Terror in Gaza. Es bedeutet einen Schlagabtausch. Der wird nicht mit einem Schlag enden. Unsere Forderung ist klar – ein vollständiger Waffenstillstand. Mit weniger werden wir nicht auskommen“, unterstrich er.

Weiter sagte der Premierminister: „Bis jetzt haben wir Hunderte von militärischen Zielen der Hamas zerstört. In jeder Runde verlangt die israelische Armee einen zusätzlichen hohen Preis. Ich werde hier nicht unsere operativen Pläne verraten. Aber sie sind fertig. Unser Ziel ist es, die Ruhe für die Bewohner des Südens und des an den Gazastreifen angrenzenden Gebiets wiederherzustellen. Dieses Ziel wird in vollem Umfang erreicht werden.“

Von: Ulrich W. Sahm

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