Weniger Essstörungen bei religiösen Mädchen

HAIFA (inn) – Religiöse Mädchen leiden seltener an Essstörungen. Dies ergab eine Studie, die von der Universität Haifa durchgeführt und vom Nachrichtendienst “Arutz Sheva” am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Jael Latzer, Professorin an der Lehranstalt für Sozialarbeit der Universität Haifa, hat die Zusammenhänge zwischen dem Grad der Religiosität, dem Selbstwertgefühl, dem Selbstbild und Essstörungen untersucht. An der Studie nahmen insgesamt 320 religiöse jüdische Mädchen im Alter von 16 bis 18 Jahren teil.

Je höher der Grad der Religiosität, desto geringer sei der Wunsch, dünn zu sein, fand die Wissenschaftlerin heraus. Religiöse Mädchen beschäftigten sich weniger mit dem Thema Essen und Gewicht. Zudem hätten sie ein besseres Selbstwertgefühl.

Laut Latzer stelle Schlankheit für die westliche Gesellschaft einen hohen Wert dar. Magerkeit repräsentiere Schönheit und sei zudem Ausdruck für Selbstkontrolle, Unabhängigkeit und einen hohen sozialen Status.

Latzer sagte, dass junge Mädchen mit einem religiösen Hintergrund eher dazu neigen, traditionelle Werte wie Einfachheit und Sittsamkeit zu betonen, als die äußere Erscheinung.

“Die Einzigartigkeit der Frau sind ihre inneren Qualitäten und moralischen Prinzipien, und nicht Schönheit”, so die Forscher der Universität in Haifa. “Anstatt ihr Gewicht und ihren Körper zu kontrollieren”, würden sich religiöse jüdische Mädchen auf einen “anspruchslosen Lebensstil und die Beachtung der Gebote” konzentrieren. “Die Würde einer Königstochter liegt in ihrem Inneren”, stellte Latzer fest.

Je geringer das Alter und je geringer die religiösen Überzeugungen der Mädchen, desto höher sei die Verbindung mit einer Essstörung. Mädchen zwischen 12 und 13 Jahren, die ihre Persönlichkeit noch nicht voll entwickelt haben, zeigten Irritationen hinsichtlich ihrer religiösen Identität und ihrer Werte. Die Irritationen wirkten sich in einem geringeren Selbstwertgefühl und in einem dürftigen Körperbild aus. Latzer wies darauf hin, dass es bei säkularen Gleichaltrigen zu ähnlichen Phänomenen kommen könne.

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