„Welt“: „Hamas steht Gestapo nicht nach“

BERLIN (inn) - Viele Berichterstatter und Politiker werden Israels herrschendem Ethos nicht gerecht - vielmehr gestehen sie im Nahostkonflikt beiden Seiten den gleichen moralischen Stellenwert zu. Diese Ansicht äußerte der britische Kolumnist Lord Weidenfeld in der aktuellen Ausgabe der Tageszeitung "Die Welt".

Israelische Gesten würden von „manchen Medien und auch Staatskanzleien in Europa“ kaum geschätzt, kritisiert Lord Weidenfeld unter der Überschrift „Israel am Pranger“. „Es ist eine Mischung aus israelfeindlichen Motiven, Furcht vor islamischem Terror, alten Vorurteilen gegen den Zionismus, verkapptem Judenhass, aber leider auch vielfach krasser Unkenntnis der Dinge, die zu dieser allzu leichtfertigen Kritik beiträgt.“ Als Beispiel nennt er das Angebot von Premier Benjamin Netanjahu, 1000 palästinensische Häftlinge gegen einen einzigen jungen Soldaten auszutauschen. Auch die Unterstützung von Tausenden Israelis für den entführten Gilad Schalit, die sich in der Teilnahme an einem Solidaritätsmarsch ausdrücke, sei eine solche Geste.

Der Autor moniert auch, dass die Medien längst nicht mehr die Zahlen von „straff organisierten Selbstmordanschlägen“ aufstellten. Dabei seien die verschiedenen Dschihad-Operationen islamistischer Extremisten „nichts anderes als organisierter Kindesmord“. Den Verantwortlichen „gilt die größtmögliche Anzahl von Todesopfern als Erfolg – egal, wie viele Unschuldige darunter sind“.

Weidenfeld fügt hinzu: „Was den Grad der Grausamkeit bei Polizeiverhören, Gerichtsurteilen, der Anwendung nackter Gewalt und der Gleichgültigkeit menschlichem Leiden gegenüber betrifft, muss man zu dem traurigen Ergebnis gelangen, dass Hamas und Hisbollah, al-Qaida und Taliban als Folterer und Killer den Himmelfahrtskommandos der Gestapo keineswegs nachstehen. Es ist kein Wunder, dass es der Führung Israels schwerfällt, sich mit den radikalen Elementen in Gaza an einen Tisch zu setzen, solange diese Israels Existenzrecht von Grund auf verneinen.“

Die „bewiesenermaßen falsche Berichterstattung über die sogenannte Friedensflottille“ etwa führe bei Israel zu einer Verbitterung, schreibt der „Welt“-Kolumnist. Doch fast noch mehr als die „schäumende Wut der Feinde“ schmerze den Staat die oberflächliche Haltung der „Neutralen“, die „beiden Seiten gleichen moralischen Stellenwert einräumen“. Fast leichter zu ertragen sei die „Sturheit der geschworenen Feinde, weil sie an das Absurde grenzt“. In diesem Zusammenhang zitiert Weidenfeld einen „edlen Lord“, der Israel in der Bischofsbar des britischen Oberhauses folgenden Vorwurf machte: „Typisches Apartheid-Regime! Ein Jude gilt genauso viel wie 1000 Araber.“

Die vollständige Kolumne lesen Sie hier.

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