Weiterer Toter nach Synagogen-Anschlag

JERUSALEM (inn) – Ein Polizist ist am Dienstagabend seinen Schussverletzungen infolge des Angriffs auf eine Synagoge erlegen. Damit steigt die Zahl der Todesopfer auf fünf.
Sidan Saif ist das fünfte Opfer des Terroranschlags auf die Jerusalemer Synagoge.

Foto: Israelisches Außenministerium

Sidan Saif ist das fünfte Opfer des Terroranschlags auf die Jerusalemer Synagoge.

Der Terror-Anschlag gegen eine Jerusalemer Synagoge am Dienstagmorgen hat ein weiteres Todesopfer zur Folge. Der 26-jährige Polizist Sidan Saif hatte bei einem Schusswechsel mit den Terroristen schwere Verletzungen erlitten. Er starb am Dienstagabend im Krankenhaus. Der Druse hinterlässt ein vier Monate altes Kind.
Mit dem Tod Saifs steigt die Opferzahl auf fünf. Die vier anderen Ermordeten waren bekannte Rabbis. Drei von ihnen waren aus den USA eingewandert: Mosche Twersky (59), der Nachkomme einer der ältesten chassidischen Dynastien Europas war, Calman Levine (55) und Arje Kopinsky (43). Avraham Schmuel Goldberg (68) wanderte aus Großbritannien nach Israel ein. Alle besaßen die doppelte Staatsbürgerschaft.
Die Beerdigung der Rabbis fand noch am Tag ihres Todes statt. Der ermordete Polizist wurde am Mittwochnachmittag beigesetzt.
Bereits am Folgetag des Anschlags versammelten sich rund 30 Gläubige erneut am Ort des Geschehens zum Morgengebet. Sicherheitskräfte bewachten sie. Unter den Gläubigen waren auch viele, die bei dem Terroranschlag zugegen waren und Verletzungen erlitten, berichtet die israelische Tageszeitung „Yediot Aharonot“. Einer von ihnen sagte: „Ich kam heute Morgen als zweiter an und bin einfach in Tränen ausgebrochen, als ich eintrat. Ich betete an der gleichen Stelle wie gestern. Ich dankte Gott für das Wunder, denn ich sehe genau, wo ich stand, und wo die Terroristen waren. Gott sei Dank.“
Ein weiterer schilderte, wie er den Anschlag erlebte: „Ich war in der Synagoge und hörte Schüsse. Ich hatte keine Ahnung, was los war. Ich sah die Terroristen, wie sie eindrangen. Einer von ihnen fing an, mich mit etwas zu jagen, was wie eine Axt aussah. Ich merkte nicht einmal, dass ich verwundet wurde.“

Verurteilung durch Türkei und Bahrain

Die Terrortat wurde international verurteilt. Auch die Türkei, die Israel regelmäßig verunglimpft, zeigte sich empört. Außenminister Mevlut Cavusoglu sagte, es sei der Türkei nicht möglich, Angriffe gegen heilige Stätten zu akzeptieren, gleich, welcher Religion sie angehören. Das berichtet die israelische Tageszeitung „Jerusalem Post“.
Der Außenminister des Golfstaates Bahrain, Chaled Bin Ahmad al-Chalifa, verurteilte die Tat ebenfalls. „Der Mord an Unschuldigen in einer Synagoge ist nicht des Preises wert, der dafür gezahlt wird, nämlich mehr kollektive Bestrafung des palästinensischen Volkes, mehr Ungerechtigkeit und Aggression.“ Zwischen Bahrain und Israel gibt es weder diplomatische noch wirtschaftliche Beziehungen. (df)

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